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Jungen bei Katzen sein müsse, ergibt sich aus dem, was oben über die Entstehung der Wuth gesagt wurde.

Maßregeln zur Verminderung des Vorkom- mens der Wasserscheu durch Ansteckung, und Vorkehrungen beim Vorhandensein eines wü­thenden oder der Wuth verdächtigen Thieres, um die Fortpflanzung derselben zu verhindern.

Da der Hund unter allen Hausthieren am meisten der Wasserscheu unterworfen ist, so wird diese traurige Krankheit in unserm Klima da oft vorkommen, wo viele Hunde sind. Jemehr von ihnen sich an einem Orte be­finden, desto häufiger ist die Gelegenheit zur Entstehung und Verbreitung der Hundswuth.

Bloß durch Verminderung der Hunde ist die schreck­liche Wasserscheu selten zu machen. Es ist daher Sorge der Polizei, dem Halten unnöthiger Hunde zu steuern, herrenlose wegzuschaffen, und überhaupt auf Beschrän­kung der Anzahl der Hunde durch zweckdienliche Ver­fügungen, durch Auflagen auf die Hunde tc. zu wirken, sonach die Gefahr, daß ein Mensch von der Wasserscheu befallen werde, zu verringern.

Ein wirklich toller Hund ist möglichst schnell zu tobten.

Die Stelle, auf welcher ein solcher oder ein ver­meintlich wüthender Hund gelobtet worden, muß von dem etwa noch anhängenden Geifer oder Blute gerei­nigt werden. Man nimmt deshalb die Erde obenher ab und verscharret sie.

Ein nur im Mindesten verdächtiger Hund muß so­gleich getödtet werden, im Falle er noch keinen Men­schen gebissen hat. Wollte man den Hund, wegen sei­ner Schönheit oder Geschicklichkeit, oder weil er viel An­hänglichkeit und Treue seinem Herrn bewiesen, scho­nen , und es auf eine mögliche Kur ankommen lassen, so wird diese mit Gefahr und Verantwortlichkeit ver­knüpft sein , und es sind traurige Beispiele genug vor­handen , daß für solche Fälle unzeitige Rücksichten M Mitleid, Sparsamkeit rc. großes Unglück anrichteten, in­dem Menschen und selbst der Herr des HundeS von ihm gebissen wurden, und den schrecklichen Tod der Wasser­scheu erlitten. Zweckmäßige Polizeiverordnungen ver­bieten daher streng die Kuren bet Hunden, die einige Merkmale der herannahenden Wuth äußern, und ge­bieten deßhalb bei angemessener Strafe die Tödtung eines jeden der Wuth nur irgend verdächtigen Hundes, der noch nicht einen Menschen gebissen hat.

Einen der Tollheit bloß verdächtigen Hund soll man, im Falle er einen Menschen gebissen oder begeifert hat wo es einigermaßen thunlich ist', zur Beruhigung des Beschädigten nicht gleich tobten , sondern mit Vorsicht einfangen, einsperren und sorgfältig bis zur @ntfcbei= düng beobachten, weil sonst der Gebissene der foliernd- sten, die Gesundheit zerstörenden, und auch für den be­handelnden Arzt sehr lästigen, Ungewißheit und steten, Furcht ausgesetzt bleibt, ob denn in der That der Hund, welcher verletzt hatte, toll gewesen. Es konnte ja leicht sein, daß die vermeinte Tollheit des Hundes gar nicht zum Ausbruche gekommen, mithin die weiteren Vorkeh-

dere Ursachen als die Wuth können diese Erscheinungen hervordringen.

Nach den sehr werthvollen Beobachtungen des Dr. H ert w i g zu Berlin über die Hundswuth werden die tollen Hunde häufig nicht wa sse r s ch c u , saufen viel­mehr und schwimmen durch das Wasser. Sie ziehen den Schwanz nicht ein und haben keinen Schaum vor dem Munde. Tolle Hunde sagt Hertwig sind unruhig, fressen nicht oder wenig, fressen Holz, Torf, Leder, Hundskoth :c.; lecken Sßaffer; sind ver stopft, haben eine heulende, heisere, ängstliche Stimme, sind bissig; schnappen nach Fliegen, ohne daß solche gesehen werden. Bei der stillen Wuth hängt der Unterkiefer herab, die Zunge heraus.

Zufälle der Wuth bei andern Hausthieren.

Die Merkmale, daß ein Stück Vieh, besonders Rindvieh, von einem wüthenden Hund gebissen, sind hauptsächlich folgende: Es frißt und sauft auffallend weniger, wird scheu , sieht sich wild um, verträgt kein starkes Licht, spitzt die Obren, geht auch wohl auf die Menschen los; reibt die Stelle, wo es gebissen wor­den, stark an etwas; geräth in Wuth beim Anblicke ei­nes Hundes, äußert solche aber gegen andere Thiere nicht. Steigt die Krankheit, so wird das Vieh kreuz­lahm, geht mit Schwierigkeit, liegt meist, und scheut das Saufen. Beim Eintritte der Wuth springt es auf, wird von Zuckungen befallen, brüllt anhaltend mit weit gestrecktem Halse, geifert viel, beißt in die Raufen und Krippen, auch wohl sich selbst, und scharrt mit denVor- derfüßen liefe Löcher in die Erde.

Verhütung der Entstehung der Wuth bei Hunden und andern Hausthieren.

Man sorge, daß die Hunde nicht plötzlich aus der Kälte in die Hitze, oder aus dieser in jene kommen, sowie auch, daß sie vor der anhaltenden Einwirkung großer Hitze oder strenger Kälte gesichert sind. Das so gewöhnliche stete Liegen am heißen Ofen ist daher vorzüglich zu verhüten, auch das Hetzen und Jagen während großer Hitze zu meiden.

Man trage ferner Sorge, daß die Hunde stets hin­reichendes reines Wasser finden, daß sie weder blos Fleisch, noch verdorbenes Fleisch zur Nahrung erhal­ten , daß ihr Lager, ihre Hütten reinlich sind, und sie den Geschlechlsttieb befriedigen können.

Da bei alten Hunden (die über acht Jahre haben) die Wuth leichter entsteht, so muß man in Hinsicht ihrer hauptsächlich vorsichtig sein. Am sichersten ist es immer, sie zu todten.

Bissige Hunde, welche ohne besondere Veranlassung leicht böse werden und anfallen, sollen todt geschlagen werden.

Gar keinen Vortheil gewährt das Ausschneiden des sogenannten Tollwurms; denn ein Hund, bei dem diese Operation vorgenommen worden, kann bestimmter Erfahrung zufolge dessenungeachtet von der Wuth er­griffen werden.

Daß man vorsichtig mit dem Wegnehmen der