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Gemeinnützige Nachrichten.
Das Thon'sche Verfahren der Beband- lung der menschlichen Exeremente betr.
(Schluß.)
In diesen Blättern ist mehrfach von dem Ver- fahren des Herrn Thon ju Wilhelmshöhe die Rede gewesen, welcher die Excremente in Tonnen auffangen, täglich vollständig auS den Städten entfernen und dieselben zu einem Düngepulver, ähnlich dem Guano, verarbeiten will und zwar so billig, daß der Berkaus der Waare nicht allein die Kosten deckt, sondern auch noch einen erheblichen Ucberschuß abwirft.
Daß das System des Herrn Thon allen Anforderungen entspricht, welche von Seiten der Gesundheitspflege, sowie der Landwirthschaft, gestellt werden, darüber sind Alle einverstanden, die eS der Mühe Werth erachtet haben, sich um dieses System etwas genauer zu kümmern, mit Ungläubigkeit wird jedoch noch die Möglichkeit der Ausführung desselben ausgenommen. Auch nach dieser Richtung hin werden die bestehenden Zweifel in der nächsten Zeit beseitigt werden.
Eine Gesellschaft der achtbarsten Männer Cassels und der Umgegcnv hat Herrn Thon die Summe von 10,000 Thlrn. zur Verfügung gestellt, um mit derselben eine Probe im Großen anzustellen, d. h. die täglichen Auèwürse von 10,000 Menschen nach seiner Methode zu sammeln und zu verarbeiten. Die Vorbereitungen zur Ausführung der Arbeiten werden bereits getroffen und im März spätestens wird das Resultat der Arbeit vorliegeu. Diese wichtige Frage wird also — so hoffen wir — zum letzten Male die Gelehrten beschäftigt haben.
Genügend würde das Resultat schon sein, wenn das Verfahren, selbst ohne Gewinn abzuwerfen, nur die Kosten deckte. Die Gesundheit, welche für die Städte dadurch gewonnen würde, wäre wahrlich Grund genug dasselbe überall einzusllhren; da jedoch nicht bezweifelt werden kann, daß bei dem täglich zunehmenden Verbrauch der sogenannten käuflichen Düngmittel von Seiten der Landwirthschaft dahin abzielende Unternehmungen erheblichen Gewinn ab» werfen werden, so ist anzunehmen, daß Poudrette- fabriken sich rasch verbreiten und dadurch die Städte viel schneller von ihren Uebeln befreit werden, als eS durch den engherzigen, zögernden und schleppenden Geschäftsgang der Magistrate geschehen würde.
Nächste Ostern schon werben die Städte im Stande sein, nachdem durch die That alle Bedenken gegen die Ausführbarkeit des Thon'schen Verfahrens beseitigt sein werden, auch ihre Auferstehung aus Schmutz, Ekel und Unheil feiern zu können.
AuS dem Landwirthschaftlichen Anzeiger für den Regierungsbezirk Cassel Nr. 20 u. 21 vom Jahre 1867.
Ueber den dermaleren Stand des «Hopfen- baues in Kurheffen.
Unter denjenigen Zweigen der landwirthschaftlichen Kultur, die seit der verbältnißmäßig kurzen Zeit ihres Bestehens schon recht ansehnliche Resultate geliefert haben, bietet gewiß der Hopfenbau in Kurhesscu eine der erfreulichsten Erscheinungen dar. Nach mancherlei ungünstigen Einwirkungen findet derselbe immer größere Ausbreitung und liefert, naebvem man den Werth und die Güte des hiesigen Hopfens auch in weiteren Kreisen hat kennen lernen, stets bessere pccuniäre Ergebnisse.
In Nr. 1 des Landwirthschaftlichen Anzeigers vom verflossenen Jahre haben wir einen Auszug aus einem. Berichte des um unsern Hopfen sehr verdienten Herrn Cantor Landgrebe zu Witzenhausen über das Ergebniß des 1865er HopffenbaueS bei Witzenhausm und in dessen Umgegend gebracht,_ und wollen nun eine Uebersicht über das Ergebniß deS 1866er Hopfenbaues sowie über den Stand dieser Kultur auf den größeren Hopfenpflanzungen Kur- hessens überhaupt, wie wir sie den desfallsigen Berichten des Herrn CantorS Landgrebe und der sonst betheiligten Herren verdanken, geben.
Im Allgemeinen muß das Jahr 1866 als ein für den Hopsenbau recht ungünstiges bezeichnet werden. Es waren insbesondere anhaltende Trocken- heit, bei der ohnehin geringen Winterfeuchtigkeit, Erdflöhe in unaussprechbarer Menge, öftere s. g. Befallregen, Engerlinge, eine Krankheit, welche im Frühjahr beim Beschneiden der Stöcke sich vorfand, der s g Wurm, die dem Gedeihen des Hopfens so störend entgegen traten, daß bereits im Juli, der Blüthezeit des Hopfens, die schwächlichen, kranken Ranken mit Recht ein ungünstiges Ernteergebniß befürchten ließen.
Der Hopsenmustergarten zu Witzcnhausen wurde bejonvers von Erdflöhen, Engerlingen und Erdratten de» Art verwüstet, daß viele Pflanzen gänzlich abstarben und nachgepflanzt werden mußten, und erst am 14 Juli a. c. war man daselbst im Stande, neugebildete Triebe an die Stangen zu leiten, so daß die Zeit für völlige Entwickelung, Ausbildung und Reife des Hopfens eine für eine günstige Ernte viel zu kurze war. Das Ergebniß rechtfertigte denn auch die früh gehegten Befürchtungen, und es wurden bei Allendorf, Arnstein, Asbach, Berge, Bischhausen, Dohrenbach, Ellershausen, Ermschwerd, Freudenthal, Großalmerode, Kleinalmerode, Marzhausen, Niedergandern, Oberrieden, Rosbach, Riickerode, Sickenberg, Stiedenrode, Unterrieden, Vatcrrode, Wahlhausen, Wendershausen, Werleshausen und Witzenhausen (24 Ortschaften) nur 108 bis HO Zentner gewonnen, kaum ein Drittel einer gewöhnlichen Ernte, während selbst