staltet, und je länger, je mehr wurden von weither alle Reste ter alten Armee dort mit herangezogen, uw mit der vollen Wucht eine' kräftig organisirten Armee zum Entsatz von Paris vorrücken zu können.
Die Neubildung war schon weit vorgerückt, als nach dem Fall von Metz ein Theil unserer dortigen Armee zur Bekämpfung der neuen Armeen hcrbeiziehcn konnte. Da versuchte noch im letzten Augenblicke die Republik, durch Fricdensverhandlungen, mit denen es ihr nicht Ernst war, das Vorrücken unserer Armeen zu hemmen und zur Beendigung ihrer eigenen Rüstungen Zeit zu gewinnen. Doch scheiterte der listige Versuch an dem Uebermuth der republikanischen Machthaber und an der Umsicht und Festigkeit unserer Regierung.
Die Loire-Armee war inzwischen genügend erstarkt, um unmittelbar nach dem Abbruch bei Verhandlungen und ehe noch die von Metz verrückenden Truppen Helbeigerökumen sein konnten, auf Orleans zu marschicen und dort daS schwache bayrische Corps dek Generals von der Tann zu verdrängen. Der erste Erfolg bei Coulmiers (am 9. November) wurde sodann von der republikanischen Negierung durch übertreibenden Siegesjubel so geschickt ausgcbeUrei, daß er dem französischen Volke in Wahrheit wie eine vollständige Wendung des Kriegsglücks erschien, und daß nunmehr vollends Schaaren von Mobil- gardcn von allen Seiten theils zur Verstärkung der Loire-Armee her- beistcömten, theils sich im Westen sammelten, um im Verein mit derselben zur Befreiung von Paris zu marschiren und vor Allem unsere Stellungen bei Versailles zu bedrohen.
Aber die raschen und sicheren Entschließungen unserer Heeresleitung und das kräftige Vorgehen unserer Soldaten vereitelten diese Unternehmungen.
[Sic Operationen des Großherzogs von Mecklenburg und die Kämpfe an der Loire.) Wohl schienen in jenen No- vcmbertagen unsere Stellungen bei Paris einigermaßen bedroht und ausgesetzt- den gewaltigen Leistungen der Armee-Abtheilung des Groß- herzogS von Mecklenburg war eS zunächst zu danken, daß die erste Gefahr beseitigt wurde. Gleich nachdem General von der Tânn von Orleans auf Toury an der Straße nach Paris zurückgegangen war, fließen von Chartres und aus der Nähe von Paris die 17. (Holsteinsche), die 22. (Casseler) und die 2. bayerische Division zum 1. bayerischen Corps (von der Tann), um unter dem Oberbefehl deS Großherzogs von Mecklenburg vereint sofort den drohenden Bewegungen ent- gcgcnzutreten. In Eilmärschen bewegte sich die Armee - Abtheilung zuerst nach Nordwesten, vereitelte hier durch die siegreichen Gefechte bei Dreux und Chateauneuf die Vereinigung der Loire-Armee mit dem Corps der Bretagne, machte sodann in rascher Folge die kräftigsten Vorstöße auf Le Man» und Tours, um auch nach jener Seite hin jeden Angriff in unsere rechte Flanke zu verhüten, und ging endlich in rascher Wendung in ihre früheren Stellungen zurück, um nunmehr im Verein mit den inzwischen herbeigerückten Corps des Prinzen Friedrich Carl die Hauptschlägc gegen die Loire-Armee selbst zu führen.
Der Oberbefehlshaber dieser Armee, General Aurelles de Paladine, hatte nach dem leichten Siege bei Coulmiers, wie französische Blätter berichten, auf ausdrückliche Weisung Gambettas seine Stellung rund um Orleans genommen. Die Zugänge der Stadt wurden in Vcitheidigungszustand gesetzt und in einiger Entfernung eine weite Linie im Halbkreise besetzt. Von der Feste Rochefort wurden 95 weittragende Geschütze hcrbeigcbracht, mit denen die Batterien armirt wurden. Die Armee selbst befand aus 5 Corps, welche vom Walde von Cercottes zur Rechten bis nach Meung (einige Meilen westlich von Orleans) zur Linken standen. Nach französischen Angaben sollte die Armee 200,000 Mann zählen- in Wahrheit scheinen eè 130 bis 150,000 Mann gewesen zu sein, darunter ein großer Theil ausgc- blldeter Truppen.
