PoM^i l,W[1 $ achrichten.
Nr. 1Ö. Harrau am 10. März MßZA.
Bekanntmachung.
Die Verhaftung eines Taubstu in in e u b e t r.
78. Grünberg. Am 28. November v. T wurde zu Ermenrod, hiesigen Kreises, ein allein Anschein nach taubstummer Mensch — Alter etwa 64 Jahre, Statur 6' 6", Haare dunkelblond, Stirn sehr hoch, Augeubr. blond, Augen grau, Nase stark, Mund gewöhnlich, Bart blond (Schnurrbart), Kinn spitz, Gesickit länglich, bleich- Kenn;.: eine Narbe an der L Hand, eine desgl. an der l. Oberlippe, welche jedoch durch den Schnurrbart verdeckt ist, — wegen Mangel an Subsistenzmitteln und Lcgiti- matiouspapieren arretirt und uns aus dem Schub zugeführt. Derselbe vermag sich bei dem scheinbar besten Willen nicht verständlich zu machen, obwohl er mit Kreide den Namen „Fröhlich" schreibt und andeutet, seine Legitimationspapiere verloren zu haben. Eine von der Direktion des Taubstum- meninstituts in Friedberg Statt gehabte Vernehmung hat ergeben, daß derselbe den Eindruck eines wirklich Taubstummen auf dieselbe gemacht hat, wenn auch seine Geberdensprache ziemlich nothdürstig sei. Er hat daselbst zu erkennen gegeben, .daß er in seiner Jugend krank gewesen und dadurch taub geworden sei, daß er die Schule besucht und der katholischen Konfession angehore, daß er F r ö h l i ch heiße, 60 und etliche Jahre alt sei, nicht bettele, sondern mit Handarbeiten: graben, hacken, dreschen sich beschäftige, daß die Narbe au seiner linken Hand von einer beim Strohschneiden erhaltenen Wunde hcr- rühre, seinen Wohnort anzugeben ist derselbe aber nicht im Stand gewesen, da er für die in dieser Richtung aufgeworfenen Fragen kein Verständniß gehabt hat. Obwohl man mit verschiedenen Behörden znr Ermittelung der Heimath in Benehmen getreten ist, so waren doch die eingestellten Nachforschungen ebenso wie sonst Angeschlagene Wege erfolglos und haben nur ergeben, daß man hier offenbar keinen Verbrecher, sondern einen stets fleißigen Mann — was die Schwülen in seinen Händen beweisen — vor sich hat, der sich mir verirrt hatte. Behufs Ermittelung des Heimatsortes des Verhafteten werden deshalb sämmtliche Behörden des Jn- und Auslandes unter dem Erbieten zu Gegendiensten ergebenst ersucht, etwaige Auskunft über denselben baldgesälligst anher gelangen lassen zu wollen, da
mit die Haft dieses unglücklichen Menschen ein Ende nimmt und derselbe wieder in seine Heimath gelangt.
Grünbcrg am 20. Februar 1864.
Großh. Hess. KreiSamt.
C. Grafs.
Wird veröffentlicht.
Hanan am 5. März 1864.
Kurfürstliche PolizeÄrektiön.
Corne'liu s.
Vergehen mit Verbrechen.
79. Polizcidirektion 311 H a u a u. Angeblich entwendete Gegenstände:
Frankfurt a. Dk. Eine goldne Chliudcrühr mit Sprundeckel, guillochirt, Porz. Zifferblatt, gold- neu Zeigern, Messingküvette, läuft auf 4 Steinen, 35 fl. werth.
OffeNbach. 1h Eine silberne Chlinbcruhr mit Goldrand, schwarzen Zeigern, römischen Ziffern, silbernem Stanbdeckel, der Zahl 5070; auf dem Rückdeckel zwei tanzende Figuren cingravir-Z 2) Eine silberne Chlinderühr mit Spruugdeckel, schwarzen Zeigern, römischen Zahlen, geripptem Aeußeren, der Dir. 190 und in einem ^eckigen Polirten tidolz- kasten.
Spuren zur Ermittelung der Diebe und der gestohlenen Sachen — vor deren Ankauf gewarnt wird — sind entweder dahier oder der nächsten Polizeibehörde anzuzeigen.
Hanan am 9. März 1864.
Kurfürstliche Polizeidirektion.
Cornelius.
80. Hanan. Auf einem am Steinheinier Weg gelegenen Acker, der sog. Wickelschnur, ist in den letzten 14 Tagen ein Acpfelstämmchen entwendet worden.
Spuren zur Ermittelung des Thäters sind auf dem Stadthause anzuzeigen.
Hanau am 8. März 1864.
Der Oberbürgermeister
Cassia n.
A u s sM r e i b c n.
81 Frankfurt a. M. Am 29. Februar, Abends gegen 8 Uhr, wurde in der Nähe der Station Oberrad ein Mann von zwei Unbekannten angeblich übersatten, mißhandelt und seiner Uhr nebst Kette