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ist ebenfalls ein abführender Schnaps, wie der von Daubitz, besteht aus ZenncSblattern, Rhabarber, Jalapenwurzel, Zittw.w, Ingwer, Gargant, Soda und Schafgarbe, ansgezogen mit schwachem Spiritus uud versüßt mit Zucker. Die Auditropscu sollen gegen schwache Verdauung, Appetitlosigkeit, Verschleimung re. wunderbar helfen. Wir sind indeß der Meinung, daß diese nur vom Gelde helfen, denn nimmt man nur wenig davon, so bleibt jede Wirkung aus, und nimmt mau viel, so hat man im besten Falle der Wirkung das Bergungen, über das Gefühl des Leibschneiden Äe- trachtnugen anzustellen.
Der unschuldigste dieser geheime» -Lchuäpsc ist hooneeamp os Aiaa^biiier, nur ju treuer beim Fabrikanten; wir lassen daher für Liebhaber dieses MagenschnapseS das Rezept folgen, wonach das gleiche Präparat um 35 tr. das ganze Maas erzielt wird. 6 Loth unreife Pomeranzen, 2 Loth Pomcranzenschalcn, 4 Loth Enzian, 2 Loth Kaskarillenrinde, 1 Loth Kurknmawurzel, 6 Ouent- chen Zimmt, 1 Loth Nelken, j Loth chihabarber, werden mit f Maas starkem Weingeist und 1 “ Maas Wasser ausgezogen, gepreßt, und der erhaltenen Flüssigkeit 40 Tropfen SteruaniSöl und z Pfund Farinzucker zngcsetzt.
Mahers weißer BrustsHrup soll gegen alle -Arten Husten, Hals- und Lüngemeiden re. das trefflichste Heilmittel sein. Wem es beliebt, die Wirkung zu erproben, nehme einige Rettige, zeriwibe diese auf dem Reibeisen, mische den Brei mit warmen Wasser, presse die Mischung durch Leinwand und koche 6—7 Theile dieses verdünnten Rettigsaftes mit 10 Theilen weißem Zucker. Dies ist das Mayerschc Universalmittel, in welchem von Liebhabern das Pfund Zucker nach Maherscher Taxe mit 1 fl. 45 fr. bezahlt wird.
Die Herren Leopold und ,üomv. in Breslau, angeregt durch die guten Geschäfte der Firma Maher, beglücken die an Brnst und Lunge Leidenden mit demselben Fabrikat, u fiter dem Namen „ ä ch t m c lio rir ter Brn st s hrup", in welchem der Zucker nur halb so hohen Werth hat als im Maherschen, immer aber noch ein anständiges Profitchen abwirst.
Wie aber verhält,eS sich mit den Fi ch t c n u a d e l- pr äpäraten? Es werden diese in mehrfachen Formen ansgcbotcn und ihrer ausgezeichneten Wirkungen wegen sehr gerühmt: Wir bedauern, bekennen zu müssen, daß cs auch hiermit nichts anders als „eitel Schwindel" ist. Wie in ter Mode, in der eleganten Technik für das Komfort des menschlichen Lebens emsig nach Dienern leucht wird, um Arbeit und. Absatz zu gewinnen, jo auch auf dem Gebiete der Gehcimmittel, die
zu beurtheilen das Auge des Leichtgläubigen unfähig ist, für welche aber nur durch glänzende Versprechungen der Glaube geweckt zu werden braucht, um Anhänger zu finden. So gab es vor mehreren Jahren eine Zeit, wo die Malzbonbons in die Mode kamen, und Alles, was in Zwietracht mit den Respirationswerkzeugen lebte, gebrauchte mit großem Nutzen diese Bonbons. Da der Geschmack durch Malzextrakt nicht angenehmer wurde, so ließ man diesen weg und die Malzbonbons haben sich als reiner Zucker trefflich bewährt. Jetzt sind die sog. MalzbonbonS fast vergessen; doch die hohe Industrie eines Brauers brachte den Ruf des Malzextrakts wieder zu Ehren, indem er gewöhnliches Bier mit Kartoffelstärkesyrup versetzt und als „Malzextraktgesundheitsbier" gegen alle möglichen Krankheiten in die Welt schickt.
Als man Waldwolle aus den Nadeln der Kiefer machte, fielen allerlei Nebenprodukte ab, die nicht zu verwerthen waren. Mau wußte sich jedoch zu helfen und bot sie der leidenden Menschheit an, davon einzunehmen, sich damit zu schmieren und darin zu baden. Natürlich hatten die Kuren damit glänzende Erfolge, aber die undankbare Menschheit war nach Jahren des langen Harrens auf die versprochene Genesung müde und jetzt sind die medizinischen Fichtennadelpräparate ohne Anziehung. Nun kommt die höhere Industrie an die Reihe und versteht es, die Form zu ändern. Hülsberg mischt etwas Fichtennadelextrvkt in Seife, nennt das Gemisch — eingedenk der Theorie und Praxis von Hoff Tanninb al s amseife, weil es kein Tannin enthält, und verkauft 6 Loth davon zu 10 Sgr.
Gegen Epilepsie werden eine Menge Geheimmittel augepriesen, von denen die wenigsten Erfolg haben. Sv ist das Welzersche Mittel nichts andres als schwarzer Hanfzwirn, verkohlt und gepulvert; die Portion kostet nur 5 Thaler. — Ein ähnliches, aber nur im Stillen vielgekanftes Mittel gegen dieses Leiden, wird von einem Prediger Dr. Schlemüllcr in Breunsdorf bei Müncheberg fabrizirt und besteht aus Knochen, die halb verbrannt und dann gepulvert werden. Patient erhält drei solcher Pulver mit ausführlicher Gebrauchsanweisung.
Hoffmanns Aug cnh eilw asser besteht aus einer Lösung von 1 Theil Eisenvitriol in 50 Theilen Rosenwasser. Ein Glas mit 8 Loth dieser Flüssigkeit haben mit der Flasche einen Werth von etwa 2 Sgr. Herr Dr. Hoffmann, dessen Augen in Betreff der Leichtgläubigkeit unter den Menschen sehr scharfsichtig zu sein scheinen, läßt sich 1 Thaler bezahlen
(Wochenblatt f. d. Prov. Fulda Nr. 17 v. 1865.
Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten cvangel. Waisenhauses.