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Ist die XaSfcbneiöung gleich nach dem Bisse gesche- ben, und ist sie vollständig verrichtet worden, so bedarf es nach dem hinreichenden Ausbluten der Wunde nichts als das Einlegen von Charpie, und das Verbinden mit Salben, um eine gehörige Entzündung und Eiterung hervorzubringen.
Sind mehrere Tage nach erlittener Verletzung verflossen , oder ist die Bißwunde schon länger vernarbt, so kann doch die Ausschneidung gemacht, nur muß nachher noch die Blutung befördert, die Wunde mit einer Auflösung des ätzenden Laugensalzes oft ausgewaschen , und dann durch eine höchst gesättigte Auflösung dieses Aetzmittels eine heftige Entzündung, brandige Zerstörung der Wundfläche und starke Eiterung erregt werden.
Findet die Ausschneidung wegen Häufigkeit der Bißwunden , oder wegen der Gefahr, wichtige Theile zu zerschneiden, oder wegen der Verstümmelung des Kran, ken nicht Statt, so ist das bloße Erweitern mir dem Messer durch Einschnitte und Auswaschen der Wunden sowie eine aufmerksame Behandlung derselben mit Aey> laugesalz anzuwenden.
Zn der ganzen Zeit vom Bisse an bis zum Äusbruche der Wasserscheu kann die Ausschneidung und Aetzung der Wunde oder Narbe vorgenommen werden.
Während der Behandlung der Bißwunde hat der Verletzte alle heftige Anstrengungen und Arbeiten zu meiden, sich mäßig zu bewegen, und leichte, nicht zu nahrhafte, besonders Pflanzenspeisen zu genießen, aller erhitzenden Dinge aber sich sorgfältig zu enthalten, und in nicht zu heißer Temperatur zu bleiben.
Uebrigens müssen vorzüglich bei dem Gebissenen Muth und Heite-keil erhalten, alle niederdrückende Ge. wüthsbewegungen, Aerger, Schrecken, Kummer, vermieden , und eine sehr geregelte Lebensart vom Kranken geführt werden.
Weigert sich ein Gebissener, ärztliche Hülfe anzuneh. men, so hat die Polizei das Recht, ihn, um die übri- 6en Einwohner vor der Gefahr der Wasserscheu zu schützen, auf viele Wochen in eine Wohnung zu verbannen, und unter strenge polizeiliche Aussicht zu setzen
Ganz gleich sind Vorsicht, Verhalten und Behandlung bei der Bißwunde von einem tollen, wie von einem der Wuth nur verdächtigen Hunde, bei der von einem in die wahre Wuth verfallenen, sowie von einem bloß vermeintlich wüthenden andern Thiere. In den le^t Ah Fällen ist also bei einem Menschen, der gebissen oder begeifert worden, eben so zu »erfahren; als fei es von einem tollen Hunde geschehen. Selbst Bißwunden von in der heftigsten Leidenschaft versetzten, sehr gereizten Thieren sind auf ähnliche Weise zu behandeln. Verfahren und Vorsichtsmaßregeln bei einem wasserscheuen Menschen.
Ist die Wasserscheu bereits ausgebrochen, so richtet gewöhnlich keine Kur etwas aus, der Kranke stirbt und
man kann höchstens lindern. Da indeß doch eine Mög, liebfeit zur Rettung da ist, so muß alles dafür aufgeboten, und dem behandelnden Arzte in seinen Bemühungen keine Hindernisse entgegengesetzt werden.
Der Wasserscheue wird mit möglichster Schonung und Vorsicht in einem Zustande erhalten, worin er nie, manden schaden kann.
Die innerliche Behandlung, sowohl zur Vorbauung als zur'Kur, muß allein dem Arzte überlassen bleiben, Es gehört hierher die Anwendung der durch die Erfahrung am meisten bewährten Mittel, der Belladonna, des Quecksilbers, MaiwurmS, der spanischen Flieg«, des flüchtigen Alkalis (der lauen Bäder, des Glühst- sens auf der Bißstelle).
Zu einem in Wasserscheu verfallenen Menschen dürfen nur die Personen kommen, die schlechterdings zu seinem Beistande erforderlich sind. Niemand darf sich einem solchen bejammernswürdigen Unglücklichen mehl nähern, als es gerade Noth thut. Wer ihn berührt, darf keine Verletzung an den Händen haben, und muff sich sogleich mit Sorgsamkeit waschen,
Alles, was in der nächsten Umgebung des Kranken gewesen, was er während seines Leidens berührt hatte, muß, damit das furchtbare Uebel nicht auf andere Menschen übertragen werde, zerstört, verbrannt, vergraben oder ausgeglüht werden, wie Betten, Kleidungsstücke Geschirre tc. Die Bekleidungen der Wände aber sind zu zerstören, oder diese selbst mit frischem Kalke zu überziehen. M
Ein an der Wasserscheu Verstorbener wird, seb-ü- der nicht sehr zweifelhafte wahre Tod offenbar ifl^w vorzüglich, ohne abgewaschen und angckleidel zu wn> den, in einem gut »erpichten Sarge, tiefer als gewöhnlich , beerdigt. Hanau am S. Juni 1854.
Kurfürstliche Regierung.
Gold- und Silberkours.
der Börse zu Frankfurt a. M. vom 8®. Ium (Schluß der Borst).
an
18541
Neue Louisd'or . • Pistolen . . - ditto Preuß. - •
Holl. lO-fl.-Stücke . Rand-Dukaten . • 20 Frankenstücke . . Engl. Sovereigns - Gold al Marco . . Preuß. Thaler . • 5 Frankenthaler . . Hochhaltig Silber . Preuß. Kassenscheine
. fl. iO 45.
. „ 9 35 % — 36% . „ 10 87^— 9% . „ 9 44 -
. „ 5 33 — 34
. „ 9 2571 — 26'*
. „ 11 44 — 46-
. „ 3*5 B.
. „ 1 477» - %• . „ 2 2074 — 21.
. „ 24: 32 — 34.
. „ 1 477i - %•
Gedruckt und verlegt in der Buchdruckern des vereinigten evangel. Warenhauses.