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Für die ispaltige Garmondzeile oder deren Raum das erste Mal 3/i, die folgenden Male '/« Sgr.

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Knauer Kreisblatt.

Erscheint 'Mittwocks und Ssm^sgs.

ghferate für dieses Blatt mevocn außer bei der Expedition dieses Blattes au* bei der Jäger'schen Buck- Papier- u. Zandkarten-Haudlun- zu Frankfurt a. M. sowie bei E. Schlotte, Expedition für Zeitungs-Annocen in Bremen, und dem Annoncen-Bureau von Th. Dietrich Co. in Kassel entgegengenommen.

-M 13 Mittwoch, den 15. Februar. IS^i.

Auszug aus dem Amtsblatt.

Die am 8. d. M. ausgegebene Nr. 9 des Amtsblattes enthält eine Uebersicht derjenigen Preußischen Unteroffiziere und Mann­schaften der III. Armee, welche sich durch hervorragend tapferes Benehmen vor dem Feinde oder durch besondere Waffenthaten rühmlichst ausgezeichnet haben.

A u s z u g

aus der Uebersicht derjenigen Preußischen Unteroffiziere und Mannschaften der III. Armee, welche sich durch hervorragend tapferes Benehmen vor dem Feinde oder durch besondere Waffenthaten rühmlichst ausgezeichnet haben.

2. Hessisches Infanterie-Regiment Nr. 82.

Unteroffizier Friedrich Patt Holle in der Schlacht bei Sedan drei Verwundete, welche auf dem freien Felde neben bem Park von Floing, der von der Compagnie besetzt war, lagen, einen nach dem andern, trotz dichten Kugelregens hinter die Mauer des Parks.

Lazarethgehülfe Karl Wassermann hatte sich durch feine unermüdliche Thätigkeit schon während des Feldzuges rühmlichst hervorgethan; in der Schlacht bei Sedan zeichnete er sich besonders durch seine Kaltblütigkeit, mit der er im feindlichen Feuer den Verwundeten die richtige Hülfe leistete, Vortheilhaft aus.

Sergeant. T e s k e. In dem heißen Kampfe um den Wald von Garenne wurde die 2. und 4. Compagnie von einem so heftigen / Feuer empfangen, daß hier viele Leute fielen. Einzelne, die im Begriffe waren, zurückzugehen, ermuthigte der im Graben liegende, durch zwei Schüsse schwer verwundete Sergeant Teske dadurch, daß er, seine festigen Schmerzen nicht achtend, ihnen mit lauter Stimme zurief:Vorwärts, Vorwärts, die 82er gehen nicht zurück; Hurrah! Hurrah!" Am nächsten Tage war der Brave seinen Wunden erlegen. Die Compagnie hat in ihm einen in jeder Weise musterhaften Soldaten verloren.

Unteroffizier Wiethoff, Unteroffizier Koch. Die 2. Compagnie 82. Regiments erstürmte in der Schlacht bei Sedan die bewaldete Höbe von Floing. An der Waldspitze angelangt, sah man sich genöthigt, einen Augenblick zu rasten. Von hier aus erblickten die Unteroffiziere Wiethoff und Koch in einiger Entfernung einen Jäger-Gefreiten, der am Boden liegend, mit vier Fran­zosen um sein Leben rang. Ungeachtet der eigenen Erschöpfung und obgleich der Weg zu dem Verwundeten durch den dichten Kugel­regen fast unpassirbar war, scheuten die beiden tapferen Unteroffiziere keine Gefahr, um den bedrängten Kameraden aus seiner ent­setzlichen Lage zu befreien. Sie griffen mit aufopsernder Kühnheit die überlegenen Gegner an, tödteten einen derselben und nahmen zwei gefangen, während der vierte schleunigst die Flucht ergriff.

Feldwebel Patzak feuerte durch sein kaltblütiges Benehmen im heftigsten Granat- und Gewehrfeuer die junge Mannschaft in der Schlacht bei Sedan zum Ausharren an, war beim Vorgehen in dem heftigen Waldgefecht bei la Garenne stets der erste zur Seite seines Compagnie-Chefs.

Sergeant Kretschmer ging beim Vorgehen der Compagnie im Walde bei derselben Gelegenheit mit Feldwebel Patzak zugleich vor, befand sich im Hin- und Herwogen des Kampfes als einer der Ersten mit demselben allein, und gehorchte erst dem mehrmaligen bestimmten Befehle, zur Sicherheit der Fahne zurückzugehen, nachdem die in der Nähe befindlichen Mannschaften sämmtlich getödtet oder verwundet worden waren.

Musketier Hart man» that sich in derselben Weise bei derselben Gelegenheit hervor.

Unteroffizier Schäfer, Gefreiter Schütz waren ihren Leuten in der Schlacht bei Sedan stets weit voraus; zum Draufgehen anfeuernd, leiteten das Feuer ihrer Gruppen mit besonderer Ruhe und bewiesen sich auf Vorposten bei Paris als umsichtige und energische Patrouillenführer. '

Unteroffizier Klappert war durch sein kaltblütiges Benehmen bei Sedan besonders bemerkenswerth. Ein Granatsplitter zerfetzte ihm den Helm und verwundete ihn am Kopfe. Ohne seine Ruhe zu verlieren, untersuchte er die Wunde, verband sich die­selbe und nahm bis zum Ende am weiteren Verlauf der Schlacht Theil. Auf Vorposten that er bei Patrouillengefechten durch ruhiges, wohlgezieltes Schießen dem Feinde wiederholt Abbruch und bewies ganz besondere Tüchtigkeit und Energie, als die Feld­wache stark mit Granaten beworfen und verschiedene Mannschaften verwundet wurden.

Unteroffizier Sp annuth war in der Schlacht bei Sedan beim Ausschwärmen eines Zuges den Leuten stets weit voraus, zum Draufgehen auffordernd, und führte seine Gruppe mit besonderer Bravour. Bei der Gefangennahme einer bedeutend stärkeren feindlichen Abtheilung Kavallerie zeigte er große Kaltblütigkeit und wußte den geeigneten Moment im Verein mit einer hinzuge­kommenen Verstärkung zu benutzen, die Abtheilung gefangen zu nehmen.

~ Musketier Homburg. In der Schlacht bei Sedan avancirte Musketier Homburg im dichtesten Kugelregen und erhielt einen Schuß in eine Patrontasche, worauf sämmtliche Patronen explodirten und demselben beide Hände, Rock, Bart und Augenbraunen verbrannten. Derselbe ließ beim ersten Schreck sein Gewehr fallen und rief dem neben ihm gehenden Feldwebel Rose zu:Ach Herr Feldwebel, löschen Sie mich doch aus." Obschon ihn letzterer hierauf aufforderte, zurückzugehen, nahm er trotz der Schmerzen kaltblütig sein Gewehr wieder auf und avancirte weiter. Auch bei der Belagerung von Paris erwies sich derselbe als energischer und tüchtiger Patrouillenführer.

Musketier Peter Fuchs wurde während der Schlacht bei Wörth durch eine matte Kugel, die den gerollten Mantel in der Magengegend durchbohrte, in einen bewußtlosen Zustand versetzt. Als er zu sich kam, ging er sogleich wieder vor und fand einen