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In Gemäßheit der im §- 14 des die Besteuerung der Hunde und die Verminderung der Gefahren der Hundswuth betreffenden Gesetzes vom 31. Oktober 1833 enthaltenen Vorschrift wird folgende / r. ^ q j 3 @ ’

Belehrung über die Wasserscheu bei Menschen und Thieren

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(Fortsetzung aus Nr. 24 d. Bl.)

Dritter und letzter Grad. Die Augen sind feuerroth, bald starr, bald wild sich drehend. Die Zun­ge hängt bleifarbig aus dem Munde. Jetzt wird der Hund durch die Mächtigkeit der Krankheit allmählig matter, sein Lauf langsamer, schleichend, wankend (be­sonders an den Hinterbeinen) und taumelnd. DieHaa- re sträuben sich, der Kopf senkt sich immer mehr, die Augen triefen häufiger von Wasser, die Zunge wird schwärzlich, geschwollen, und der zähe Geifer im Mun­de stärker. Das Thier schnappt nach Allem, und beißt, was ihm verkommt, in daS Stroh seines Lagers, in seinen eignen Schweif, oder in seine Hinterbeine. Eine jede Berührung, zumal an derSchnautze, macht den Hund tobend. Spritzt man ihm Wasser in den öffnen Mund, so beißt er in den Wasserstrahl mit der größten Wuth und tobt, schluckt über nichts davon. Er wüthet auch und verfällt ist Zuckungen, wenn man ihm cfnen Spiegel vorhält, und noch mehr, wenn man die Son­nenstrahlen damit auffängt, und das zurückgeworfene Licht auf die Augen richtet. Endlich fällt er öfters ent­kräftet zu Boden, hilft sich schwach wieder auf, und ath> met mit Beschwerde. Zuletzt entstehen Zuckungen, un, ter welchen der Tod gewöhnlich am vierten Tage nach ausgebrochener Wuth eintritt.

Sehr zu beachten ist, daß die Krankheit nicht immer alle die eben beschriebenen Grade durchläuft, daß nicht jederzeit gleiche Erscheinungen bei wüthenden Hunden wahrgenommen werden. Zuweilen verfallen die Hunde bloß in die stille Wuth, und sterben bereits im ersten Zeiträume der Krankheit, schon am zweiten, dritten oder vierten Tage.

. Der allein sichere, einzige Weg, um zu erfahren, ob ein der Wuth verdächtiger Hund toll sei oder nicht, ist, ihn nicht umzubringen, sondern mit Anwendung aller Vorsicht, daß er Niemand schabe, in sorgfältiger Ver­wahrung so lange genau zu beobachten, bis man über

Natur seines Zustandes Gewißheit erldhgt hat. ur wehend gehaltener, oder als solcher doch zweifelhafter Hund bereits getödtet, so wird es höchst schwierig, zu entscheiden, ob er in der That toll war. ^m gemeinen Leben empfiehlt man die Probe, ein Stück Fleisch oder Brod an die Zähne und im Rachen deS umgekommenen Hundes zu reiben, und dieses anderen Hunden vorzuwersen. Zeigten sie einen Abscheu davor, so wäre der m Frage stehende Hund wirklich von der Wuth ergriffen gewesen, aber nicht, wenn sie eS fräßen. Eben so könne man die gebissene Wunde, im Falle der Hund , welcher sie versetzte, entlaufen sei, mit einem

Stücke Fletsche reiben, und dann aus die eben erwähnte Weise verfahren

Diese Versuche liefern indeß keine zuverlässige Be­weise, wie die Erfahrung gelehrt hat. Auch das sehr gefährliche Oeffnen eines solchen Hundes thut in dieser Hinsicht nichts Bestimmtes dar, und aus dem Befun­de desOeffnens des todten Thieres läßt sich durchaus aus die Statur des da gewesenen Nebels kein sicherer Schluß ziehen- Meist findet sich zwar bei tollen Hun­den der Rachen, die Luftröhre, der Schlund, der Magen und ein Theil der obern Därme entzündet, aber auch an­dere Ursachen als die Wuth können diese Erscheinungen hervorbringen.

Nach den sehr werthvollen Beobachtungen des Dr. Hertwig zu Berlin über die Hundswuth werden die tollen Hunde häufig nicht wa sse r sck e u, saufen viel­mehr und schwimmen durch das Wasser. Sie ziehen den Schwanz nicht ein und haben keinen Schaum vor dem Munde. Tolle Hunde— sagtHertwig — sind unruhig, fressen nicht oder wenig, fressen Holz, Torf, Leder, Hundskoth tc.; lecken Wasser; sind verstopft, haben eine heulende, heisere, ängstliche Stimme, sind bissig; schnappen nach Fliegen, ohne daß solche gesehen werden. Bei der stillen Wuth hängt dev Unterkiefer herab, die Zunge heraus.

Zufälle der Wuth bei andern Hausthieren.

Die Merkmale, daß ein Stück Vieh, besonders Rindvieh, von einem wüthenden Hund gebissen, sind hauptsächlich folgende: Es frißt und sguft auffallend weniger, wird scheu , sieht sich wild um, verträgt kein starkes Licht, spitzt die,Ohren, geht auch wohl auf die Menschen los; reibt die Stelle, wo eS gebissen wor­den, stark an etwas; geräth in Wuth beim Anblicke ei­nes Hundes, äußert solche aber gegen andere Thiere nicht. — Steigt die Krankheit, so wird das Vieh kreuz­lahm, geht mit Schwierigkeit, liegt meist, und scheut das Saufen. Beim Eintritte der Wuth springt es auf, wird von Zuckungen befallen, brüllt anhaltend mit weit gestrecktem Halse, geifert viel, beißt in die Raufen und Krippen, auch wohl sich selbst, und scharrt mit den Vor- versüßen liefe Löcher in die Erde.

Verhütung der Entstehung der Wuth bei Hunden und andern Hausthieren.

Man sorge, daß die Hunde nicht plötzlich aus der Kälte in die Hitze, oder aus dieser in jene kommen, sowie auch, daß sie vor der anhaltenden Einwirkung großer Hitze oder strenger Kälte gesichert sind. Das so