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3» der deutschkathvlischen Gemeinde.

Den 19. Dezember. Ernst Friedrich Traudt, Bür­ger und Wertführer alt 28 J. 8 M.

In der israelitischen Gemeinde.

Den 15. Dezember. Karl Fuld, Goldarbeiter, deS Handelsmanns Majer Fuld, S., alt 27 I. Den 16- Dezember. Hanne, des verlebten Seifen­sieders Wolf Moses Una, nachgelassene Wittwe, geb. Maaö, alt 75 J.

Gemeinnützige Nachrichten.

Zusammenstellung verschiedener Mittel zur Vertilgung der Ameisen.

(Fortsetzung und Schluß aus Nr. 51 d. Bl.)

u) Um sie schnell zu vertreiben, wird auch folgendes Mittel empfohlen: Man läßt ein Viertel Pfund Schwe­fel in einem irdenen Topfe bei gelindem Kohlenfeuer schmelzen, mischt etwas Weinstein uns 3 — 4 Loth Kochsalz darunter und rührt diese Masse so lange, bis sie roth wird. Dann gießt man sie auf ein mit Was­ser ^»gefeuchtetes Brett, damit sie kalt wird. Hernach stößt man diese Masse in einem Mörser, schüttet sie in ein Glas, gießt Wasser darauf und laßt sie so lange stehen, bis sich das Wasser gefärbt hat. Mit diesem Wasser besprengt man sofort die Ameisenhaufen, und die Ameisen werden in kurzer Zeit verschwinden.

v) Die großen Feldameisen (formicae herculaneae), als natürliche Feinde der übrigen Ameisen, kann man auch gegen die formte» rubra in den Gärten gebrau­chen. Man hole nämlich einen Sack voll großer Wald­ameisen und lasse sie im Garten laufen. In kurzer Zeit werden sie alle Gartenameisen vertrieben haben. Sie selbst fügen den Bäumen keinen Schaden zu.

w) Von den Wiesen kann man die Ameisen vertrei­ben , wenn sie bewässert werden.

x) Da die Ameisen sehr gefährliche Bienenfeinde sind, so muß man sie auf jede nur mögliche Weise davon ab- zuhalten suchen. Vorzüglich ist es nöthig, daß man in der Nähe der Bienenstöcke keinen Ameisenhaufen dulde. Man begebe sich daher Abends, wenn die Sonne bereits untergegangen ist, oder Morgens, ehe sie aufgeht, hin­aus und stampfe die Ameisenhaufen, wenn alle Bewoh- ner noch darin versammelt sind, mit schweren Schlegeln

fest zusammen. Auf diese Art werden wenige oder gar keine von den darin befindlichen Ameisen mit dem Le­ben davon kommen.

y) Man kann auch die Bienenstöcke vor den Ameisen dadurch beschützen, daß man Lumpen mit Eingeweiden von Fischen beschmiert, dieselben an der Sonne trocken werden läßt und sie unten an den Stock bindet, woran sie nicht hinaufkriechen können. Ferner kann man Asche um die Bienenstöcke streuen, oder die Bretter um den Stock herum mit Kreide oder getrocknetem Kaffeesatz be­streichen.

z) Die in den Häusern sich aufhaltenden Ameisen tobtet man durch eine geringe Mischung von Schwefel und Zucker, welche man in flachen Gefäßen an den fraglichen Orten aufstellt, oder auch durch auf gleiche Weise vorgesetztes, klein geschnittenes und in Schierliugs- kraut abgckochtes Fleisch; oder dadurch, daß man gro­ben trockenen Flußsand am Fuße der Mauer, wo sie durchkommen, und zwar in- und auswendig, einen Zoll hoch herumstreuet; oder daß man Thran oder Spicköl auf Löschpapier gießt und umherlegt, oder daß man hier und da Büschel von Wermuth hinlegt. Aus Kirchen und solchen Zimmern, in denen sich nicht oft Menschen aufhalten, vertreibt man sie am Besten mit Kampher, dessen Geruch sie durchaus nicht vertragen können, und den man, mit Spiritus angefeuchtet, möglichst fein pul- verisirt umherstreut.

Hier nun unser vielfach erprobtes Mithel, alle im Garten sich befindenden Ameisen in kurzer Zeit wegen-' fangen:

Man grabe irdene, inwendig sehr glatte glasirte Schüs­seln an die Orte, wo sich Ameisen befinden, in den Bo­den ein, so daß der Rand der Oberfläche des Grundes gleich ist; dann beschmiert man circa 2 Zoll von oben innerhalb der Schüssel etwas Honig oder nassen Zucker an, um die Ameisen zu locken. Die Ameisen sammeln sich in kurzer Zeit utn diese Schüsseln, kriechen an den Honig und fallen hinein, um ihr Schicksal in Gesell­schaft abzuwarten, denn an der glatten Wand kommt keine mehr herauf. Man hat dann nur nöthig, jeden Morgen die Schüsseln in stießendes Wasser oder sonst an einen schicklichen Ort auszuleeren und neuerdings wieder einzugraben, wodurch man in 4 bis 6 Tagen im Stande ist, alle Ameisen in der nächsten Umgebung bis auf die letzte Eine wegzurangen, was von besserem Erfolge ist, als dieselben mittelst anderer Mittel auf der Stelle zu vertilgen.

(Pfälzische Gartenzeitung J? 16 de 1848.)

Gedruckt und verlegt in der Buchdrucker« des vereinigten evangel. Waisenhauses.