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mit leichtem Boden, wo man sonst eben keine Mäuse kannte, in solcher Unzahl verbanden, daß dieselben eine wahre Landeskalamität zu werden drohen.

Wie empfindlich die Verluste sind, welche dem Landwirth durch die Mäuse zugefügt werden, das ist bekannt. Ohne Zweifel ist der in hiesiger Gegend im Allgemeinen so ungenügende Ausfall der dies­jährigen Erndte schon zum Theil den Mäusen zuzu- schreiben; beispielsweise mag bemerkt werden, daß kürzlich im Calenbergischen auf einer mit Loggen und Bohnen bestellt gewesenen Fläche von 8 Morgen hinter dem Pfluge 45 Hinnen Roggen und Bohnen auS den Mäusclöchern zusammengelesen wurden.

Daß aber die Gefahr, welche der nächstfälligen Erndte droht, noch größer ist, wird einleuchten, wenn man erwägt, wie ungeheuer rasch sich die Mäuse vermehren.

ES thut daher dringend Noth, daß die Landwirthe sich zu einem ernsten Kampfe gegen kiesen Feind erheben; sie zu diesem Kampf zu erwecken, ist der Zweck diese« Mahnruf«.

Bei dem Umfang, den die Kalamität bereit« ge­wonnen hat, kann em Einzelner, selbst eine einzelne Ortschaft wenig thun; es müssen vielmehr möglichst alle Ortschaften der heimgesuchten Gegenden gleich, zeitig den BertilgungSkrieg beginnen, sie dürfen die Mühen und Kosten nicht scheuen, welche ihnen dar- auS erwachsen werden; die gebrachten Opfer werden reichlich wieder einkommen.

Die Mit'el, welche zur Vertilgung dieses Unge- ziefers gewöhnlich angewankt werken, das Fangen derselben in Fallen aller Art, in Bohrlöchern, in Töpfen, das Vergiften durch vergiftete Körner, durch Phosphorpillen und PhoSphorbrei, sind bekannt; kei- neö derselben mag unversucht bleiben. ES mag nur bemerkt werden, daß das Vergiften durch Phosphor- brei nach neueren Erfahrungen besonders rmpfeh» lenSwerth sein soll.

Es werden von nicht gedroschenem Stroh die Stürzenden in handlange Stücke geschnitten, in Phospborbrei getaucht und werden dann 1 bis 2 Stück dieser Stoppeln in die Mäuselöcher gesteckt. DaS Verfahren ist sehr einfach. Die mit dem' Ge­schäft beauftragte Person nimmt in die eine Hand einen Topf mit dem PhoSphorbrei, während sie die

Strohspiere in einem andern Behälter tragt und beim Ueberschreiten des Ackers in den Brei taucht und in die Löcher steckt. Das Verfahren ist nach 4—6 Tagen zu wiederholen, wobei dieselben Stroh­spiere abermals benuyt werden können; Man wird dann schon eine Masse todter Mäuse finden. Der PhoSphorbrei kann von jeder Apotheke gegen Aus­stellung des vorschriftsmäßigen Schein« bezogen wer­den. Wird der Brei in größeren Quantitäten bestellt, so werden die Apotheker gewiß gern geneigt sein, denselben zu bedeutend ermäßigtem Preis abzugeben; die Stromeyer'sche Apotheke zu Hannover hat sich bereit erklärt, da« Pfund de« PhoSphorbreie« für 8 gr. zu liefern. Zweckmäßig wird e» sein, daß in jeder Ortschaft eine zuverlässige Person die Be­stellung, Beziehung und Vertheilung ke» Phosphor- breit» übernimmt.

Fernerweit ist die thunlichste Schonung des Raub­zeugs, als der Füchse, Wiesel, Raubvögel K., die bekanntlich die natürlichsten Feinde der Mäuse sind, dringend zu ratben, und mögen alle Jäger und Jagdberechtigte ersucht sein, sich de« Erlegen« de« Raubzeugs im Interesse der Landwirthschafr zu ent­halten. —

Wir fordern daher alle Landwirthe auf, möglichst rasch — kenn im Verzug ist tie größte Gefahr — den Verttlgungsktieg zu beginnen; möge Jeder in seinem Kreise zu gemeinsamem energischen Handeln aufrufen gegen einen Feind, der bei fernerer Echo- nung den Wohlstand der Landwirthe zu untergraben im Stande sein möchte.

Rinteln am 16. Oktober 1861.

Der Schaumb. Landwirthschassverein-

(Wochenblatt für die Grafschaft Schaumburg 1861, R'. 42.)

Berichtigung.

Im vorigen Wochenblatt ist auf Seite 72 >, Bekannt«.

7, statt Kurfürst!. Polizeidirektion „Kurfürst!. Leihbank- dicektion" zu lesen; vesgl. auf Seite 730, Bekanntm. II, statt Kurfürst!- Landrathsamt „Kurfürst!. Polizeidirektion."

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei

dc» vereinigten evangel. Waisenhause».