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22. Eine möblirte Stube für einen oder zwei Herren, auf Verlangen auch die Kost. Näheres in der Redaktion. /

23. Zwei heizbare Stuben mit Alkoven, Küche und Bodenraum sind an eine einzelne Dame sogleich zu vermiethen.

Personen, welche zu einem Dienst gesucht werden.

! Für eine Renten- und Lebens- versicherungsanftalt Deutschlands werden in jedem Amts- und Kreis­ort Hessens Agenten gegen gutes Honorar gesucht.

Reflektanten wollen sich unter der Ziffer z. an die Redaktion dieses Blattes wenden.

2. Für mein Graveurgeschäft suche einige ordent­liche Lehrlinge.

O. Kurr-Scliiittner.

Vermischte Anzeigen.

Bon heute an wohne ich bei Herrn Freiensehner, im Hause Mn blauen Krug".

Hanau am 15. November 1865 Dr. Benjamin-

2. Bei einer anständigen Familie wird für einen ' jungen Kaufmann ein möblirtes Zimmer nebst Kost gesucht. Näheres in der Redaktion.

3- W II f t 11 f.

Ein schreckliches Brandunglück hat in der Nacht des 20. Oktober d. J. den Marktflecken und Amts­ort Friedewald in Kurhessen heimgesucht.

An hundert Wohnstätten nebst allen Oekonomiegebäuden, liegen in Asche, ein grausen­erregender Anblick.

Nahe fünfhundert Menschen wurden obdachlos, sind aller Wintervorräthe, so gut wie allen Haus- raths beraubt. Denn das Unglück war, bei dem wie rasend in die Flammen brausenden Westwind, das Werk von Minuten und Retten wie Löschen unmöglich.

Der Ort war von jeher arm, er liegt fern von allem Verkehr mitten in Wald und Gebirge; die einzige Nahrung bildet etwas Holzhauerei und der Ertrag einer dürftigen Feldflnr. Versichert waren

wie man das leider noch so viel auf dein Lande findet, die Gebäude kaum zum halben Werth, die fahrende Habe nur bei etwa zehn der abgebrannten Familien und da unvollständig..

Der Umfang des Unglücks kann erst im Winter (der Himmel bewahre uns vor ansteckenden Krank­heiten !) ja erst im nächsten Sommer, wenn es gilt die Häuser wieder aufzubauen und mit neuem Hausrath zu versehen, übersehen werden; jetzt sind die Abgebrannten, soweit sie nicht in benachbarten Gemeinden Aufnahme gefunden, in dem Rest des Ortes zusammen gepfercht: oft liegen drei Familien in einer Stube auf der Streu zusammen.

Milde Gaben fließen von allen Seiten reichlich, auch der Staat hat eine Unterstützung gewährt, aber was sind selbst Tausende gegenüber einer so allgemeinen Nöth?

Der unterzeichnete Hülfsausschuß, welcher sich sofort gebildet, dringt namentlich auch auf Ver­minderung des Viehstandes, selbst auf die Gefahr hin, die Bestellung des Landes zu beeinträchtigen, aber dennoch wird es beiden enorm hohenFoura- geprciseiz in hiesiger Gegend (Heu bis zu 2 Thlr. 5 Sgr. per. Zentner) kaum möglich sein, Menschen und Vieh den^Wintcr hindurch zu ernähren. Für jene ist eine Speiseanstalt in der Bildung begriffen, unter Leitung zweier aus dem Diakonissenhausc zu Treysa gesandten Schwestern, die für ihren fegens- vollen Beruf hier einen reichen Boden finden.

Ausdauernde Hülfe typt nach diesem Allen noth. Geld und Geldeswerth, Kleider, Fourage und Lebensmittel, Hausrath aller Art, Gilles ist willkommen. Und wer ein armes Kind auf einige Zeit zu sich nehmen kann, versäume nicht, cs einem der Unterzeichneten anzuzeigen.

Schließlich heben wir noch hervor, daß über die bei dem unterzeichneten Comite oder einzelnen Mitgliedern desselben bereits eingegangencn und noch eingehenden milden Gaben demnächst specielle Veröffentlichung erfolgen soll.

Friedewald am 18. November 1865.

Der Hülfsausschuß für die hiesigen Abgebrannten: Aufsarth, Landrath. Bößcr, Justizbeamter. Mensing, Rentmeister. Claus, Pfarrer.

Dr. Hohmann, PhysikuS. Höll, Bürgermeister.

Besondere Bekanntmadmn gen

der Verwaltungs- und Finanzbehorden.

! DEeutlëcheL' <ws,nw^

Freitag d elt 8. D e z e in b e r d. I.

sollen im Forstrevier Bruchköbel die nachaufge- führten Forsterzeugnisse auf das Höchstgebot der werthet werden, als: