München, 16. Jan. Bei der heutigen Verloosung von bayerischen Staats- Obligationen wurden zur Rückzahlung d.rch das Loes bestimmt: 1) Von dem 41/aprcc. Militair Anlehen von 1855 die Entnummern 70, 72 und 78. 2) Bon dem 4proc. Eisenbahn-Anlehen mit ganzjährigen Coupons nackstehende Serien und Endnummern: a) Obligationen an porteur: Serie 1, Endnummer 67; 2, 1 73; 3, 9: 4, 29 92; 5, 6 26; 6, 7; 7, 31; 8, 1; 23; 9, 47 65; 10, 47 87; 11, 27 95; 12, 54; 13, 86; 14, 67; 15, 52; 16, 90“ 17, 38; 18, 65 77; 19. 22 75; 20, 29; 21, 49; 22, 51; 23, 46; 24, 95; 25, 66; b) Obligationen auf Namen : 1, 86 89; 2, 22 92; 3, 58; 4, 13; 5, 96; 6, 75; 7, 9; 8 15; 9, 18; 10, 11 36; 11, 79;
12, 3; 13, 48; 14, 70. 3) Bon dem 41/2prcc. Eisenbahn-Anlehen mit ganzjährigen Coupons: a) Obligationen au porteur: 1, 95; 2, 51; 3, 88; 4, 42; 5, 44; 6, 91; 7, 5; 8, 57 78; 9, 93; 10 69; 11, 29; 12, 61 ; 13, 86; 14. 78; 15, 36 98; 16, 26 27; 17, 25; 18, 8; 19, 69 86; 20, 27; 21, 67 81; 22, 12 76;
3T
23, 80; 24, 68 88: 25, 3 66: 26,50 68; 27, 77; 28, 79; 29, 81; 30, 38 43; 31, 41; 32, 53 93; 33, 55; 34, 62; 35, 35;
36, 83. b) Obligationen auf Namen: 1, 15 51; 2, 89; 3, 62.
Frankfurter Börse.
20. Januar 1871.
Preußen 4 */2 % Oblig. 90% P.
Aassau 1 %% Oblig. 90% Ä.
Kurhessen 4% Oblig. 82% bz.
Bayern 4%% tjähr. 917/ G.
„ 4%% %iäbr.91% ®.
„ 4% „ 85'/2 G.
Würtemb. -l'/,"/„Oblig.91 bz.
„ 4% Oblig. 84% bz.
Baden 4%% Oblig. 90% bz.
„ 4% Oblig. 86% G.
Är.Hessen 4% Oblig. 93% G.
Oesterr. Silberrente 55% G.
„ Papierrente 47% G.
„ 5% M. steuerf. — bz.
Amerik. Bonds 1881r 97% bz.
i „ „ 1882t 95% bz.
' „ „ 1885r 94% bz.
'liessen. !
Qarmst. Credit 318 P.
Oesterr. Credttanst. 239 % bz.
Perorttäten.
5% Elisabethb. 76% bz
3% Livorncser E.-B. 31% bz.
6% Oesterr. Südb. 73% bz.
3% Oesterr. Staatsb. 56’/ G 5% Toskan. Centralb. 50% G.
AnlehenSloose.
3%% '8reu§.äl00$l)lr.ll6 G.
Kurhesi. ä 40 Thlr. 6t% bz Nass. ä 25 fl. 40% G.
47« Bayer, ü 100Thlr. 106% bz. 4% Bad. ä 100 „ 106% bz.
Badische ä 35 ff. 60 P
®ro6% Hess, ä 50 fl. 174 P.
„ „ ä 25 fl 49 % bz.
Oesterr. fl. 250v.1839 207 bz.
„ „ 250 „ 1854 70% A.
„ ,. 500 „ 1860 77% bz.
„ „ 100 „ 1864 114 P.
§Oest.Credttanst,v.1858 153'% ®.
Wechsel.
Amsterdam f. S 100% bz.
Augsburg k. S. 99% G.
