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den A frikas und die fau ati sirten Volks Heere Gambetta's gab! Großartige Kriegserfolge fordern eben nicht allein einen großen Strategen, sondern auch eine großartige Ausführung für dessen Ideen. Es ist gut, Mollke sein, wenn man sich an die Spitze einer solchen Armee gestellt sieht,' ivenn man den Truppen, die um Unterstützung bitten, mit Ruhe sagen kann: -Ihr müßt euch noch ein paar Stunden allein halten!« und weiß, daß nun sich auch gehalten wird, ohne Murren, ohne Wanken, mit Stolz vielmehr und dem festen Willen, des Feldherrn Zuversicht auch zu verdienen. Da mag'S wohl eine Lust sein, zu befehlen, wo -Treu um Treue- so gehalten, Vertrauen so gesetzt wird an Vertrauen! Da ist wohl jeder General vor dem Verdacht des -Verratys« sicher, da schlingt ein festes Band um Truppen sich und Führer, denn einer ist ja wie der andere, sei's nun Müller oder Schulze, Werder oder Kummer, Manteuffel oder Gäben,' es thut Jeder seine Schuldigkeit!

Es ist aber nicht Mollke allein, es ist nicht minder Roon, ganz besonders aber Preußens greiser König und Preußens ganzes braves Volk, welch allen der Dank des deutschen Vaterlandes für die Herstellung und Erhaltung eines solchen KriegSheeres gebührt. M>hr als fünfzig Jahre hindurch trägt Preußen die allgemeine Wehr­pflicht und die dort mit derselben verbundenen schweren Lasten. Ja, um nicht blos militärisch, sondern auch politisch sofort -mobil« zu sein, hat es, außer der durch den -Militarismus verlorenen Arbeits­kraft,« auch noch ein baares Kapital von 30 Millionen Thalern un­verzinslich in seinem Staatsschätze deponirt, und c8 ist dabei kein reiches Land! In der That, welcher deutsche Stamm kann sich rühmen, gleiche Opfer für die endliche Besiegung unseres Erbfeindes gebracht zu haben! Und welche Genugthuung sind die jetzigenSiege für jene Männer, an deren Namen man zur Zeit des -Konfliktes« Schmähung über Schmähung knüpfte! Es ist und bleibt aber dock wahr, daß es Dinge giebt, von denen nicht Jedermann etwas versteht, und unter diese Dinge gehören auch die militärischen. Wehe Demjenigen aber, der dieses Wort vor drei Vicrieljabren noch im deutschen Süden auszusprechen wagte. Man erinnere sich doch für einen Augenblick — aber gern auch nur für einen Augenblick — der parlamentarischen Wochen, welche dem französischen Kriege in Bayern und Württemberg unmittelbar vorhergiagen. Hatte man sich, — besonders in Bayern, — schon einige Jahre vorher, so zu sagen, bis aufs Aeußerste gegen die bloße Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, die­ses unvergleichlichen Systems, gesträubt, das, wie es der glühend­sten Vaterlandsliebe seine Entstehung verdankt, ja zugleich eine dauernde Pflanzstätte für den echten Patriotismus bildet, und zur Spartanerschule für unsere Jugend geworden ist — hatte man in diesem System schon.die hellste -Verpreußung« gesehen, so galt es nun, gerade kurz vor Ausbruch des freilich kaum erwarteten Krieges, das Militärbudget durch eine wahrhaft sinnlose Beschränkung der Präsenzzeit, durch eine lächerliche Reduktion der Kavallerie u. s. w. auf einen absolut unmöglichen Gefrierpunkt Herabzudrücken Die besten Männer des Offizierstandes traten hervor, um mit aller Macht der Wissenschaft und Ueberzeugung gegen die Unfehlbarkeit der Hohen Kammer zu Protestiren — umsonst! -Wir wissen das besser!« war die Antwort. -Ihr wollt den -preußischen Milita- rismus«, und gerade dagegen, gerade gegen den -strammen Soldaten- und seinen bürgerfeindlichen Geist kämpfen wir an mit aller Macht!« Es bedurfte anderer Argumente, um solchen Starrsinn zu brechen — sie sind nicht ausgeblieben! Ist es aber nicht das Gefühl des Geret­teten, das. Aufathmcn des Glücklichen, der sich eben noch von einer entsetzlichen Gefahr bedroht, im nächsten Augenblick aber schon, wie durch ein Wunder, davor bewahrt sieht? Ist es nicht dieses Dank­gefühl gegen oben, das den deutschen Btann beschleichen muß, wenn er sich die Frage vorlegt: was wohl geworden wäre, wenn jene Theorie des Volkswohlstandes und des -Anti - Militarismus- erst Fleisch und Blut gewonnen, und jahrelang zu Recht bestanden hätte, ehe Frankreich bei uns anklopfte?

