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22.
Cin billiges und doch theures Mittel gegen Frostbeulen.
Ein Hühneraugenschneider in München, der sich auch mit der Behandlung von Frostbeulen und anderen Fehlern der Füße besaßt, verkauft und ver,endet eine „Frosttmktur", womit die Frostbeulen täglich Überfüllen werden sollen. Sind die Beulen offen, so wird erst ein Pflaster aufgelegt und dann die Tinktur angewandt, damit diese nicht in die offene Wunde gelangt.
Diese Tinktur befindet sich in zwei Zoll langen, kaum ein Quentchen fassenden Gläsern und besteht in einer farblosen Flüssigkeit, welche, nach den damit unternommenen Untersuchungen von :c. Dr. Wittstein, eine höchst konzeutrirte wässerige Auslösung von Zinkvitriol ist. Die Auflösung muß in warmgesätligtem Zustande in die Gläser gefüllt worden sein, denn sie ist mit zahlreich spiessizen Krystallen untermengt. Der Preis eines Glases ist 15 Kr., sein wirklicher Werth kaum 1 Kreuzer.
Dieses Mittel, welches IN die Reihe der Gifte gehört, wird kein Einen helfen, dem Andern nicht. Wer es bis WM Frühjahre gebraucht und dabei mit der, bei Anwendung von Giften nöthigen Borsicht verführ, kann darauf rechnen, von den Frostbeulen befreiet zu werden. Jedenfalls gehört das Mittel, von dem Berfertiger bezogen, bei'anhaltendem Gebrauche zu .den kostbaren. (S- Wiltstein'S Bierteljahreschrift für prakc. Pharmazie, 836/111. Hft. 2. S- 278).
23-
' Selterwasserpulver.
(Poudre Fevre.)
Unter diesem Namen wird ein Geheimmittel in den Handel gebracht, wie folgende Ankündigung ausweist:
Poudre Fevre (Selterwasserpulver), zu haben in Berlin bei Felir und Komp., einzige und ausschließliche Depositum für die Preußische Monarchie und die Zollvereinöstaatcn.
Unter den neueren Erscheinungen im Gebiete des ssanzosstchen Kommissairefaches dürfte wohl keine mit dem Nüylüden in so hohem nnrt.vr ^"""H"' 016 dies Mit dem von uns NN- Pvrtuien Poudre- Fövre der Fall ist. — Dasselbe h/g Ä^?«» Selterwasser herzustellen, fdten^S Sp^ ^"'Wmackeü sowie seiner diäti- T^,?,t Weise der Selterwasser nachfkeyn Die höchst bequeme, einfache Buberei- ungetreue und die große Qekonomte welche dässe b zumal bet fortgeleytem Gebrauche, darbie et haben h.er, ebenfo wie. in ganz Frankreich vielfach G
kennung gefunden und es wird das Poudre-Fövre von den berühmtesten hiesigen Aerzten an die Stelle des gewöhnlichen Selterwasser verordnet.
Wir verkaufen das französische Originalpaquet, für 20 Flaschen berechnet, zu 15 Sgr., so daß eine Flasche auf 9 Pfennige zu stehen kommt.
Jedes Paquet enthält 40 Pulver, 20 in weißes und 20 in blaueS Papier eingeschlagen. Eine Selterwasserflasche wird mit Brunnenwasser gefüllt, zuerst ein weißes, dann ein blaues Pulver hineinge- schüttet und die Flasche sogleich fest verschlossen. Nach 10 Minuten hat man dann ein schön mous- sirendes Selterwasser u. s. w.
Dr. Bley hat diese hvchgepriesenen Pulver untersucht und gefunden, daß die einen aus 60 Gran gröblich zerriebener, schmutziger Weinsäure und die anderen aus 60 Gran anderthalb kohlensaurem Natron bestehen.
Jeder wird einsehen, daß damit teilt Setter- Wasser nachgebildet werden kann.
Der Berfernger des Pvudre-Fvvre in Pazis soll Rey heißen. (S. Archiv der Pharmazie, XLVIII, 280, und Jahresbericht über die Fortschritte der Pharmazie :c. VI. Jahrgang, S. 130 und 131);
24.
Pate de Cimara.
Unter dem Namen „Pate de Cimara" ist ein Geheimmittel zum Schwarzfärben der Haare im Handel, vor dessen Ankauf und Anwendung gewarnt werden muß, da es nach der Untersuchung von Sigmund in 2 Loth 6 Quentchen und 54 Gran Aeßkalk, 54 Gran Bleiweiß (kohlensaures Bleioxyd) und 11 Gran Bleiglatte (Bleioxyd) enthält. (S. Frzedregch über die HandelS- und Gewerbsobjekte. Ansbach 1853, S- 210).
25.
Krüsi - Altherr's Geheimmittel gegen Brüche.
Seit einigen Jahren veröffentlicht ein Herr Krüst - Altherr in den deutschen Zeitungen und Lokalblättern die nachstehende
„wichtige Anzeige für Brnchleidende."
„Der Unterzeichnete, schon mehrere Jahre aus- . schließlich mit Heilung von Unterleibsbrüchen beschäftigt, dessen überraschende Proben alles bisher in diesem Fache Geleistete übertrifft, halt eS für Menschen- und Christenpflicht, dieses sichere Heilmittel auch dem entfernteren Nebenmenschen bekannt und zugänglich zu machen. Es werden heutzutage für alle nur möglichen Krankheiten Heilmittel angeboten, bei dessen Gebrauch der Leidende oft bitter getäuscht wird; um jedoch die Bruchleikenden von der Wirkung meines Heilmittels zu überzeugen, kann bei der Expedition ...... ein Schriftchen mit einer großen Anzahl Zeugnissen gegen eine kleine Entschä-