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eher Fälle sind dah-er in den meisten Staaten durch Verordnungen der Polizei fireng verboten. Diese er. greift die erforderlichen Maßregeln, um ein Vorkommen der Art möglichst unschädlich zu machen, verfügt die Borkebrungen zur Verfolgung und Erlegung des schäd- ' lieben Hundes, macht sein Vorhandensein in der gan- jen Umgegend bekannt, damit die Einwohner ihre Häuser verwahren, Vorsicht bei dem Aufenthalte ihrer Kinder im Freien anwenden und genaue Aussicht auf ihr Vieh haben könnend- Vor allem aber verordnet die Polizei das Anlegen aller Hunde, und das Todten eines - ^jeden frei umherlaufenden in der betreffenden Gegend während sechs bis neun Wochen.
Beschreibung der Wasserscheu oder Wuch beim Menschen.
Die Zeit, in welcher nach dem Bisse eines wüthenden Thieres die Wasserscheu Kei einem Menschen ein« tritt, ist unbestimmt. ES können nur einige Tage, aber auch, wie es sehr häufig der Fall ist, mehrere Wochen oder Monate dazwischen verstreichen, ja der Zeitraum vom Bisse an bis zum Ausbruche der Krankheit kann siele. Monate und bis zur Jahresfrist dauern. Mari will selbst Fälle beobachtet haben , daß das Gift Jahre lang unthätig im Körper schlummerte und endlich doch noch erwachte. Indeß gehören solche Beispiele zu den Seltenheiten, und ein Gebissener hat, wenn er nach der nöthigen Vorbauungskur binnen Jahresfrist keinen Anfall erlitten, nichts mehr zu fürchten:
Ist nun die Bißwunde entweder zugeheilt (und eine Wunde der Art heilt gern schnell zu) oder noch offen, so entsteht in oder an derselben eine juckende oder stechende Empfindung. Die noch nicht vernarbte Wunde entzündet sich, und nimmt ein übles bläuliches, bleifarbiges Aussehen an. Die geheilte Verletzung oder die Narbe beginnt zu jucken, zu stechen oder zu schmer. zen. Sie geräth in Entzündung, bliebt bisweilen aus, und es fließt ein dünner jauchiger Eiter, der bald ei
nen üblen Geruch bekommt, heraus. Die Entzündung und ziehenden Schmerzen der Wunde erstrecken sich in die umliegenden Theile, besonders aber gegen den Hals und Nacken hin.
Jetzt verliert der Kranke, welcher'oft vorher einige Zeit ungewöhnlich heiter, aufgeregt, überspannt und zu sinnlichen Genüssen aufgelegt gewesen, seine Munterkeit, wird mürrisch, nachdenkend, verdrießlich, mißtrauisch, träge, erschlafft, reizbar, unruhig, beklommen, erschrickt leicht, sucht die Einsamkeit, athmet beengt. Er hat einen unruhigen, durch schwere Träume gestör. ten Schlaf und Widerwillen gegen das Essen, ist angst, lieb, furchtsam, im ganzen Ansehen verändert, ermattet, niedergeschlagen, späterhin zornig, hat einen un« stäten, wilden, starren Blick, verzerrte Gesichtszüge, Spannung und Brennen in der Magengegend ;c.
Mit Ausbildung dieser Nervenkrankheit wird durch einen Krampf in den Schlmgwerkzeugcn das Vorstel- lungsvermögen des Leidenden so verändert, daß er einen Abscheu gegen alle Flüssigkeiten bekommt.
Anfänglich hat der Kranke bloß eine Beschwerde im Schlingen. An einer Stelle im Schlunde nämlich km psindet er einen gelinden Schmerz oder ein Gefühl von Verengerung) Es veranlaßt dieser Zufall Aengstlick keil, Lust zum Trinken und doch Furcht davor, Trieb zu wiederholten Versuchen und dann konvulfföis des Athmen, Ekel und Widerwillen gegen Flüssigkeiten, Räu" pern, Würgen, Brechen, Schmerzen im Magen: nd in den Därmen.
Immer größer werden diese krankhaften Erscbeinun' gen, die Beängstigungen steigen, das Aeußere des Kranken ändert sich, nimmt bald etwas Trauriges, bald etwas Wildes, Verzweiflungsvollcs an; die Augen sind starr, düster oder glänzend, feurig, die Stimme heiser , die Zunge hart und trocken, die Bewegungen hastig, das Reden rasch.
(Schluß folgt.)
Gedruckt und verlegt in der Buchdrucker« des vereinigten erränget. Waisenhauses.