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Bom KriegsfchsrupLatze

Der militairische Mitarbeiter der „Schles. Ztg." schreibt „zur Krieglage" der „Cöln. Ztg." zufolge: „Die Kämpfe, welche General Werder in den Tagen vom 15., 16. und 17. d. M vor Belfort siegreich und ruhmvoll bestanden hat, und die von ganz außerge­wöhnlichen Erfolgen gekrönten Ereignisse an der Sarthe stehen strategisch in engster Wechselbeziehung; sie bezeichnen das Scheitern des großartigen und nicht ohne Genialität concipirtcn Operations­planes Gambetta's. Indem wir es versuchen, denselben in seinen Grundzügen zu skizziren, hoffen wir den Leser zu überzeugen, daß die französischen Armeen nicht nur eine Reihe verlorener Schlachten, sondern auch eine strategische Niederlage ersten Ranges zu registriren haben. Zuvörderst erinnern wir daran, daß die fran­zösische Armee nur das Eine Ziel im Auge hat, Paris zu entsetzen; es gilt, unsere im freien Felde stehenden Heere zu schlagen, über sie hinweg bis unter die Mauern der Hauptstadt vorzudringen und hier der Besatzungsarmee die Hand zu reichen. Die Initiative für die Operationen im freien Felde ist also in der Hauptsache auf fran­zösischer Seite zu suchen. Die Erreichung des vorgesteckten Zieles erwartete Frankreich hauptsächlich von seiner Loire-Armee. Die Nie­derlage, welche diese Armee in den ersten Tagen des Dezember bei Orleans erfahren hat, war keine vollständige; der gefaßte Plan blieb bestehen, nur hofften Gambetta und seine Rathgeber ihn durch eine veränderte Combination, in der die List ihre Rolle spielen sollte, sicherer zu realisiren. Als Gambetta den bei Orleans nach der oberen Loire hin abgedrängten General Bourbaki, der schon wenige Tage nach der Schlacht volle Freiheit der Bewegung hatte unv sich ohne jede Schwierigkeit mit seinen beiden Corps über Bourges unb. Tours an die hinter die Sarthe zurückgegangene Armee Chanzy's hätte anschließen können, nach Südosten dirigirte und gleichzeitig vor aller Welt erklärte, daß es sich darum handle, Belfort zu ent­setzen, das Elsaß zurückzuerobern, unsere Verbindunglinien zu durch­brechen, wohl auch gar in Süddeutschland einzufallen, hatte er zweifel­los nichts anderes im Auge, alö die deutsche Heerführung zu ver­anlassen, dieArmee Friedrich Karls durch starke Entsendungen zu schwächen. General Chanzy mußte sich wochenlang vollständig ruhig verhalten und sollte erst dann die Offensive ergreifen, wenn er annehmen durfte, daß ein großer Theil der Armee Friedrich Karls nach Osten abgerückt fei. Die Operation gegen Belfort, mochten ihr immer für den glücklichen Fall positive Zwecke vorliegen, hatte also im Grunde nur den Zweck einer Diversion, durch welche die Erreichung des Hauptzieles, des Entsatzes von Paris, gesichert werden sollte. So erklärt es sich denn auch, daß General Chanzy, als er am 6. d. M. (gleichzeitig mit dem Prinzen Friedrich Karl) zur Offensive über- ging, höchlich überrascht war, nicht nur, wie er erwartete, das Corps des Großherzogs von Mecklenburg, sondern die ganze zweite Armee sich gegenüber zu sehen. Die freimüthige Art, in welcher eine seiner nach Bordeaup gerichteten Depeschen seiner Enttäuschung Ausdruck gab, läßt keinen Zweifel darüber, daß auch Gambetta diesen Irrthum getheilt hat. Von den deutschen Truppen, die bei Orleans gefochten hatten, war kein Mann nach Osten dirigirt worden, sogar das 3. Armeekorps, welches Bourbaki anfänglich beobachtet hatte, war wieder an die Hauptarmee herangezogen worden. Die deutsche Heeresleitung hatte sich nicht überlisten lassen, und statt mit leichter Mühe Paris zu erreichen, endete das Vorgehen Chanzy's mit einer Niederlage, die ihm bereits die Hälfte seiner Armee gekostet hat, deren End- ergebniß aber noch gar nicht zu übersehen ist. — Jetzt blieb dem Feinde nur noch die Hoffnung, seine so pomphaft verkündete, aber nur zögernd ins Werk gesetzte Diversion im Osten zu einer Haupt­action gestalten zu können. Wo man bis dahin das Auftreten eines großen Theils der Armee Friedrich Karls erwartete, hatte man es jetzt nur mit dem Corps des Generals Werder zu thun; es schien also ein eclatanter Erfolg in unmittelbarer Aussicht zu stehen. Obgleich auch hier die deutsche Heeresleitung Maßregeln getroffen halte, um der von Lyon und anderen Theilen Frankreichs her wesentlich ver­stärkten Armee Bourbaki's eine ausreichende Macht gegenüber zu stellen, konnte es doch für den französischen General kein Geheimniß bleiben, daß die von Nordwesten her anrückenden preußischen Corps (das 2. und das 7.) noch weit genug entfernt standen, um die Möglichkeit offen zu lassen, den General Werder vor deren Ein­

