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Verloofungen.

Braunschweigische Prämie» Anleihe. Bei der am 31. Dez. v. J. stattgehübten Ziehung fielen ferner 100TH!r. auf Ser. 862 Nr. 22; Ser. 1056 Nr. 24; Ser. 1056 Nr. 48; Ser. 1620 Nr. 12; Ser. 2203 Nr.

36; Ser. 3269 Nr. 49: Ser. 3862 A».

10

39 Nr. 13; Srr. 1086 Nr. 16; Ser. 3276 Nr. 2; Ser. 3276 Nr. 28; Ser. 7938 Nr. 12; Scr. 7938 Nr. 13.

Gotha, 2. Jan. In der heute stattge- Hübten Ziehung der Bukarester Prämien» Anleihe wurden folgende Serien gezogen: Serie 96, 1220, 1255, 1589, 1852, 1864, 1878, 1932, 2013, 2120, 2380, 2834. 2848,

42; ®er. 6157 Nr. 43; Ser. 8646 Nr. 20;

Ser 975.0 >itr. 3: und 70 Tblr. auf See. ; 3246,3640,3988, 4186, 4380, 4735,4738'

Vom Kriegsschauplätze

Ein in Chauvancy (vor Montmedy) stationirter Cölner Landwehrmann schreibt unter dem 26. Dezember 1870 an die Seinigen:Meine Lieben! An dem ersten Tage des heiligen Weih-

nachtsfcstcs, das uns Deutschen in der Heimath allemal herzliche Freude bringt, und das Groß und Klein irgend ein Geschenk bc- scheert, wurde auch an uns Soldaten gedacht. Wir empfingen an dem h. Abend zu unseren 45 Patronen noch zwei weitere Packete, worüber unsere Freude sehr groß war. Am Weihnachtsmorgen mußten wir feldkriegsmäßig antreten, wie uns gesagt wurde, zum Frühgottesdicnste. Wir marschirten fort, Keiner wußte wohin. Auch erhielten wir Befehl, Jedem, der uns frage, zu antworten, wir marschirten nach Chauvancy. Der scharfe Nordwind blies uns ge­waltig ins Gesicht, es war hart kalt, von unseren Bärten hingen ; Eiszapfen herunter, und da kamen uns unsere Caputzen sehr zu Stätten. Nach bereits drei Stunden kamen wir an ein kleines, aber hübsches Stäbchen (Stenay). Die Bewohner machten große Augen allein wir wußten selbst nicht, was wir sollten. Wir pflanzten die Bayonnette auf die Gewehre und nahmen Posto. Der Hauptmann besetzte mit einer Anzahl Mannschaften das Bürger­meisteramt. Nach langem Hin- und Herlaufen brachten diese vier Herren. Nun erst hörten wir, welche Mission wir gehabt. Diese vier Herren, nun unsere Gefangenen, waren, wie man in Chauvancy zugleich mit ihrem Aufenthaltsorte verrathen hatte, Anführer der Franctireurs, welche den Preußen bei Meziercs so viel Unheil an­gerichtet hatten. Nachmittags 4 Uhr kamen wir wieder in unser Quartier und unsere vier Franctireurführer wurden auch, freilich unter schwerer Bewachung, einquariiert, um morgen nach Sedan einer angenehmen Zukunft entgegen zu gehen."

Das AbendblattGlobe" bringt Nachrichten aus Paris bis zum 30. Dezember, denen zufolge der Beginn des Bombardements von der Bevölkerung anfänglich als ein Zeichen der Schwäche deS Feindes ausgelegt wurde. Man glaubte der Regierung, daß die Preußen der fruchtlosen Belagerung müde seien, und daß man bald eine Aufhebung derselben erwarten dürfe. Selbst als die ungeheure Kälte die Generale zwang, ihre Truppen zurückzuzichen und in Cantonncmcnts unterzubringen, war die Stimmung noch eine gute; seit aber die Räumung von Mont Avron bekannt wurde, herrscht allgemeine Entmuthigung. Man schimpft auf die Regierung, schimpft aus die Militairvcrwaltung, und die rothen Republikaner geben sich mehr denn je Mühe, daS Volk zu einer Revolte zu verleiten. Die Regierung fühlt sich unter diesen Umständen keineswegs behaglich, und am 28. ließ der Maire von Paris, Jules Ferry, nicht allein; die Posten des Hotel de Ville verdoppeln, sondern auch mehrere Bataillone Nationalgarden wurden zu eventuellem Einschreiten bereit gehalten. Ueber die Räumung von Mont Avron sagt der Corre- spondent:Mont Avron, worauf alle unsere Hoffnungen sich stützten, l besteht für uns nicht mehr als befestigte Position; Avron, welches die preußischen Linien beherrschte und eine äußerst wichtige Position war, ist geräumt, nachdem die Geschütze in der Stille der Nacht entfernt worden waren. Unsere, höheren Offiziere halten dies für; das größte Unglück, was unS hätte treffen können, ui d die Be- i völkerung sieht in der Aufgabe der Position das Vorspiel zu einer i Kapitulation."

DerJnpendance" wird aus Paris vom 26. Dezember gemeldet, daß in den Gehölzen bei Paris zahlreiche Bäume gefällt werden, um dem Mangel an Brennmaterial abzuhelfen. Die Trup­pen, welche bisher außerhalb der Stadt standen, sind wegen der hohen Kälte nach Paris zuiückgckehrt. 600 Fälle von Erfrierungen ' find vorgekommen.

