Einzelbild herunterladen
 

553

In Preußen achtete man vor Jahren die Sper­linge als Feinde des Ackerbaues*) und jeder Land- bauer war zu einer jährlichen Abgabe von 12 Köpfen dieser Vögel Verpflichtet, welche man, da in diesem Lande nichts unbenutzt gelassen wird, zur Salpeterbereitung verwandte. Am Ende des zwei­ten Jahres entdekte man, wie die Erndten von Insekten verwüstet wurden, und fand für rathsam, eiligst die Sperlinge aus benachbarten Ländern, um dem Uebel abzuhelfen, wieder einzuführen.**)

Hätte man ein Mittel, um alle Insekten zu Ver­tilgen, so wäre dies auszuführe» doch nicht rathsam, weil damit zugleich die größere Zahl des gefieder­ten Geschlechts unserer Ebenen vertilgt werden würde, indem sie dann bei der Aufzucht ihrer Jun­gen für diese keine Nahrung hätten. Man hat beobachtet, daß Vögel, welche Obst fressen, Insekten verziehen, und nur wenn diese selten sind oder außerhalb ihres Erreichungskreises liegen, ihre Zu­flucht zum Obst nehmen. Der Berfasser des Jour­nal ul a Naturalist sagt vom Krammetsvogel***), einem Bogel ähnlich der amerikanischen Wander­drossel, in dieser Grafschaft (Gloucestershire) wer­den die sehr niedrig gelegenen Ländereien am Sc- verufluß bei heiterem Wetter von ungeheueren Schwärmen dieser Bögel besucht, sobald jedoch schlechtes Wetter oder Schnee eintritt, verlassen sie diese morastigen Ländereien, weil ihre Jnsektrnspcise selten und bedeckt ist, sie besuchen die Hochländer, um die Erzeugnisse der Hecken zu verzehren; wir sehen sie tagelang über uns hinzichen in großen Flügen zu Anfang der Schneezeit, wenn sie sich nach den Turuipsfeldern von Svmmerset und Wiltshire begeben, sobald der Frost aufgeht und ehe das Thauwetter eigentlich begonnen hat, sehen wir einen großen Theil dieser Wanderer zurück- kchren 31t ihrem Gewürme und ihrer Insekten- Nahrung auf den Wiesen.

Die Wanderdrossel und andere Drosseln, Amseln, Atzeln und Heher hat die Natur ganz besonders geschaffen, um die Oberfläche des Bodens von schädlichen Insekten zu befreien. Darunter ist aber in dieser Hinsicht die Wanderdrossel am nützlichsten in unserem eignen Lande und besonders Wächterin der Grasfeldcr und aller unserer jährlichen Erudtey. Daher finden wir die Menge der Wanderdrosseln in der Nähe unserer Städte größer als in länd­lichen Distrikten , weil sie da die meiste Nahrung finden, wo sich der Boden in der höchsten Stufe der Kultur befindet' Md einer vcrhältnißmäßigcn

Dies ward von Friedrich drin Großen befohlen und widerrufen. Anm. b. Ueb.

**) Bekanntlich find Ne Sperlinge wegen i. rcr Nützlichkeit als Jnsektcnvcrtilger in neuerer Zeit nach Australien ver­pflanzt worden, wo sie fehlten. Anin. d. Ueb.

***) Von den Krammetsvögeln oder Wachholdcrdrosscln, die bei uns den Winter zubringen wollen, werden gar viele zum Verspeisen wcggcfangen. , Anm. d. Ueb.

Menge von Insekten Aufenthaltsorte gewährt. Es gibt keine anderen Vögel, welche für diese Erndten gleich nützlich sein könnten; die anderen Drosseln sind zu scheu, um unsere Gärten zu besuchen, und Amseln wie stibitze können nicht hinlänglich ein­heimisch gemacht werden. Wir könnten wohl kaum die Hälfte der gewöhnlichen Produktion unserer Felder und Gärten erlangen, wenn die Wander- drossel vertilgt würde. Sie zerstört fast alle Arten von Würmern, Maden und Raupen, die auf dem Rasen und in kultivirtem Lande leben, und große Massen von Grillen und Heuschrecken, ehe sie aus­gewachsen sind, die Maden vouHeuschreckcn,Hcrbstflie- gen und Käfern und deren Puppen, wenn sie durch den Pflug zum Vorschein kommen, Aepfelwürmer, wenn sic die Frucht verlassen und nach einem neuen Schutzorte umherkriechen; diese unterirdischen Raupen oder Larven, welche aus der Erde kommen, um ihre Nahrung zu suchen, alle diese und viele andere werden von der Wanderdrossel vertilgt. Die Schnellkäferlarven kommen während der Dämme­rung aus dem Boden hervor, ihre Nahrung zu su­chen, und die Wanderdrossel, eine der frühesten Weider am Morgen und der letzten am Abend, verzehrt zu diesen Stunden große Massen dieser Maden.

(Fortsetzung folgt).

Notizzettel über außer Kours gesetzte Kaffenbillets:

Altenburger Kassenanweisungen, a 1 Thaler, werden cingezogcn un^vernichtet.

Anhalt-Dessauer Aegierungoscheiuc, a 5 Thaler, vom 1. August 1849, verfallen 31.Mrzä 1858.

Anhalt-Kvthen-Beenbnrger Eisenbahnschenie, a 1 und 5 Thaler, vom 20. Februar 1850, vueftlarc 1. April 1857.

Anhalt-Kotheu'sche 2taatsschuldkassenscheine, a 1 und 5 Thaler, vom 1. Juni 1848, verfallen 1 April 1857.

Anhalt-Köthen-Bernburger, â 1 und 5 Thaler, vom 2. März 1848, verfallen 1. Dezember 1857.

Schwarzburg-Rudolstädter, â 1 und 5 Thaler, von 1848, verfallen 1850.

Sihwarzbnrg-Kvrrdershanser, a 1 und 5 Thaler, Dom 11. März 1854, verfallen 13. Dezember 1856, letzter unwiderrufliche r Endtermin am 1. Mai 1859.

Königlich Sächsische, auf Grund der Gesetze vom 16. April 1840, 9. Sep­tember 1843, 18. Juni 1846 und 23. November 1848 emittirte Kassenbillets, verfallen den 30. Sep­tember 1858, Werden auf besondere an das Königl