Polizeiliche Nachrichten.
Nr. 51. Hanau am 18. Dezember
S^SS.
Vergehen und Verbrechen.
568. H a n a u. In der Nacht zum 5. d. M. sind dem TabackSfabrikante» I. Schenk taxier 1163 fl. 19 kr. mittelst Gewaltanwendung entwendet worden.
Nach näherer Feststellung besteht die Summe:
1) in Einihaler-, Eingulden-, Halbgulken-, ^- u.
^ - Thalerstücken , Sechsbäxnern, Silbergroschen und Kreuzeistücken rc., sowie Kronen- thalern und Holländischen 2^ - Guldenstücken;
2) in einfachen und doppelten FnedrichSd'ore, Dukaten, 20 Franke -, Holländischen 10- und 5« Guldenstücken;
3)j in Preußischen und Kurhessischen Kassenscheinen von 1 und 5 Thalern, sowie Darmstädter und Badischen Scheinen, und endlich drei O e st e r r e ich i sch e n 1 0-Kre uzersch einen, und wird bemerkt, daß das Silbergeld theilweise in blauen und grauen Rollen, das Gold in einem Blechbüchschen und das Papiergeld in zwei Le- derbrieftaschen, wovon die eine mit einem Haken- schloß versehen, sich befand, auch ein sehr stark beschnittenes 3 9 Kreuzerstück (| Krone) mitentwendet ist.
Hanau am 13. Dezember 1851.
Kurfürstliches Justizamt II Reu l.
Begl.: Pflügen
569. . Gelnhausen. Dem Stadtschreiber Cordus zu Wächtersbach ist in derNacht vom 27. auf den 28. v. W. aus feinem bei dem Oberthor befindlichen unverschlossenen Stalle eine Gans, mit grauen Federn auf dem Rücken und am Halse, im Werthe von 1 fl., entwendet worden.
Gelnbausen am 1. Dezember 1851.
Kurfürstliches Landrathsamt.
Schmidt.
570. Gelnhausen. In der Nacht vom 4. auf den 5. d.M. ist auf einem Acker in der Gemeinde Eidengesäß ein junger Apfelbaum abgeschnitten und entwendet worden.
Gelnhausen am 9. Dezember 1851.
Kurfürstliches Landrathsamt.
Huck.
571. Wiesbaden. Zu Anfang dieses Monats, wahrscheinlich in derNacht vom 4. bis 5. Dezember d. I., wurden aus einem Gewölbe deö Herzoglichen Landesarchivs zu Jdstein mittelst Cin-
bruchS und Einsteigens folgende Gegenstände entwendet:
1) von dem Ehevertrag des Höchstseligen Herzogs Wilhelm von Nassau, als Erbprinzen, mit der ersten Gemalin, Luise, Prinzessin von Sachsen-Hildburghausen, den 23. Juni 1813, dasjenige Exemplar, welches für die Nassauischen Eltern bestimmt war, auf Pergament geschrieben, theilweise mit Fraktur, inFolioformat, wie ein Buch in blauen Sammet gebunden, und auf beiden Außenseiten ein goldner gekrönter Nassauischer Löwe, mit Goldfäden gestickt; an blutrothen seidenen Schnüren hingen sechs silberne und außen vergoldete Kapseln, worin die resp. Siegel der am Ende eigenhändig unterzeichneten 6 Pa- ziszenten sich befinden, mit 2 goldnen und 2 silbernen Quasten;
2) aus einem zweiten für den Bräutigam bestimmten Exemplare von den seidenen Schnüren abgeschnitten und au dem Ende derselben hangend, sechs bloß silberne, nicht vergoldete, Kapseln ganz gleicher Art, mit Quasten;
3) vier Stück silberne Denkmünze», darunter ein Exemplar vergoldet, bei Gelegenheit der Aufhebung der Leibeigenschaft im Jahre 1812 geprägt, auf der einen Seite eine ganze Figur der Nassovia, mit der Umschnft: „den weissesten und besten Landesfürsten das dankbare Herzogllium Nassau,“ auf der anderen Seite mit der Inschrift in der Mitte: „Denkmal der aufgehobenen Leibeigenschaft und vollzogenen Steuerausgleichung unter der Regierung Friedrich 1., Herzogs, und Friedrich Wilhelm, Fürsten zu Nassau. MDCCCXII.“ Alles in römischer Quabrat- schrist, wie die obige Jahrzahl (ein fünftes Exemplar haben die Diebe mit dem Futteral liegen lassen);
4) von älteren Nassau-Dillenburgischen Münzen folgende Stücke: a) einen Dukaten von Fürst Heinrich zu Nassau-Dillenburg, de 1688, b) einen Thaler, worauf die Brustbilder der im Jahre 1681 regierenden fünf Fürsten: Joh. Franz zu Nassau-Siegen, Heinrich zu Nassau- Dillenburg, Wilhelm Moriz zu Nassau -Siegen, Heinrich Kasimir von Nauffau-Diep und Franz Alexander zu Nassau-Hadamar, de 1681, c) einen Thaler von Fürst Heinrich zu Nassau-Dillenburg, de 1683, d) eine Münze