(Steile Belge" enthält Ballonnachrichten aus Paris vom 28. Dezember, aus welchen hervorgeht, daß die an jenem Tage daselbst statigefundenen Unruhen ihren Grund in Ausschreitungen des Publi­kums gegen einzelne Brennholzverkäufer gehabt haben. Wie das genannte Blatt hinzufügt, konnten die Unruhen nur mit Mühe unter­drückt werden.

l 4971, 5013, 5213, 5249,5301, 6145, 6391, I 6466, 6698, 6707, 7209, 7250. Der ' Haupttreffer von 75,000 fl. fiel auf Serie i 6466 Nr 40. 15,000 fl. auf Serie 96 i Nr. 47. 5 00 fl aus Serie 3640 Nr. 48. f Darmftnül, :3, Jan. Bei der heute fort- gtsttzlkN Ziehung der Großh. Hess. 50 fl.- ; Loote erhielten nachstehende Nummern sol» gende Preise: Nr. 47,028 4000 fl.; Nr. : 51,658 5000 fl.: 17,191 1000 fl._________

Viele andere Stimmen verrathen, daß die Begeisterung für weiteren Heroismus sehr im Abnehmen ist.

Eine allgemeine Hoffnungslosigkeit beginnt sich der Gemüther der Franzosen zu bemächtigen; die Leute erwehren sich noch, sich das einzugestehen, aber das Gefühl der Ohnmacht ist mächtig geworden in dem Einzelnen wie in der ganzen Bevölkerung. Man fängt be­reits an, nicht mehr den Feind anzuklagen, sondern sich selbst; man sucht die Schuld im eigenen Hause, bei den Machthabern des eigenen Landes. Der Franzose kann die ihm nothwendige Gemächlichkeit des Lebens einige Zeit entbehren, jetzt fängt ihm diese Entbehrung an unerträglich zu werden. Verkehr und Handel stocken; am besten sind noch die kleinen Leute daran, welche auf die Straße einen Tisch stellen und den Soldaten die nothwendigsten Bedürfnisse verkaufen, diese erhalten wenigstens baar Geld; die größeren Kaufleute könnten Geschäfte machen, aber sie haben keine Waaren, sie haben dieselben nach dem Süden in Sicherheit gebracht und beklagen dies tief. Leute, die dreißigtausend Franken Renten haben, besitzen keinen Sou baar Geld, sind genöthigt, ihre Bedürfnisse beim Bäcker und Fleischer zu borgen. Das baare Geld ist in den Banken oder außer Landes gebracht.

Depeschen deS Hanauer Kreisblattes, welche nicht durch Extra-Beilage veröffentlicht wurden.

Offizielle Kriegönachrichten.*

Zufolge eines Telegramms Seiner Majestät des Königs an Ihre Majestät die Königin aus Versailles den 5. Januar 10 Uhr Morgens begann seit 9 Uhr die Beschießung der Südforts von Paris bei herrlichem windstillen Wintertage und 9 Grad Kälte ohne Schnee.

Bourogne, den 3. Januar. Am zweiten fand ein Recog- noScirungsgefecht bei Croise, südlich von Delle, Statt, in Folge dessen 200 zurückgedrängte Franzosen jenseits der Schweizergrenze entwaffnet wurden. Die Belagerung Belforts hat ihren Fortgang, von Treökow.

Amiens, 4. Januar. Am 2. und 3. blutige aber siegreiche Kämpfe vorgeschobener Abtheilungen gegen die 1. Armee bei Bapaume. Am 2 nämlich wieS die 30. Brigade von Mittag bis Abend alle Angriffe überlegener feindlicher Masten ab und machte dabei 160 Gefangene. Am 3. behauptete sich die versammelte 15. Division und ein Detachement unter Prinz Albrecht Sohn in neunstündigem Kampfe gegen zwei feindliche Armcecorps, wobei unsere Truppen am Abend zwei Dörfer mit dem Bajonnct nahmen und wieder einige Hundert Gefangene machten. Der Feind trat nach den erlittenen außerordentlichen Verlusten in der Nacht zum 4. den Rückzug nach Arras und Douai an, wobei die verfolgende Cavallerie feindliche Bataillone erfolgreich attaquirte und dabei noch

Gefangene machte.

Gras Wartensleben.

Amiens, 4. Januar. Von der ersten Armee hat General von Bentheim am 4. früh die feindlichen Truppen auf dem

linken Seineufer unter General R o y e überfallen und zersprengt, 3 Fahnen, 2 Kanonen und 4- bis 500 Gefangene abgenommen.

von Sperling.

Versailles, 5. Januar. General von Manteuffel meldet: der Feind ergriff am 2. Mittags mit starken Masten die Offensive; Brigade Strubberg wies bei SapignieS mit geringen eigenen und großem feindlichen Verluste alle Angriffe bi zum Abend zurück und machte 250 Gefangene. Am 3. behauptete Ge­neral von Göben mit der 15. Division und dem Detachem nt Prinz Albrecht Sohn die Stellung bei Bapaume glorreich gegen die feind­liche Nordarmee und machte 260 Gefangene, der Feind hatte außer­ordentlich große Verluste und trat in der Nacht den Rückzug an, von diesseitiger Cavallerie verfolgt. Vor Paris setzten am 4. unsere Batterien gegen die Ostfront trotz des dichten Nebels die Beschießung fort. von Podbie lsky.

~ ®j Diese Nachrichten konnten, weil sie uns am Donnerstag Abend erst um 107, Uhr von hiesiger Telegraphen-Station ausgehändigt u» irden, nicht durch Ertrablatt erscheinen. Die Exped.

SeBrmft uns verlest i» er Buchdrucker-t des Bereinigten eeangel. Xbatienbeuhe

hierzu die Mr L dex H^LVviuziaL-GorrefpoudcuZ als Deilage