Fürwahr,dicKostenhabensichrcntirt, welche Preußen auf sein Heer gewandt, und ach, wie waren sie so klein dabei in manchen Dingen! Keine Primadonna Europa's singt um den wirklich bescheidenen Gehalt, für welchen Mollke unsere Schlachten leitet. Was haben Frankreichs Marschälle dagegen be­zogen und — geleistet! In der That, wo ist der Luxus, wo die Ueppigkeit im deutschen Wehrstande heimisch, wo findet man beschei­denere Verhältnisse als in seinen Kreisen! Was gäbe wohl Frank­reich, wenn es, statt seiner -Mobilen-, nur ein disziplinirtes Armee- Corps hätte? Und selbst die Schweiz mag in den letzten Tagen einige Zweifel über die absolute Vortrefflichkeit des Miliz - Systems gehabt haben. Um so treuer wollen wir an dem festhalten, was sich so herrlich bewährte,' vereint mit Preußens Volk, wollen wir die Opfer tragen, welche eine gute wohlgeschulte Wehrkraft heischt. Wenn Frankreichs erster Kaiser Preußens jetzige Armee zum Gegner gehabt hätte, möchte er wohl schwerlich zu einem Tilstter Frieden ge­langt sein. Das Deutschland von heute iß ja gerade die Reaktion auf des ersten Napoleon Zeit, und konnte freilich Wellingtons ent- behren, um Sedan zu schlagen. Wir haben auf eigenen Füßen stehen gelernt, und wissen, daß unser-Volk in W ff>n« uns vor jedem fremden Cäsar, die -allgemeine Wehrpflicht« aber vor dem innern Cäsarismus, und unserer Heere »stramme Zucht« nicht nur

vor äußern Feinden, sondern auch vor der -Kommune« zu Hause schützt.

An die zwei großen Lehren der Einigkeit und Wehrkraft, die stets und immerdar im deutschen Volke lebendig bleiben sollen, wenn eS der Zukunft ruhig entgegenblicken will auch für die fernsten Zeiten, an diese Lehren knüpfen sich von selber einige andere, nicht minder werthvolle, für denjenigen an, der nicht gedankenlos den Dingen folgt,' die um ihn her geschehen. Vor allem ist es der Consti- tutionalismus, welchen wir einige Niederlagen dann erUiren sehen, wenn seine Träger der Aufgabe nicht ganz gewachsen sind, welche schwere, aber dennoch große Zeiten an sie stellen. Es mag zu Anfang unseres Jahrhunderts das Volk gewesen sein, welches Deutschland, trotz seiner Fürsten, rettete; im g genwärtigen Kriege waren es die Fürsten, die dort und da sogar dem Volke zum Trutze Deutschland hoch erhoben. Wie Baywns Ludwig, gegen seiner Kam- mec Mehrheit, des Deutschen Reiches Einheit schuf, so war es Preußens König, welcher Deutschlands Schlachtschweit scharf cehielt und neu stets schärfte, trotz seines Landtags starrem Widerspruch. Fürwahr, es lag ein Segen in solchem Königthum, ein größerer als mancher Volkstribun uns je geschaffen!

Doch eine Mahnung auch scheint unS darin zu liegen, und eine ernste für daS Volk. Das Volk muß den höchsten Maßstab an den Bürger legen, der es vertreten soll, und dann nur kann eS dies, wenn selbst es stets »ack Aufschwung, nach eigener Erkenntniß, nach wahrer Bildung strebt. ES muß den Schwätzer vom Redner unterscheiden lernen, muß nicht nur glauben, muß sich auch überzeugen, da-f nicht andere allein zum Vormund über sich bestellen, »ein, muß endlich selber mündig werden, mündig vom Paricigetriebe. Auch hier ists nöthig, daß endlich jeder lerne »seine Schuldigkeit zu tdun!« Dann sann er sie getrost nun andern fordern, und von dem fordere er sie zuerst, der sich zum Führer aufwirst oder berufen glaubt.«

Deutsche Siegesfeier in Amerika.

