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Frankfurt - Hanauer Eisenbahn - Gesellschaft.
Im Anschluß an unsere Bekanntmachung vom 18. v. Mts., die Einführung neuer reglementarischer Bestimmungen und Tarife am 1. Januar 1872 für den gesummten Lokalverkehr unserer Bahn betr., bringen wir zur Kenntniß der Interessenten, daß Reglement und Tarife bei unseren Güterexpeditlonen und Stationen einzusehen und zum Preise von 30 kr. Per Stück käuflich zu erhalten sind.
Frankfurt a. M., am 23. Dezbr. 1871.
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Handlung stets vorräthig.
CXnber Waisenhaus-Buchhandlungsind stets
Ab- ötZuqangs'Anmeldungen> zum Preise von 3 Pfennige für 2 Stück vorräthig.
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Ankunft u. Abgang der Kahnzug vom V Novbr. 1871 ab.
Bebra-Hanauer Eisenbahn.
Von Hanau nach Bebra: 6 U. 35 M. Vorm. (mit 1., 2., 3. und 4. 61.), 8 U. 45 M. Vorm. (mit 1. und 2.61.), 12 U. 18 M. Vorm. (mit 1., 2., 3. und 4. 61.). Nachm. 3 U. 10 M. (mit 1„ 2. 3. und 4.61.), 7 U. 53 M. Nachm. (mit 1. und 2. 61.), 10 U. 25 M. Nachm. (mit 2., 3. und 4. 61.).
von Bebra (Ankunft in Hanau): 8 U. 5 M. Vorm. (mit t. und 2. 6t.), 11 U. 10 M. Vorm. (mit 1., 2., 3. und 4. 61.), 4 U. 34 M. Nachm. (mit 1., 2., 3. und 4. 61.), 7 U. 35 M. Nachm. (mit 1. und 2. 61.), 8 U. 55
Frankfurt Hanauer Eisenbahn. Die mit • bezeichneten sind Schnellzüge.
Bon Hanau nach Frankfurt: Vorm. *4 U. 56 M., 6 U. 25 M., *8 U. 5 M., 8 U. 55 M., 11 U. 45 M.; Nackm. »1 U. 23 M., *4 U. 26 M., 4 U. 51 M.f *7 U. 35 M , *8 U. 2 M., 9 U. 13 M., 9 U. 50 M.
Von Frankfurt nach Hanau: Vorm. 5 U. 55 M., *7 U., 7 U. 30 M., *8 U. 18 M., *11 U., 11 U. 25 M.; Nachm. *1 U. 30 M., 2 U. 40 M., 4 U. 50 M., *7 U. 28 M., 9 U. 10 M., *10 U. 15 M.
Von Hanau nach Aschaffenburg: Vorm. *7 U. 22 M., 8 U. 20 M., *11 U. 22 M.; Nachm. *1 U 52 M., 3 U. 15 M., 5 U. 50 M., *10 U.
37. M
Von Aschaffenburg nach Hanau: Vorm. *4 U.
20 M., 8 U., 10 U. 45 M.; Nachm. 12 U.
40 M., *3 U. 50 M., *7 U. 25 M., 8 U.
20 M.
M. Nachm. (mit 1., 2., 3. und 4. 61.), 6 U.
25 M. Nachm. (mit 2., 3. und 4, Cl.)
Tarife.
Telegraphische Depeschen.
i. Im Jnternen-Verkehr. (Norddeutscher Bund.)
1. Zone (bis zu 18 Meilen) . . . 5 Sgr.
2. „ ( „ „ 52 „ ) .... 10 ,
3. „ (darüberhinaus b. z.ausl.Grenze) 15 ,
II. Im Vereins-Verkehr.
(Deutsch-Oesterr. Telegraphen-Verein) bis zu 8 Tax-Quadrate 8 Sgr. über 8 „ 16 „
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Vermischtes.
— Die Beziehungen Rußland zu Deutschland haben in den letzten Jahren manchem Diplomaten Kopfschmerzen gemacht. Es gibt nämlich eine ganze diplomatische Schule in Frankreich, England, womöglich auch in Oesterreich and Italien, die es als einen Glaubens-Artikel betrachtet, daß Rußland der geschworene Feind Deutschlands sei und nur auf den richtigen Zeitpunkt warte, um über Deutschland herzufallen, die Ostsee zu einem russischen Binnensee zu machen und auch so nebenher die Türkei einzustecken. Der letzte Krieg hat nun freilich diesen Glaubens-Artikel mächtig erschüttert; hätte Rußland wirklich so feindliche Pläne gegen Deutschland, so wäre ihm keine Gelegenheit zur Durchführung derselben günstiger gewesen, als der gewaltige Krieg, der Deutschlands Kräfte fast ganz nach Westen hin in Anspruch nahm und unsere Grenzen nach Osten hin ungedeckt ließ. Nun hieß es bei jenen Diplomaten: Ja, es ist richtig, der jetzige Czar ist ein Freund und Bewunderer des deutschen Kaisers; aber seine Gesundheit soll nicht die beste sein, jeden Tag kann ein Thronwechsel in Petersburg eintreten, und der Czarewitsch, der Thronfolger, ist ein Deutschenfeind und das ganze russische Volk brennt vor Begierde, über die verhaßten Deutschen herzufallen. Der Kampf zwischen Deutschland und Rußland ist also nur eine Frage der Zeit, vielleicht der nächsten Zeit.
