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107. Hana u. In der Nackt vom 28. auf den 29. v. M. sind dem Johann Heinrich Kühl thau zu Oberzell von dessen Boden mittelst Einbruchs ent« wendet worden:

1) ein Lack mit 3 Maß Gerste, H. K. gez.;

2) ein desgl. mit l Maß Korn, H. K. ^e^; 3) ein Maß Weizen; 4) 1| Maß Weizenmehl, und ö) 1 # weißgekämmce Wolle.

Hanau am 4. Februar 1853.

Der Unterstaatsprokuraror.

Eberhard, t. A.

108. Birst eiii. In der Nachr vom 1. auf den 2. D. M- sind dem Johannes Uebel Nr. 7 und Heinrich Walter von Fischborn vom Boden ihres Wohnhauses mittelst Einbruch» entwendet worden :

l) ein Achtel Korn; 2) li Achtel Gerste; 3) ein Achtel 14 Lechter Hafer; 4) 10 Lechter Weizen, und 5) 6 Sacke.

Spuren, die zur Entdeckung des ThäieiS oder zur Wiederherbeischaffung der entwendeten Gegen­stände fuhren können, bittet man alsbald dahier oder bei der nächsten GerichtSstelle anzuzeigen.

Birstein am 2. Februar 1853.

Kurfürstliches Justizamt.

v. R a u.

109- Frankfurt a. M.

Belohnung von 500 fl.

Sonntag den 0. Februar d. I., Morgen» kurz nach halb zehn Uhr, wurde ein Raubmord an dem ledigen hiesigen Bürgerssohn und Handelsmann, auch Lvtlene-Uncerkollekteur Siegmund Schwarz- fchilb, in seinem Zimmer bei Bäcker Pflug in der Fahrgasse, der Schnurgasse gegenüber, dahier verübt. Die Wunden deuten auf schneidende und stechende Instrumente.

Verdacht fällt auf zwei Leute, deren Signale­ment vorläufig erhoben wurde, wie hier unten folgt, und die sich um die angegebene Zeit in das besagte Haus, auch bald wieder heraus begaben.

Demjenigen, der einen sicheren Nachweis über den oder die Thäter zu liefern, oder durch eine erhebliche Anzeige deren Habhaftwerdung zu ver­anlassen vermag, wird eine

Belohnung von 500 fL hierdurch zugesichert.

Zugleich werden alle resp. Behörden ersucht, auf die Signalisirten fahnden rc.

Frankfurt a. M. am 7. Februar 1853-

Peinlich Verhöra m t.

Signalement:

Nr. 1. Ein schmaler großer Mann von circa 26 Jahren, mit dunklen Haaren, Schnurrbärtchen upd schmalem Gesicht. War bekleidet mit einem dunklen guten Oberrock, schwarzem rundem Hut, offener Weste und gutem Hemd.

Nr. 2. Ein kleinerer, vielleicht etwas jüngerer Mann, mit hellem Haar und röthlichem Gesicht.

Dieser war bekleidet mit einem Hellen, etwa» bräunlichen Oberrock, dunkelbrauner Kappe, offe­ner Weste und gutem Hemd.

Geraubt wurde eine bleierne Sparbüchse, nicht angestrichen, mit eisernem Anhängschlößcken, wo­rin etwas über 100 fl. in Lilber, Gold und Pa­piergeld.

Fahnvungsschreiben und Steckbriefe.

110. Bockenhei M. Alle betreffende in- und aus­ländische Behörden werden dienstergebenst ersucht, den hierunter signalisirten Peter S ch a d aus Flieden, welcher eines in der Nacht vom 29. auf den 30. November v. I. zu Sulzbach verübten ausgezeichneten Diebstahls dringend verdächtig ist, im Betretungsfalle verhaften und an unterzeich­nete Stelle abliefern zu lassen.

Bockenheim am 31. Januar 1853. Kurfürstliches Justizamt.

Henkel.

vt. Wohlgemuth.

Signalement:

Alter circa 23 Jahre, Größe 5' 3", Statur schlank, Gesichtsfarbe gebräunt, Gesichtsform läng­lich, Haare blond, Augen grau, Augenbraunen blond, Mund dick, Lippen gewöhnlich, Stirn hoch, Nase spitz, Kinn rund, Zähne gut. Be­sondere Kennzeichen: Narbe am linken Bak- ken in der 'Nähe des Ohr».

111. Mainz. Rosa Hugo, Dienstmagd von Alt­dorf, Großh. Bad. Bezirksamts Ercenheim, mit einem Heimathschein und einem Dienstbüchelchen versehen, verübte am 12. Dezember v. I. zum Nachtheil ihrer früheren Dienstherrin, Wittwe Kessel dahier, einen Kleiderdiebstahl im Betrage von über 90 Fl. und zwar in Verbindung mit einer bis jegt unbekannten Mannsperson. Hugo hat sich sofort nach Begehung des Diebstahls von hier entfernt und ist ihr gegenwärtiger Anfenhalrs- ort b>» jetzt noch nicht zu ermitteln gewesen.

Alle in- und ausländische Civil- und Militair- behörden werden ersucht, auf genannte Hugo und eine in deren Gesellschaft befindliche verdäch­tige Mannsperson zu fahnden, sie im Betretungs­falle dem Unterzeichneten vorführen und die in deren Besitz mit Beschlag zu belegenden Effekten zu kommen zu lassen.

Mainz am 1. Februar 1853.

Der Großherzogliche Untersuchungsrichter: Dr. Schmidt.

Ungefähres Signalement von Rosa Hugo:

Alter 25 bis 28 Jahre, Größe 6 Fuß, Statur gesetzt, Haare dunkelblond, Stirn breit, Augen- braunen schwarz, Augen dunkel, Nase und Mund breit, Lippen dick, Zähne gesund, Kinn breit, Ge­sichtsfarbe gesund, Gesichtsumriß rund.