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©er allein sichere, einzige Weg, um zu erfahren, ob ein der Wuth verdächtiger Hund toll sei oder nicht, ist, ihn nicht umzubringen, sondern mit Anwendung aller Vorsicht, daß er Niemand schade, in sorgfältiger Ver­wahrung so lange genau zu beobachten, bis man über die wahre Natur seines Zustandes Gewißheit erlangt hat.

Ist ein für wüthend gehaltener, oder als solcher doch zweifelhafter Hund bereits getödtet, so wird es höchst schwierig, zu entscheiden, ob er in der Thal toll war. Im gemeinen Leben empfiehlt man die Probe, ein Stück Fleisch oder Brod an die Zähne und im Nachen des umgekommenen Hundes zu reiben, und dieses anderen Hunden vorzuwerfen. Zeigten sie einen Abscheu davor, so wäre der in Frage stellende Hund wirklich von der Wuth ergriffen gewesen, aber nicht, wenn sie es fräßen. Eben so könne man die gebissene Wunde, im Falle der Hunds, welcher sie versetzte, entlaufen sei, mit einem Stücke Flcische reiben, und dann auf die eben erwähnte Weisessverfahren.

Diese Versuche liefern indeß keine zuverlässige Be­weise, wie die Erfahrung gelehrt hat. Auch das sehr gefährliche Oeffnen eines solchen Hundes thut in dieser Hinsicht nichts Bestimmtes dar, und aus dem Befun­de desOcffnens des todten Thieres läßt sich durchaus auf die Natur des da gewesenen Uebels kein sicherer Schluß ziehen. Meist findet sich zwar bei teilen Hun­den der Rachen, die Luftröhre, der Schlund, der Magen und ein Theilder obern Därme entzündet, aber auch an­dere Ursachen als die Wuth können diese Erscheinungen hervorbringen.

Nach den, sehr werthvollen Beobachtungen des Dr. Heltwig zu Berlin über dieHundswuth werden die tollen Hunde häufig nicht w a sse r sch c u, saufen viel­mehr und schwimmen durch das Wasser. Sie ziehen den Schwanz nicht ein und haben keinen Schaum vor dem Munde. Tolle Hunde — sagt He rtw i g — sind unruhig, fressen nicht ober wenig, fressen Holz, Torf, Leder, Hundskoth rc.; lecken Wasser; sind vei stopft, haben eine heulende, heisere, ängstliche Stimme, sind bissig; schnappen nach Fliegen, ohne baß solche gesehen werden. Bei der stillen Wuth hängt der Unterkiefer herab, die Zunge heraus.

Zufälle der Wuth bei andern Hausthieren.

Die Merkmale, daß ein Stück Vieh, besonders Rindvieh, von einem wüthenden Hund gebissen, sind hauptsächlich folgende: Es frißt und saust auffallend weniger, wird scheu , sieht sich wild um, verträgt kein starkes Licht, spitzt die Ohren, geht auch wohl auf die Menschen los; reibt die Stelle, wo es gebissen wor­den, stark an etwas; geräth in Wuth beim Anblicke ei­nes Hundes, äußert solche aber gegen andere Thiere nicht. — Steigt die Krankheit, so wird das Vieh kreuz­lahm, geht mit Schwierigkeit, liegt meist, und scheut das Saufen. Beim Eintritte der Wuth springt es auf, wird von Zuckungen befallen, brüllt anhaltend mit weit gestrecktem Halse, geifert viel, beißt in die Raufen und Krippen, auch wohl sich selbst, und scharrt mit den Vor- derfüßen tiefe Löcher in die Erde.

Verhütung der Entstehung der Wuth bei Hunden und andern Hausthieren.

Man sorge, daß die Hunde nicht plötzlich aus der Kälte in die Hitze, oder aus dieser in jene kommen, sowie auch, daß sie vor der anhaltenden Emwirkung großer Hitze oder strenger Kälte gesichert sind. Das so gewöhnliche stete Liegen am heißen Ofen ist daher vorzüglich zu verhüten, auch das Hetzen und Jagen während großer Hitze zu meiden.

Man trage ferner Sorge, daß die Hunde stets hin­reichendes reines Wasser finden, daß sie weder blos Fleisch, noch verdorbenes Fleisch zur Nahrung erhal- ten, daß ihr Lager, ihre Hütten reinlich sind, und sie den Geschlechtsirieb befriedigen können.

Da bei alten Hunden (die über acht Jahre haben) die Wuth leichter entsteht, so muß man in Hinsicht ihrer hauptsächlich vorsichtig sein. Am sichersten ist es immer, sie zu todten.

Bissige Hunde, welche ohne besondere Veranlassung leicht böse werden und anfallen, sollen todt geschlagen werden.

Gar keinen Vortheil gewährt das Ausschneiden des sogenannten Tollwurms; denn ein Hund, bei dem diese Operation vorgenommen worden, kann bestimmter Erfahrung zufolge dessenungeachtet von der Wuth er­griffen werden.

Daß man vorsichtig mit dem Wegnehmen der Jungen bei Katzen sein müsse, ergibt sich aus dem, was oben über die Entstehung der Wuth gesagt wurde.

Maßregeln zur Verminderung des Vorkom­mens der Wasserscheu durch Ansteckung, und Vorkehrungen beim Vorhandensein eines wü­thenden oder der Wuth verdächtigen Thieres, um die Fortpflanzung derselben zu verhindern.

Da der Hund unter allen Hausthieren am meisten der Wasserscheu unterworfen ist, so wird diese traurige Krankheit in unserm Klima da oft vorkommen, wo viele Hunde sind. Jemehrvon ihnen sich an einem Orte be­finden, desto häufiger ist die Gelegenheit zur Entstehung und Verbreitung der Hundswuth.

Bloß durch Verminderung der Hunde ist die schreck­liche Wasserscheu selten zu machen. Es ist daher Sorge der Polizei, dem Halten unnöthigcr Hunde zu steuern, herrenlose wegzuschaffen, und überhaupt auf Beschrän­kung der Anzahl der Hunde durch zweckdienliche Ver­fügungen, durch Auflagen auf die Hunde rc. zu wirken, sonach die Gefahr, daß ein Mensch von der Wasserscheu befallen werde, zu verringern.

Ein wirklich toller Hund ist möglichst schnell zu tobten.

Die Stelle, auf welcher ein solcher ober ein ver­meintlich wüthender Hund getödtet worden, muß von dem etwa noch anhängenden Geifer ober Blute gerei­nigt werden. Man nimmt deshalb die Erbe obenher ab und'verscharret sie.

Ein nur im Mindesten verdächtiger Hund muß so­gleich getödtet werden, im Falle er noch keinen Men.

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