Auch diese bösen Prophezeihungen verlieren täglich an Glaub, Würdigkeit. Mag der Großfürst-Thronfolger einst ein Deutsch en- Hasser gewesen sein —■ jetzt ist er es, guten Berichten zufolge, nicht mehr. Und was das russische Volk anbetrifft, so ist es richtig, daß es Jahre lang durch eine einflußreiche Presse gegen die Deutschen gehetzt worden ist, ohne eigentlich zu wissen, warum es Grund habe, uns zu hassen. Aber auch das hört in neuester Zeit auf. Die russische Presse nimmt eine freundlichere Sprache gegen Deutschland an, die Hetzereien verstummen und der Augenblick scheint nahe, in welchem Rußland zur Erkenntniß kommt, daß es im Innern genug zu thun habe und daß ein Krieg mit Deutschland ein sehr gefährliches Spiel fei. In der That liegt Rußlands ganze Mission und Aufgabe nach Osten, nach Asien hin. Dort kann es als Civilisator auftreten, dort kann es unendliche Gebiete für die europäische Kultur erschließen. Und nebenbei gibt es im Innern mancherlei sehr schlimme Schäden zu repariren. Die Bauernfrage ist noch lange nicht gelöst, und wer da hoffte, durch einen äußern - Krieg über innere Schäden fortzukommen, dürfte nur an das Schicksal Louis Napoleon's und Frankreichs denken!
Die einsichtigen Russen haben. längst diese Ansicht getheilt. Aber es-freut uns, zu sehen, daß diese Ueberzeugung sich nun auch in der Presse Bahn bricht. Die russische Presse besitzt großen Ein
fluß auf die Gemüther, das gedruckte Wort gilt namentlich in jenen Landen für unanfechtbar, und gibt erst die Presse ihre Hetzereien gegen Deutschland auf, so wird auch die letzte Mißstimmung gegen Deutschland bald schwinden und die Liebäugelet mit den Franzosen, auf welche die Letzteren so große Hoffnungen setzen, ein Ende nehmen. (Trib.)
— Straßburg, 19. Dez. Die „Straß. Ztg " schreibt: „So eben geht uns die Nachricht zu, daß dem Reichslande und speciell der Stadt Straßburg zwei neue Beweise des hohen Wohlwollens und der Fürsorge, welche die Deutsche Reichsregierung ihnen von erster Stunde der Wiedervereinigung an so reichlich bewiesen hat, zu Theil geworden sind. Die Gründung einer neuen Universität in Straßburg und die so vielen Interessen erwünschte und förderliche Erweiterung der Stadt sind genehmigt worden. Wir werden in diesen Blättern noch oft Gelegenheit haben, auf den großen materiellen und den fast unschätzbaren intellektuellen und moralischen Gewinn hinzuweisen, den die Geschichte des Reichslandes einst von dem Tage dieser beiden Gründungen an zu verzeichnen haben wird. Für heute nöthigen Zeit und Raum uns dazu, uns auf diese einfache Mittheilung des freudigen Ereignisses zu beschränken. Nur der Universität, der schönen Morgengabe, welche ein Reich seinen neuen Gliedern darzubringen vermag, sei noch mit dem Worte gedacht, daß voraussichtlich die besten und edelsten Kräfte des in dieser Beziehung ja so gern selbst von seinen Neidern anerkannten Deutschlands es sich zur Ehre und Pflicht rechnen werden, hier eine alte Schuld Deutschlands zu sühnen und einen alten Dank abzutragen. Deutschland hat nie vergessen, wie viel Herrliches und Schönes in früheren Jahrhunderten gerade das wenn auch zumeist durch Feindes Tücke, so doch auch nicht ohne eigene Schuld verloren gegangene Elsaß in seiner geistigen Blüthe und Höhe beigetragen hat."
— Im amtlichen Theile der Elsässischen Nachrichten, macht der Herr Kreisdirektor von Schlettstadt Folgendes bekannt' „Auf Anordnung des Herrn Ober-Präsidenten für Elsaß-Lothringen hat die General-Commission für Bombardementsschäden in ihrer heutigen Sitzung beschlossin, daß auch Körperverletzungen, die an Civilper- sonen durch Beschießung in dem bisherigen Bundesgebiet oder in Elsaß-Lothringen belegen er Orte, oder durch Brandlegung zu militärischen Zwecken in solchen Orten im Laufe des letzten Krieges Seitens des französischen oder deutschen Heeres verursacht worden sind, unter die Bestimmungen des Gesetzes vom 14 Juni 1871 fallen und entschädigt werden sollen. Zur Vorbringung etwaiger Entschädigungs-Anträge solcher Art wird deßhalb eine Präklustvfrist bis zum 1. Januar 1872 exklusive gewährt." (Cöln. gtga
gedruckt und verlegt in der Bnchdruckerei des vereinigten evangel. Waise-banseS.