Die glorreiche Wicdcrerstehung des deutschen Vaterlandes wird wohl nirgends so tief und lebhaft empfunden, wie unter den Deut­schen in der Fremde. Schon im Jahre 1866 schallte ein lauter patrio­tischer Jubel von jenseits der Meere herüber und begrüßte die neu entstehende deutsche Entwickelung als eine Bürgschaft des Ansehens und der Achtung für das deutsche Volk in allen Zonen. Wie sollte die Freude und der Stolz unserer Stammesgenosse» nicht noch unver­gleichlich größer sein, jetzt wo die deutsche Nation in ihrer Gesammt­heit unverwelllichen Ruhm errungen hat und wo zugleich das Deutsche Reich in ungeahnter Kraft und Macht neu erstanden ist.

Die Deutschen jenseits der Meere, in Amerika, in Asien und in Australien hatten ihre lebhafte Theilnahme an unsern Kämpfen und Siegen seit Beginn des Krieges durch die mannichfacken und theil- weise großartigen Beiträge zu den Liebesopfern für das Heer und seine Verwundeten bezeugt. Jetzt nach errungenem Frieden feiern die Deutschen in der Fremde überall mit uns die bereitsten Siegeserfolge.

Von den Deutschen in den Vereinigten Staaten Nordamerikas war der Ostermontag zur Feier des Friedensschlusses bestimmt. Ueber- aU waren große Vorbereitungen getroffen Word,»

Besonders in New-Uork ist die Feier in der glänzendsten Weise verlaufen und hat nicht blos auf die Deutsche», sondern auf die ge- sammte Bevölkerung den erhebendsten Eindruck gemacht.

Schon seit der Kapitulation von Paris hatten die Deutschen in New-Uork darauf gesonnen, den Sieg der deutschen Waffen und die Wiederkehr des Friedens durch eine große nationale Kundgebung zu feiern, um einestdeils dem Jubel der Herzen Ausdruck zu geben, andcrnthcils den Brüdern im Daterlande die Theilnahme an ihren großen Errungenschaften zu bekunden, um endlich auch der übrigen amerikanischen Bevölkerung den Beweis zu geben, daß die Deutschen in Amerika sich ihres Zusammenhanges und ihrer nationalen Würde bewußt sind. Es wurde beschlossen, einen großen Festzug zu bet am sta ten, in welchem Alleö zur Darstellung gelangen sollte, was deut­sches Schaffen in Wissenschaft, Gewerbe und Kunst in Amerika her- nerbringt und so ein Bild des deutschen Lebens im Kleinen vorzu- führen. Das ist denn über alles Erwarten gelungen und der Zug am deutschen Friedensfeste ist das Großartigste gewesen, was New- Nork in dieser Art je gesehen hat.

Das deutsche Quartier im Osten der Stadt prangte schon mehrere Tage vorher im Flaggen- und Guirlandcnschmucke. Die Bowery, eine breite Hauptstraße, war geziert mit den reichsten und charaitc- ristischsten Dekorationen. Zehntausend Wimpel wehten von den Häusern, wobei das Banner deutscher Einigkeit in jeder Richtung mit dem amerikanischen Sternenbanner untermischt war. Ueber die ganze Straße waren Triumphbogen aus Immergrün gespannt, und die Fußpfade zierten BoSquets aus Weinlaub. Am Margen des Fest- tages schmückten sich auch die Häuser der auf der Marschlinie des Festzuges liegenden Straßen. Ueber sehr vielen Hausthüren sah man schön ausgeführte, mit Lorbeern bekränzte Portraits Bümarcks und Moltkcs, sowie des Deutschen Kaisers und des Kronprinzen hängen, ferner eine Menge von Inschriften und Transparenten, ernsten oder launigen Inhalts. Ein Schneider hatte den preußischen Adler mit