Berlin k. S. 105 bz.
Bremen f. S. 97 B.
Sollt k. S. 1047/,' bz.
Hamburg k. S. 88% bz.
London k. S. 119, Paris k. S. — bz.
Wien k. S. 95% bez.
ditto m. S. —
ditto l. S. —
Disconto 3'%%.
Geldsorten.
Pr.Kassenscheine fl.1.44%-45%
„ Friedrichsd'or,, 9.58—59
Pistolen „ 9.46-48
„ doppelte „ 9.48—50
Holl.fl.10-Stücke„ 9.54 56 Ducaten , 5.37—39
Napoleonsd'or „ 9.31 — 32
Dollars in Gold „ 2.27-28 |
Stadt Bari-Loose. Ziehung am 10. Januar Hauptpreise: Serie 157 Nr. 27 50,000 Frs., Serie 278 Nr. 92 2000 FrS., Serie 440 Nr. 56 1000 Frs Serie 6 Nr. 46 600 Frs. "
Vom Kriegsschauplätze
— Der General Loysel, der neue Oberbefehlshaber der Armee
von Havre, ist in der genannten Stadt angekommen. Loysel verdankt der Republik seine Ernennung zum General. Derselbe ist ehemaliger Generalstabsosfizier und gehört zu den Offizieren, welche sich nach der Kapitulation von Metz durchwachten, ehe man ihnen ihr Ehrenwort abverlangen konnte. Loysel hat den Krim-Krieg mitgemacht und zeichnete sich bei der Erstürmung des Malakow aus. Später nahm er am mexicanischen Feldzuze Theil und ^war längere Zeit Kriegs Minister Maximilians. Seit seiner Flucht arbeitete er mit dem Admiral Jaures an der Organisation der Armee von Le Mans.
Posen, 16. Jan. Zur Neuaufnahme von Gefangenen werden in Posen, Glogau und Liegnitz wieder umfassende Einrichtungen getroffen. Wie verlautet, sind die General-Commandos in den Provinzen angewiesen worden, in der allernächsten Zeit Einrichtungen zur Aufnahme von 150,000 Gefangenen zu treffen. Das dürfte doch wohl
auf die Kapitulation von Paris hindeuten.
< Cö n.Ztg )
In ihrer Tagesschau schreibt die „Tribüne" unter Anderem:
„Wenn wir nicht wüßten, daß es nur eine kleine Partei in England oder richtiger in London ist, die jetzt allerlei abgeschmackte Demonstrationen zu Gunsten Frankreichs vornimmt, so würden wir ernstlichen Grund zur Klage haben. Aber alle einsichtigen Mittheilungen beruhigen uns darüber und versichern einstimmig, daß diese Demonstrationen nur von einer kleinen Partei ausgehen, welche viel Aehnlichkeit mit der Bebel- Liebknecht'schen in Deutschland hat. Da wir nun hier am besten beurtheilen können, wie gering der Einfluß dieser „Social-Demokraten" auf die öffentliche Meinung Deutschlands ist, so brauchen wir uns über die Demonstrationen in London keine graue Haare wachsen zu lassen. Die einflußreichen Klassen in England denken nicht an eine Intervention zu Gunsten der jetzigen Machthaber Frankreichs. Freilich sieht sich die englische Presse genöthigt, aus „Humanitätsrücksichten" Klagelieder über die Leiden der Franzosen anzustimmen, was wir ihr auch gar nicht verübeln, denn auch wir empfinden tiefes und warmes Mitleid mit den jungen Franzosen, die auf Gambetta's Befehl vom häuslichen Hecrd, aus den Armen der Mutter fortgerissen und gegen die deutschen Granaten und Bayonette getrieben werden. Im Grunde wissen alle vernünftigen Engländer, daß wir nicht an der Fortsetzung des Krieges schuld sind und daß unsere Heerführung — — gar nicht im Einklänge mit der Stimmung in Deutschland! — das Bombardement der Festung Paris hinausgeschoben hat. bis es unvermeidlich geworden war. Sie wissen auch, daß nicht wir es sind, die mit Mordlust friedliche Städte und Dörfer überfallen, sondern daß wir uns gegen die stets erneuten Angriffe der sogenannten Volksheere vertheidigen. Es ist ja der ausgesprochene Plan Gambetta's, durch die Armee Bourbaki's unsere Truppen zurückwerfen, den Rhein