Von deutscher Seite stand dellt Feinde bis etwa zum 20. November nur die Großherzogliche Armec-Äbtheilung und das Tann'sche Corps gegenüber. Inzwischen aber war die jetzige Armee des Prinzen Friedrich Carl (das 3. brandenburgische, das 9. Holstein-hessische und daS 10. Hannoversche Corps) von Metz hcrbcigecilt. Nach allen Anstrengungen der Einschließung von Metz hatten diese trefflichen Truppen in unglaublich starken Märschen auf schlechten, durchweichten Wegen eine Strecke von 50 Meilen zurückgelegt und trafen vor Orleans im rechten Augenblicke ein, um den Unternehmungen der Loire- Armee erfolgreich Halt zu gebieten.
Prinz Friedrich Carl stand zunächst auf dem linken Flügel, General von der Tann in der Mitte, der Großherzog von Mecklenburg auf dem rechten Flügel.
Als die Franzosen zu bemerken schienen, daß unsere Armeen sich nach der Mitte und nach der Rechten hin konzentrirten, hielten sie die Gelegenheit für günstig, unsern dadurch geschwächten linken Flügel zu durchbrechen. General d'Aurelles stieß am 28. November bei Beaune la Rolande mit dem Kern seiner Macht auf unser 10. (hannoversches) Corps, welches zuerst allein, dann im Verein mit der hcrbcigccilten 5. (brandenburgischen) Division den Angriff mit großer Tapferkeit zurückwies und einen .rühmlichen Sieg gegen die feindliche Uebermacht baten trug. , , .
Dieser an und für sich schon bedeutende Waffenerfolg m im ersten Augenblicke nicht nach seinem ganzen Werthe für die Gesammtopera- Höhen gewürdigt worden. Hätte General d'Aurelles am 20. unsern äußersten linken Flügel geschlagen, so wäre cs ihm vielleicht
gelungen, unseren westlicher stehenden Abtheilungen zu eiligen und sich über Fontainebleau den Weg nach Paris zu bahnen, um 'dors in den Tagen vom 30.November an die Ausfälle der GeneräleTrochu und Ducrot von außen her zu unterstützen. Die Bewegungen der Pariser Armeen waren gerade nach der Seite hin, nach der Straße von Fontainebleau gerichtet, von po d'Aurelles hätte heranziehen können. .
Dank der Tapferkeit der vereinten Hamwyeööiucr und der Brandenburger war dieser erste kühne Versuch gescheitert.
Inzwischen war in Tours die Nachricht von einem glücklichen Ausgange der pariser Unternehmungen cingctroffen, und Gambetta, welcher entweder selbst glaubte oder doch zu glauben vorgab, daß Ducrot wirklich durch unsere Linien hindurch bis nach Long- lumcau durchgebrochen sei, ertheilte der Loire-Armee den Befehl, nunmehr auf Paris zu marschiren.
General d'Aurelles begann am 1. Dezember die von Tours auS befohlene Operation und hatte zunächst einen anscheinenden Erfolg gegenüber dem bayerischen Corps, aber am 2. Dezember schon wurde er gewahr, daß dieser vorläufige Erfolg eben nur ein scheinbarer und sehr bedenklicher gewesen: das 16. und 17. französische Corps sahen sich in den am Tage zuvor gewonnenen Stellungen nunmehr (am 2.) von überwiegenden Kräften der Armee- Abtheilung des Großherzogs von Mecklenburg angegriffen und wurden nach hartnäckigem heftigem Kampfe zurückgctriebcn. Am 3 Dezember griff die Armee des Prinzen Friedrich Karl auch das 15. unb 20. französische Corps an, schlug dieselben und warf sie in den Wald von Orleans zurück, der sodann auch von den Unsrigen genommen wurde.