treffen zu überwältigen. Ztt biejer Absicht erfolgten die Angriffe vom 15., 16. und 17. General Werder stand in verschanzter Stellung südwestlich von Belfort; wurde er überrannt, dann war wenigstens die genannte Festung entsetzt und eine Jnsurrection des südlichen Elsaß zu erreichen. Mit äußerster Spannung hat ganz Deutsch­land während der dreitägigen Heldenkämpfe des Werder'schen CorpS der Kunde vom Eintreffen wenigstens eines der heranziehenden Heer- theile geharrt; die Hoffnung, daß es diesem Corps allein gelingen werde, sich der stets wiederholten Angriffe einer vielleicht vierfachen Uebermacht zu erwehren, erschien fast vermessen. Und doch hat sich dieselbe erfüllt; in der Defensive hat deutsche Tapferkeit hier fast noch größeres geleistet, als seither in der Offensive. Schon in der Nacht vom 16. zum 17, ging der rechte Flügel Werder's, auf dessen Umgehung es abgesehen gewesen zu sein scheint, zur Offensive über und am Abend des folgenden Tages sahen wir den Feinst im vollen Rückzüge. Unmittelbar hat weder das 2. noch das 7. CorpS in den Kampf eingegriffen. Möglich aber und sogar wahrscheinlich ist, daß eines derselben oder beide dem Kampfplätze so nahe gekommen, daß sich General Bourbaki veranlaßt sah, von dem an sich schon wenig Aussicht versprechenden Kampfe abzulassen und durch recht­zeitigen Rückzug der drohenden Gefahr einer strategischen Umgehung auszuweichen. Daß speciell unser 7. Corps nicht mehr fern sein konnte, dürfte schon aus dem Rencontre zu schließen sein, welches ein Bataillon des demselben angehörenden 77. Regiments vor einigen Tagen in der Nähe von Langres mit Garibaldi'schen Banden hatte. Mag nun auch immerhin der für das Heranrücken größerer preußischer Streitkräfte, durch welche Bourbaki in Flanke und Rücken bedroht wurde, den Rückzug des französischen Generals entschieden haben, so wird der Ruhm der Werder'schen Truppen dadurch gewiß nicht geschmälert; die Kämpfe vor Belfort werden vielmehr stets zu den ruhmreichsten Actionen dieses Krieges zählen. Ihr Ergebniß ist um so erfreulicher, als die Opfer, mit denen er erkauft wurde, nicht als übermäßig zu erachten sind.

Musz Ng

aus der amtlichen Verlust-Liste Nr. 148.

Hessisches Feld Artillerie-Regiment Nr. li.

Gefecht bei Artenay am Ä. Dezember 1820.

6. leichte Fußbatterie.

Kan. Frischkorn aus Kressenbach, Kr. Schlächtern. L. v. S. d. d. r. Unterschenkel. B. b. Batt.

Aus der amtlichen Verlust-Liste Nr. 149.

2. Hessisches Infanterie-Regiment Nr. 82.

Gefecht im Äegles Sevres am Ät. Dezember 1820.

1. Compagnie.

Musk. Caspar Lind II. aus Oberissigheim, Kr. Hanau. L. v. Leichte Cont. d. Granatspl. a. Kopf. Bef. sich bei der Comp.

Musk. Johann Ludwig Launhardt aus Praunheim, Kr. Hanau. L. v. Leichte Cont. a. K. b. Granatspl. Bef. sich bei der Comp.

Aus der amtlichen Verlust-Liste Nr. 150.

1. Hessisches Infanterie Regiment Nr. 81.

Gefecht bei Ham am 9. Dezember 1820.

8. Compagnie.

MuSk. Joh. Peter Spielmann aus Seidenroth, K. Schlächtern. Verm.

Gefecht bei Menuesis am 11. Dezember 1820.

8. Compagnie.

Musk. Wilh. Krack aus Katholisch -Willenroth, Kr. Gelnhausem Verm.

Bedruckt und verlegt «» er Buckdrucker-t des vereinigten evangel. Waisenhauses.