überschreiten und den Krieg nach Deutschland hineinspielen zu lassen, wo dann „gründlich" gewirthschaftet werden soll. Zu demselben Plan gehört es, unsere Armee vor Paris zu vernichten, oder ihr wenigstens die Zufuhr aus Deutschland abzuschneiden. Trotz aller Niederlagen werden diese Pläne nicht aufgegeben. „Kämpfen und Siegen!" ist im Augenblick die Parole Frankreichs. Und dieser Parole gegenüber sollen wir Friedensbedingungen machen? Man würde sie mit Hohn aufnehmen und für ein Zeichen der Schwäche ansehen. Noch hält sich Frankreich nicht für besiegt, noch bittet es nicht um Frieden. Im Gegentheil, die jetzigen Machthaber Frankreichs finden ein dämonisches Gefallen daran, das Land zerfleischen zn lassen, sich selbst die Pulsadern aufzuschneiden und dann zn rufen: „Seht, so sind wir unter den Streichen des unbarmherzigen Siegers verblutet!" — Die Geschichte wird über diese grauenvolle Komödie zu richten haben. Wir können ihr Urtheil ruhigerwarten, denn wir wissen uns frei von Schuld, und wir haben das Vertrauen
zu unseren Heerführern und Staatsmännern, daß sie jedem richtigen Versuch Frankreichs, Frieden zu schließen, mit aufrichtiger Bereitwilligkeit entgezenkommen würden."
auf- ebenso
verein-
Aus dem „Staatsanzeiger entnehmen wir Folgendes:
„Obwohl bisher außergewöhnliche Elevationen nur in ....... zelten Fällen angewandt, auch stärkere als die regulären Ladungen nur an einigen Punkten unserer Batterien vorübergehend gebraucht worden sind, so beweisen doch die bieffeitigen Wahrnehmungen, wie die Angaben in den französischen Blättern, daß unsere Geschosse in der innern Stadt bereits umfangreiche Beschädigungen angerichtet haben. Namentlich werden als erreichtes Object der preußischen Wurfgeschosse angeführt: die Kirche St Sulpice, die etwa 1600 Schritt jenseits deS Palais du Luxembourg liegt, und die Häuser einiger noch weiter innenwärts gelegenen Straßen. Nach diesen Erfolgen darf wohl als ziemlich sicher betrachtet werden, daß man von einem Sturm der drei Südforts Abstand nehmen wird. Die
Entfernungen sind, wie ein Blick auf die Specialkarten zeigt, derartig, daß eine förmliche Okkupation der Außeuwerke als Bedingung des Bombardements von Paris nicht unbedingt nothwendig erscheint. Denn von dem Augenblick an, wo die Zerstörung der Forts soweit gediehen, daß es dem Feinde unmöglich geworden, sich ihrer zum Emplaccmcnt seiner Geschütze oder zur Unterbringung von Infanterie zu bedienen, wird die deutsche Artillerie in der Lage sein, bis unmittelbar an die Forts vorzugehen, und in dieser Stellung wird sie sicher darauf rechnen können, daß selbst die innersten Theile der Stadt — die Gegend der Kirche Notre-Dame, des Stadthauses und des Palais de Justice — in das Bereich ihrer Schußlinien fallen werden. Es ergibt sich schon hieraus, daß das Hauptziel unseres Geschützkampfes vorläufig gegen die drei Südforts gerichtet bleiben müsse."
•Seoructt und verlegt >» er Buü> brillier« des vereinigter. evangcl. äiiatienbauies.
Hierzu die Mr» SB der ProvLrrzial-Morrespoüderrz als Beilage.