Ein französischer Bericht sagt: wir waren auf allen Punkten geschlagen, während eine allgemeine Schlacht allerdings nicht stattgefunden hat- jedes Corps wurde für sich geschlagen, die Niederlage der ganzen Armee war aber doch eben vo llständig.
General d'Aurelles hatte bereits vollauf erkannt, daß sein Plan gescheitert und daß er einem Angriffskriege nicht gewachsen war. In den letzten Kämpfen vor Orleans kam es ihm augenscheinlich nur noch darauf an, seine Stellung bei Orleans zu vertheidigen, welche durch ihre Lage an der Spitze der weit gegen Paris vorspringenden Biegung der Loire eine große Wichtigkeit für den ganzen Kriegsplan hatte. Nur durch die Befehle Gambetta's hatte er sich zu weiterem Vorgehen bestimmen lassen, und dies wurde verhängnißvoll für seine Armee. Die Niederlage in der Schlacht vom 3. und 4. Dezember war vollständig: mehr «ls 15,000 Gefangene und 77 Geschütze waren großartige Zeugnisse unseres Sieges.
Das Schicksal der Loire-Armee wäre noch fürchterlicher gewesen und hätte zur gänzlichen Vernichtung derselben geführt, wenn General d'Aurelles nicht im Widerspruche mit den Weisungen Gambetta's Orleans noch zur rechten Zeit geräumt hätte.
Aber der Rückzug konnte auch jetzt nur in getrennten Abtheilungen und mit großen Verlusten erfolgen.
Die Loire-Armee löste sich in einzelne Corps auf und besteht in ihrer bisherigen Bedeutung nicht mehr.
Diese Zersprengung ist das glänzendste Zeugniß für die Größe unserer Operationen vor Orleans.
-Diese Operationen, -sagt ein sachkundiger Berichterstatter,« haben zwar nicht zu einem zweiten Sedan geführt, wie es die Phantasie des Laien bereits in Aussicht nahm, aber zu einer ununterbrochenen Reihe schöner Siege, deren Ziel in der Zurückweisung der zum Entsatz von Paris bestimmten feindlichen Hauptarmcc über den Strom und der Wikdercrobcrung von Orleans in vollkommenster Weise erreicht wurde. Ehe ein Tag von Sedan wiederkehrt, kann ein Jahrtausend vergehen, und wohl uns, daß wir nach einem Sed, an ein Orleans zu verzeichnen haben.«
Das Nachspiel an der Loire. Der Rückzug der fran zösischen Armee sollte nach französischen Nachrichten in der Art erfolgt sein, daß zwei Corps (das 18. und 20.) einige Meilen südöstlich von Orleans (stromaufwärts), ein Corps (das 15.) in Orleans selbst über die Loire gegangen wären, zwei Corps andere Wege nach Blois und Tours Angeschlagen hätten.
Jedenfalls ist die bisherige Loire-Armee in mindestemg zwei Haupttheile zerfallen, welche durch die Loire und durch Weite Entfernungen getrennt sind und für's Erste nickt gemeinsam operirer, können.
Der Gewalthaber Gambetta hat alsbald auf j der Roth eine Tugend gemacht und den eitelen und deshalb lei- $t zu belügenden Franzosen in einer neuen prahlerischen Proklamo.tion angekündigt, daß er jetzt zwei Armeen gebildet habe, welche diesseits und jenseits dcrLoire operiren sollen. Gleichzeitig hat er denG eneral d'Aurelles zur Untersuchung ziehen wollen, nachher sich jedoch besonnen und ibm ein anderes Kommando in Cherbourg ««gebot m. ^-
General aber, welcher bei Orleans, trotz der ®> alte tapfere erfahrenen Advokaten gerettet b^ was zu rett- 'Mischung des un- bie Ebre bedankt, ferner uni-. k.«^ ßcituw -V w"r, hat sich für
Das Kommando Ä X Vr i'^Ä 311 fuhren.
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ffttint, in der-WÄe Frankreichs bei SiebersuÄoSV ^ Ml —m^?"^re Armee unter dem General ShanJnmn-^n in der Richtung auf Blois und Tours vor? um wW