Einzelbild herunterladen
 

807

verbinden; verbinden müssen unS auch insbesondere allgemeine Volksfeierlichkeiten, wie die heutige.

Die Kräfte unserer Seele und unsers Körpers müssen wir ausbilden, damit überall und stets das Unrecht, auch unter der Urne der Heuchelei, von uns erkannt — und das erkannte Unrecht mit Muth und Tapferkeit abgewehrt werde, damit wir forthin kein Sklavenjoch mehr aufnehmen, wozu selbst das elendeste Thier keinen Trieb hak!— Jeder arbeite in kleinen und aroßen Kreisen an des deutschen Volkes Kraft, Glanz und Größe! Die Väter müssen ihren Kindern, die Greise ihren Enkeln erzählen die schmachvolle Erniedrigung des Vaterlandes durch fremde TyraNnei, erzählen aber auch die Großthaten deutscher Helden alter und neuer Zeit gegen unsere Unterdrücker, damit durch alleS dieses Wiederkehr- die Zeit altdeutscher Herrlichkeit, und Bürgerglück herrlich blühe von einer Gränze bis zur ankern! — Anerkennen, dankbar anerkennen müssen wir eben darum auch eure Verdienste, anwesende Vertheidiger unseres Vaterlandes! Ihr habt mutbig— trotz des FeindeS tödtenden Blitzen, unsere Rechte verfechten, uu- sere Freiheit erkämpfen helfen. Wohl euch! Im eigenen Herzen tragt ihr schon den schönsten Lohn eurer Treue und eures Muthes. Aber das dank­bare Vaterland will, altdeutscher Sitte getreu — auch durch öffentliche Anerkennung eure Verdienste ehren.

In seinen Eichenwäldern, wo emü die deutsche Stärke und Größe geboren wurde, hat. e6 eurem Ruhme Kränze gewunden, und will sie als ein­fache Unterpfänder seines Dankes und seiner stol­zen Erinnerung an euren Edelmuth, durch meine Hand euch überreichen.

(Hier streckte erst der Redner seine Rechte über drei vor ihm liegende Eichenkränze auS und sprach folgende Worte:)' '

Zum Segen für Deutschlands Heldensöhne weihe ich diese Kränze im Namen meines Vaterlandes und Kraft meines Anus L

(Und fuhr dann fort.)

Nahet euch nun, ihr Stellvertreter der Eurigen und empfanget vom konkbaren Vaterlande diese Sinnbilder deutscher Gesinnung und Heldenkraft — daS Höchste, was es euch zu geben vermag.

(Jetzt traten die Stellvertreter, im Namen aller anwesenden VaterlankSvertheidiger, hervor, und stellten sich nahe vor die Red­nerbühne.)

Eö waren:

1) Herr Obristlieutenant von Vli.eS, im Namen des RegimentS Kurprinz.

2) Herr Rittmeister Ruprecht, im Namen der freiwilligen berittenen Jäger-

3) Herr Oberjäger Ström, im Namen der frei­willigen Jäger zu Fuß.

(Hierauf nahm der Redner einen Kranz nach dem ankern und begleitete jeden, beim Ueber- reichen nach obiger Ordnung, mit einem Sinnspruch, auf folgende Wckise:

ad t) Nur in der Einheir liegt die Starke!

ad 2) Dem Verdienst seine Krone; Untergang ker Lügenbrut!

ad 3) Vaterland und Freiheit — sind des Deut­schen Seligkeit!

(Hierauf fuhr er, den Blick gen Him> mel, fort:)

Aber auch euch, seligen Geistern, die ihr eure Hülle frühe auf dem Schlachtfeld, oder wo sonst, für unsere Freiheit verlassen habt — auch euch bringt das gerettete Vaterland auf seinem freien Boden heißen, thränenden Dank! Ihr seid ruhm­voll gefallen für das, Glück der Nachwelt! Ihr habt das höchste der menschlichen Loose gefunden — den Tod sür'S Vaterland! Lasset euch, wenn ihr an diesem hehren Abende von jenen seligen Welten niederschauct, auf eure feiernden Erdenbrüder — fasset euch Wohlgefallen den schwachen Zoll unserer dankenden Herzen! Oft wollen wir eurer gedenken in Liebe, um uns zu gleicher Hingebung für Un­abhängigkeit unseres Vaterlandes zu starken; be­sonders so oft unser heiliges Vaterlandöfest uns versammelt. —

Ja, auch dadurch (hier richtete sich wieder die Rede an die Versammlung) — lasset uns immer inniger in Einklang zusammentreten! Gewiß, das gefühlvolle Andenken an die Todten verbindet mehr die Lebenden zur Eintracht und Liebe! —

Nun so wollen wir unS Alle stets gegenseitig begeistern für Alles, was kas Vaterland betrifft.— Fern bleibe darum für immer die Alles verder­bende Selbstsucht, diese VaterlankSverraiberm! Fern seien immer ihre Kinder: der Neid und die Mißgunst, die Zwietracht, Ruhm- und Vergröße- rnngösucht, von den Herzen der Großen und Kleinen! Fern für immer die schläfrige Langsam- keit, die man den Deutschen so oft vorgeworfen hat! Schnell blitze des Deutschen Schwert , wenn ein Fremder unsern heiligen Boden frevelhaft be­treten will! WaS die Großen uns in diesen neuesten Zeiten als Muster der Treue und Ein­tracht gewesen sind — das stehe unauslöschlich eingezeichnet in den Herzen der Mit- und Nach­welt! — Und was die drei großen Monarchen, die Kaiser Alexander 1 von Rußland, und Franz II. von Oesterreich, und der König Friedrich Wil­helm III. von Preußen — auf jener Höhe .bei Leipzig thaten, als sie Botschaft vom Siege der guten Sache erhielten — o, das sei uns an diesem heiligen Abende heiliges Muster! — Sie ent­blößten in Ehrfurcht vor dem Allmächtigen ihre Häupter, beugten vor dem Allgegenwärtigen ihre Kniee und — beteten. — Jetzt feeern wir dieselbe