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doch einmal Vorkommen, so ist's eine seltene AuS- t nähme!
2) Der rauhfüßige B n s sard (falco lagopus). Er unterscheidet sich vom Vorigen durch die biS zu den Zehen befiederte Läufe und den weißen Schwanz, der vor dem Ende eine dunkle oder mehrere schmale Binden hat Er ruft etwas höher und Heller tönend wie der Vorige und ist, da er im Norden wohnt, nur Winters, bis zum April hin, bei uns, macht sich aber während dieser Zeit so nützlich, wie jener, mit dem er häufig verwechselt wird.
3) Der W e sp e n fa l k (falcö apivorus). Der Zwi» schcnraum zwischen dem Schnabel und dem Auge ist mit dichtstehenden, abgerundeten Faden, der Mittelfuß nur mit kleinen Schuppen bedeckt, vorn aber bis zur Hälfte herab befiedert. Die Flügel lassen noch etwa 1 Zoll der Schwanzsplye unbedeckt. Die Nasenlöcher sind ritzförmig. Er ist schlanker als die Vorigen und hat einen länger» Schwanz. Seine Länge gleich 23—25 Zoll. Die Farbe des Vogels ist verschiedenartig; gewöhnlich aber einfarbig braun, oder braun mit weißgeflecktem oder weißem Unterkörper. Der Kopf ganz alter Männchen ist aschfarbig. Er nährt sich wie die Vorigen; vertilgt aber daneben eine Menge WeSpen, Hornisten, Hummeln und deren Nester.
4) Der Thurmfalke (falco tinunculus). Jener sehr bekannte und darum einer Beschreibung nicht bedürfende kleine Raubvogel, der gern aus einem Fleck in der Luft flatternd (rüttelnd) stehen bleibt und dabei „kli, kli, kli, fli!" ruft. Er fängt ebenwohl viele Mäuse und macht sich dadurch sehr nützlich. Mit den Tauben horstet er oft friedlich unter Einem Dach
Das sind die entschieden nützlichen Tagraubvögel, die aus alle Weise gehegt und gepslegt werden sollten. Noch andere vertilgen ebenwohl Mäuse; da sie.aber mehr junge Hühner, Tauben, Hasen, Rebhühner stoßen (wie D der Gabelweihe, Milan (falco milvus), so wollen wir ihnen daS Wort nicht reden Andre verursachen mehr Schaden als Nutzen, das thut der mordlustige Habicht (Hühnergeier, falco palumbarius), der erklärte Feind der Tauben, Hühner, Enten, Fasanen und aller möglichen kleinen Vögel, der Sperber (falco nisus), der namentlich den kleinen Singvögeln sehr nachstrebt und dessen größeres Weibchen auch Tauben, Rebhühner und Hofhühner stößt, der Edel falle (falco peregrinus), der niemals Säugethiere, aber Tauben, Red- u. Wild- Hühner fängt.
Am meisten .versündigt wird sich aber an den Nacht- raubvögeln. Wo man einer armen Eule habhaft werden sann, da wird sie ohne Barmherzigkeit getödtet und eS gibt doch kein Geschlecht unter den Raubvögeln, das so eifrig und nachdrücklich an Verminderung der Mäuse arbeitet, wie die Eulen, welche die Natur, indem sie ihnen den sanften »»hörbaren Flug verlieh, so recht dazu geeigenschaftet hat, die zur Nachtzeit vorzugsweise geschäftigen Mäuse zu erhäschen. Es ist besonders die Sch le i ere ul c (strix flammea), die nicht genug in Schutz genommen werden kann. Könnte die Schleiereule bei Tag jagen, so würde man sich durch den Augenschein davon überzeugen, wie groß die Masse der von ihr gefangenen Mäuse ist Hat sie Junge, so bringt sie ihnen alle 10—12 Minuten eine MauS. Daö Gewölle der Schleiereule (die von ihr auögespieeuen Haarballeu) enthält oft die Knochen von 6—7 Mäusen. Es ist überflüssig, die Eulenarten besonders aufzuführen. Sie sind sämmtlich nützlich und daher zu schonen und zu schützen. Nur der einzige ll.h u, der in unsern Gegenden nur selten vorkommt, ist bein Wildstand nach- theilig, da er Hasen und junge Rehe angeht.
Auch die Vögel auS der Ordnung der Krähe »artigen müssen gegen die gewöhnlichen Verfolgungen in Schutz genommen werden; so die Saatkrähe (corvus frugilcgus); wohl thut sie zuweilen an den keimenden Saaten einigen Schaden, doch nur, wenn sie keine thierische Nahrung, ihre Hauptkost, findet, und diesen Schaden macht sie dadurch, daß sie eine Unzahl von Engerlingen, Schnecken, auch Mäusen ic. vernichtet, wieder gut. dasselbe gilt von der sehr nützlichen Dohle (corvus moncduia).
Was den Kolkraben (corvus corax), den g e- meiNenRabeN (corvus corone), die E l st e r (corvus pica) betrifft, so sind auch diese eifrige Mäusevertil- ger; leider! vernichten sie aber eine Menge Nester der nützlichen kleinen Vögel. Zudem geht der, übrigens bei »»^ nur seltene Kolkrabe junge — und wie mau sagt — in Gemeinschaft mit andern seines Gleichen selbst alte Hasen an.
Wir sagen eS noch einmal, schonet und schützet diese eure Bundesgenossen und Gehülfen. Machet sie euch dienstbar in starken Haufen. Zürnet ihnen nicht gleich, wenn sie sich ihren geringen Lohn von den Gütern nehmen, die sie euch schützen und,darum vermehren helfen. Sie säubern das ganze Jahr hindurch eure Aecker und bringen viel vor sich. Ihr allein, ohne diese Buudesgenossea, seid mit euern künstlichen Mitteln nicht im Stand, die Feinde eurer Saaten zu ver- nichten-
(Schluß folgt.)
Gedruckt und »erlegt in bet Buchdrucker« bei »«reinigten evangel. MaiienL-uie»