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gen werden trüb, feucht und triefend, Ohren fund Schweif läßt er hängen. Bisweilen zittert und tau« melk er. Auf alles ihm Aufstoßende oder Angeboten» wirft er sich hin. Unbekannte fällt er an.

Diesen ersten Zeitraum, der bald nur 12 bis 24 Stunden, bald länger dauert, nennt man gemeinig-- ticb die stille Wut h. Der Biß und schon das Lecken mit derZunge an manchen Hauistellen von einem Hun. de in diesem Zeiträume bereits ist gefährlich, und «ehr zu meiden, denn es kann eine tödtliche Wasserscheu dadurch entstehen.

Ob nun gleich andere Hundekrankheiten ähnliche Zu­fälle erregen, die vorstehenden also noch keine Gewißheit geben, däß die Wuth ausbrechen weide, so wird doch ein Hund, bei welchem sich diese zeigen, der heranna- Kenden Tollheit höchst verdächtig, wenn gerade die Witterung sehr heiß oder strenge Kälte herrschend ist, wenn der Hund schlechte verdorbene Nahrung erhalten, oder es ihm an Wasser gefehlt hat, oder wenn er von einem tollen oder erboßken Hunde wahrsckeinlicherweise verletzt worden.

Zweiter Grad. Die erwähnten Zufälle steigen schnell. Der Hund wird trauriger, zornig bissig, knirscht mit den Zähnen; seine Augen sind trüber, das Weiße im Auge geböthet, ei hört auf kein Zinsen , auch nicht aus seinen Herrn, den er nicht mehr kennt; er flieht Jedermann, keuchend schnapp! er nach Luft Sein Aeußeres beweist seinen heftigen Durst, lechzend streckt er die Zunge aus dem stets öffnen rothen Munde, und doch scheut er jede Art von Getränk. Er kaut Die ge­schwollenen Lippen schäumen, und von der Zunge fließt ein zäher Speichel. Einige können den Mund nie schlie­ßen, bei andern ist er oft in krampfhaft beißen den Zusam. menziehungen begriffen. Der kranke Hund bellt selten und dann nur mit Heiserer, heulender Stimme. In stets wachsender Wuth versetzt er jedem sich ihm Nähern­den , oder auf seinem Wege Getroffenen, einen anstek- fenben Biß. Er trachtet seine Wohnung zu verlassen. Sein Umherlaufen ist anfänglich langsam, wird aber im Steigen der Tollheit schneller. Er senkt dabei den Kopf, sieht sich nicht um. die Obren und der Schwanz hängen, und letzterer ist oft (nicht immer) zwischen die Hinterbeine gezogen. Sein Lauf hält keine Ord­nung Er ist bald schnell, bald langsam, wie betäubt. Zuweilen lauft er eine Strecke gerade aus, dann kehrt er plötzlich um und lauft weiter. Sein Lauf hat oft eine bewundernswürdige Geschwindigkeit. Bei dem Anblick von Wasser oder von etwas Glänzendem, dem Wasser sehnlichem, flieht er meist in Eile und ängstlich davon. Diese Wasserscheu hat jedoch auch Ausnahmen, ist deshalb nicht ganz untrüglich. Denn es gibt Hunde, die während der Wuth ins Wasser springen und durch dasselbe schwimmen, ja Wasser saufen.

Gesunde Hunde scheuen den wüthenden schon beim Beginnen der Krankheit. Sie weichen ihm aus, wenn er ihnen begegnet, bellen ihn nicht leicht an und ver» folgen ihn nicht Können sie sich nicht vor ihm flüchten, so setzen sie sich doch gewöhnlich nicht zur Wehre, son­

dern legen sich zaghaft vor ihm nie her, suchen ihm zu schmeicheln, und lassen sich ohne Gegenwehr beißen. Wird der wüthende Hund in der Nähe von gesunden eingefperrt, so merkt man kiesin bald an, daß sie in Angst leben, sie bellen nur wenig.

Dritter und letzter Grad. Die Augen sind feuerroth, bald starr, bald wild sich drehend. Die Zun- ge hängt bleifarbig aus dem Munde. Jetzt wird der Hund durch die Mächtigkeit der Krankheit allmählig matter, sein Lauf langsamer, schleichend, wankend (be­sonders an den Hinterbeinen) und taumelnd. Die Haa­re sträuben sich, der Kopf senkt sich immer mehr, die Augen triefen häufiger von Wasser, die Zunge wird "schwärzlich, geschwollen, und der zähe Geifer im Mun­de stärker. DaS Thier schnappt nach Allein und beißt, was ihm porkommt, in daS Stroh seines Lagers, in seinen eignen Schweif, oder in seine Hinterbeine. Eine jede Berührung, zumal an der Schnautze, macht den Hund tobend. Spritzt man ihm Wasser in den öffnen Mund, so beißt er in den Wasserstrahl mit der größten Wuth und^tobt, schluckt aber nichts davon. - Er wüthet auch und verfällt in Zuckungen, wenn man ihm einen Spiegel vorhält, und noch mehr, wenn man die Son­nenstrahlen damit auffängt, und daS zurückgeworfene Licht auf die Augen richtet. Endlich fällt er öfters ent­kräftet zu Boden, hilft sich schwach wieder auf, und ath­met mit Beschwerde. Zuletzt entstehen Zuckungen, un­ter welchen der Tod gewöhnlich am vierten Tage nach ausgebrochener Wuth eintritt.

Sehr zu beachten ist; daß die Krankheit njchr immer alle die eben beschriebenen Grade durchläuft, daß nicht jederzeit gleiche Erscheinungen bei wüthenden Hunden wahrgenommen werden. Zuweilen verfallen die Hunde bloß in die stille Wuth, und sterben bereits im ersten Zeiträume der Krankheit, schon am feiten; drillen oder vierten Tage.

Der allein sichere, einzige Weg, um zu erfahren,. ob ein dcvWulh verdächtiger Hun d toll fei oder nicht, ist, ihn nicht umzubringen, sondern mit Anwendung aller Vorsicht, daß er 'JliemanO schade, in sorgfältiger Ver­wahrung so lange genau zu beobachten, bis man über die wahre Natur seines Zustandes Gewißheil erlangt hat.

Ist ein für wüthend gehaltener, oder als solcher doch zweifelhafter Hund, bereits gelödlet, so wird es höchst schwierig, zu entscheiden, ob er in der That toll war Im gemeinen Leben empfiehlt man die Probe, ein Stück Fleisch oder Brod an die Zähne und im Nachen des umgekommenen Hundes zu reiben, und dieses anderen Hunden vorzuwerfen. Zeigten sie einen Abscheu davor so wäre der in Frage siebende Hund wirklich von der Wulh ergriffen gewesen, aber nicht, wenn sie es fräßen. Eben so könne man die gebissene Wunde, im Falle der Hund, welcher sie versetzte, entlaufen fei, mit einem Stücke Fletsche reiben, und dann auf die eben erwähnte . Weise verfahren

Diese Versuche liefern indeß keine zuverlässige Be­weise , wie die Erfahrung gelehrt hat. Auch das sehr