breitet sich durch Ansteckung weiter. Sehr oft läßt ej sich Nachweisen, daß durch ein auf dem Markt erkauftes, den Keim der'Krankheit in sich tragendes Stück die Seuche in bisher verschont gebliebene Stallungen gebracht wurde, oder durch Benützung derselben Weide oder Straße, aus welcher vorher klanenscnchckrankcs Vieh ging, oder durch Verwendung des von maulseuchekranken Thieren übrig gc- lafsencn Futters für gesunde Thiere das Uebel sich verbreitet hat. Ost sind es auch Schweine, welche, zuerst von der Aphtenseuche befallen, die Ausbreitung derselben auf Rindvieh und Schafe veranlassen. Selten ist die Krankheit tödtlich, sie verursacht aber durch Verminderung der Milch — welche zudem oft vorzeitig gerinnt und wenig Rahm ent- hält, der nicht buttert^- durch die Abmagerung der Thiere, durch das manchmal damit verbundene Verwerfen der Kühe, durch die Störungen des Gebrauchs der Thiere zum Zuge und durch die Hemmung des Viehhandels empfindlichen Schaden. Durch Mangel an Sorgfalt und Reinlichkeit, Fehler der Fütterung, lange Märsche auf kothigen Straßen oder harten und schlechten Wegen, verkehrte Behandlung . u. s. w. können heftige Entzündungen der in den Klauen eingeschossenen Theile, Vereiterungen, Verschwärungen , .Brand, Lostren- nung der Klauen und andere langwierige Nach- krankheiten, oder durch Komplikation mit älteren Lungenleiden Und dem Milzbrand, - bösartige und selbst tödtliche Leiden herbeigeführt werden.
Gewöhnlich beginnt die Krankheit mit einem kurz vorübergehenden Frösteln (welches leicht übersehen wird) und nachfolgender erhöhter Körperwärme oder mit einem mäßigen Fieber, dessen Eintritt sich hauptsächlich durch Sträuben der Haare, Zittern, auffallende Kälre der Ohren, Hornwnrzeln und Füße, Eingenommenheit des Kopfes, unterdrückte Freßlust, unterbrochenes Wiederkauen und Zunahme des Pulses zu erkennen gibt. Nachdem dieser Fieberfrost bis zu einer Stunde und länger gedauert hat, zeigen sich die Thiere matt, Hörner und Ohren werden vermehrt warm, das Weiße der Augen erscheint höher geröthcr und das Flozmaul (der Nasenspiegel) wird roth, heiß und trocken. Schlägt die Aphtenseuche ihren Sitz in der Maulhöhle auf, so wird anfangs das Maul von den befallenen Thieren verschossen gehalten, die die Maulhöhle auskleidende Schleimhaut bekommt ein höher geröthetcs Aussehen, überzieht sich mit zähem Schleim und die etwas geschwollene Zunge fühlt sich heiß an. Die Thiere versagen das Futter, haben dagegen gewöhnlich vermehrten Durst oder spielen gerne mit dem Maule im Wasser, der Mistabgang ist verzögert und die ausgeathmcte Luft wird heiß. Im weiteren Verlauf der Krankheit speicheln und geifern dieselben stark aus dem Maul, öffnen dasselbe zeitweise schnalzend und schließen es wieder. Schon nach 24 bis 48 Stunden erscheinen
weiße oder weißgelbe Blasen zÄphtenl im Maul, die allmählig bis zur Größe einer fërbfe, Haselnuß und darüber heranwachsen und mit einer wasserhellen , gelblichen, später trüben, schmierigen Flüssigkeir angefüllt sind. Diese Blasen sitzen am zahlreichsten an der inneren Fläche der Lippen (Oberlippe», am zahnlosen Rande deS Vorderkiefers, an den Zungeurandern, bisweilen findet man sie auch bis in die Rachenhöhle hinein verbreitet, sel- micr kommen sie am Flozmaul, im Umkreis der Lippen und Nasenlöcher und auf der Nasenschleimbaut vor. Sie zerreißen oder platzen 12 bis 24 Stunden nach ihrem Erscheinen, »vorauf sich die emporgchobene Oberhaut ablöst und wunde hoch- rothe, empfindliche, aufgelockert erscheiueude Schleimhautstellen oder Geschwürchen [unterbleiben. Nach dem Ausbruch und Bersten der Blasen nehmen die Fiebererschcinuugen ab, die Stranfen geifern jedoch immer noch stark und dem Geifer sind Stückchen abgelöster und faulender Oberhaut beigemengt, wodurch derselbe übelriechend wird. Die Thiere nehmen wegen der Schmerzen im Maul und Rachen nur wenig oder gar kein (insbesondere rauhes) Futter zu sich und magern rasch ab.
Diese Erscheinungen verlieren sich jedoch mit der fortschreitenden Heilung der wunden Stellen und Geschwürchen allmählig und die durchseuchten Stücke erholen sich schnell. Die Heilung erfolgt in. der. Regel in 0 bis 8 Tagen durch die Bildung neuer Oberhaut von den Rändern der wunden Stellen der Schleimhaut her, dagegen an der Nase und den Lippen durch Erzeugung eines gelblichbräunlichen Schorfes, unter welchem neue Haut sich bildet. Geschwüre bedürfen zu ihrer Heilung eine längere Zeit.
Bricht gleichzeitig mit der Maulseuche oder auch ohne diese mit der Klauenseuche aus, so stellen, nachdem einige Tage Fiebererscheinungen zugegen waren — höhere Nöthe bei weißer Haut, Geschwulst, vermehrte Wärme, und erhöhte Empfindlichkeit sich an der Krone der Klauen, an den Ballen, im Klauenspalle und selbst höher hinauf an einem oder mehreren Füßen ein. Den Thieren wird das Stehen beschwerlich, sie treten in den Fesseln nicht durch, liegen viel, bewegen sich nur ungern hin und her und ihr Gang ist auffallend beschwerlich und steif. Einen oder zwei Tage später erheben sich eit den genannten Stellen anfangs kleine, allmählig aber bis zur Größe einer Nuß und darüber Heranwachsende, unregelmäßige, bisweilen zusammenfließende , mit einer Hellen gelblichen Flüssigkeit erfüllte Blasen. Durch die Bewegung der Theile und äußeren Druck zerreißen dieselben bald und ergießen ihren trübe gewordenen Inhalt über die wunde, hochrothe und aufgelockerte Hautobcrflache. Die wunden Stellen überziehen sich entweder mit einer gelbbräunlichen Kruste, unter welcher die Oberhaut sich rasch wieder erzeugt, oder dieselbe»
3