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910. Nauheim. Nach dahier gemachter Anzeige ist gestern Abend gegen 6 Uhr dem Weißgerber Heinrich Friedrich Müller aus Friedberg auf dem Rückwege dahin, ohnweit der hiesigen Sa- line, von einem mit dunkelfarbiger Kappe, der­gleichen kurzem Oberrock und Beinkleide bekleidet gewesenen, nach Ansehen ca. 25 Jahre alten Manne mittlerer Statur, gewaltsam die nachbe­schriebene Uhr nebst Kette, Petschaften rc. ent­rissen und geraubt worden.

Beschreibung der Uhr nebst Kette, Petschaften und U h r s ch l ü s s e l:

eingchâusige goldne Repeliruhr alter Faoon, mittlerer Größe, mit silbernem Zifferblatts, schwar­zen Zeigern (wahrscheinlich von Stahl) und rö­mischen Ziffern, deren unterer Deckel, auf welchem sich in der Mitte eine kreisrunde Stelle mit aus­laufenden Strahlen eine s. g. Sonne dargestellt ist, sich durch einen Druck am Bügel mittelst einer Sprungfeder öffnet; unter diesem eine Kapsel von gelbem Metall mit dem Schlüsselloch der Uhr, welche rückwärts ausgezogen wird und durch Ein­schieben des Bügels Viertel - und ganze Stunden schlägt.

Die an der Uhr befindliche Kette ist eine kurze stark gearbeitete s. g. Erbskette und an dieser be­findlich zwei goldne Petschaften, alter Faeon, mit rothen Steinen (zum Siegeln), sowie einen der­gleichen großen Uhrschlüssel, ebenfalls mit rothem Stein und Haken (zum Anhängen der Kette an die Weste).

Nauheim am 27. Oktober 1856.

Kurfürstliche Pvlizeiverwaltung.

G l e i m.

911. Hanau. Am 18. Oktober d. I. wurden aus dem Lokale des geselligen Vereins dahier drei Billardbälle (weiß, gelb und rorh) entwendet.

Hanau am 22. Oktober 1856-

Der Unterstaatsprokurator. Duysing.

912, Polizeidirekrio n zu Hanau. Angeblich entwendete Gegenstände:

Hanau. Am 23. d. M- aus einem Privat­hause ein großer Shawl, rorh, dunkelblau, grün und weiß karrirt, mit Franzen von derselben Farbe.

Ginn heim. Am Vormittag des 23. d. M. vom Bleichplatze in einem Privatgarten ein flâch- seneè Mannshemd, G. Z. gez., ein lederlemeneS deègl. ohne Zeichen, ein flachsrneS Frauenhemd, A. K. 6 gez., ein lilla kattunener Frauenrock, blau geblümt, und eine braun kattunene Nachc- jacke.

Spuren zur Ermittelung der Gegenstände, vor deren Ankauf gewarnt wird, sowie der Die- be, sind hier oder der nächsten Polizeibehörde anzuzeigen.

Hanau am 29. Oktober 1856-

Kurfürstliche Polizeidirektion. Cornelius-

913. Polizeidirektion zu Hanau. Am 18- d. M. sind auö einem hiesigen Privathause ein Paar Frauenschuhe von schwarzem Tuche, mit Le­der besetzt, entwendet worden.

Spuren zur Ermittelung der Schuhe vor deren Ankauf gewarnt wird sind hier oder der nächsten Polizeibehörde anzuzeigen.

Hanau am 28. Oktober 1856.

Kurfürstliche Polizeidirektion. Cornelius.

Fabndungsschreiben und Steckbriefe.

914. H om berg. Alle Justiz- und Polizeibehörden werden ersucht, den JustuS Roppel aus Kirch­hain , bei Hersfeld , im Betretungsfalle verhaften und mittelst Gendarmerie-Verbindungspatrouille anher abliefern zu lassen.

Homberg am 13. Oktober 1856.

Kurfürstliches Justizamt.

Bernha r d. vt. Fuß.

915. Fulda. Alle betreffende Behörden werden ersucht, den wegen Landstreicherei im vierten Be- tretungsfalle dahier in Untersuchung befangenen Konrad Dorn von Uttrichshausen, 36 Jahre alt, im Betretungsfalle verhaften und anher abliefern zu lassen.

Fulda am 23. Oktober 1856.

Der Staatsprokurator.

Morchutt.

916. Homberg. Alle Justiz- und Polizeibehör­den werden ersucht, folgende Personen, alS:

a) Johannes Raude 's Sohn Johs. von Verna, b) Johannes K u r t H von Oberhülsa,

c) Heinrich Mergard von Völkershain,

im BetreiungSfalle verhaften und mittelst Gen- darmerie-Verbindungöpatrvullle anher abliefern zu lassen.

Homberg am 20. Oktober 1856.

Kurfürstliches Justizamt.

Bernhard. vt. Fuß.

9l7. Gel nhau se n. Die 15jâhrige schulpflichtige Elisabeth Franz von Somborn hat sich von Hause ohne Legitimation entfernt und treibt sich wahrscheinlich vagabundirend umher.

wird deshalb ersucht, dieselbe im BetretungS- falle zu verhaften und anher abzullefern.

Gelnhausen am 21. Oktober 1856.

Kurfürstliches LandrathSamt.

, Für den Landrath :

Ulrich, k. A.

918. O r b. Kaspar Zi n kan ledig, Hessischer Un­terthan von Mittelsinn, welcher wegen Verbre­chens der öffentlichen Gewaltthat hier in Unter­suchung steht, hat sich von seinem Wohnorte heim­lich entfernt und sein Aufenthaltsort konnte nicht ermittelt werden.