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Verloosungen
Frankfurt, 28. Dezember. Bei der heute begonnenen Ziehung 1. Klasse 159. Frankfurter Stadtlotterie haben nachverzeichnete Nummern die beigesetzten Haupt- preise erhalten: Nr. 14936 20185 25693 19754 und 11691 je 200 fl., Nr. 4470 und 21853 je 400 fl. Ferner bei der am 29. Dezember fortgesetzten Ziehung: Nr. 7312 3000 fl., Nr. 14186 2000 fl., Nr. 10762 400 fl. Weiter bei der am 30. Dezember fortgesetzten Ziehung erhielten nachverzeichnete Nummern die beigesetzten Hauptpreise: Nr. 4750 10,000 fl., Nr. 12833 1000 fl., Nr. 11103 200 fl.
Frankfurter Börse.
30. Dezember 1870.
Preußen 4'///, Oblig. 89% G.
Nassau 4%% PM^. 90% »z. Kurkessen 4% Oblig. 82'/, P. Bayern 4 % % tjähr. 90% bz. „ 4%% %i^r.91 bä. „ 4% „ 85% P. SBürtemb. 4%%Oblig.90% bz. „ 4% Oblig. 83-/, bz. Baden 4%% Oblig. 90*/, bz. „ 4% Oblig. 86% P. Gr.Heffen 4% Oblig. 93 P. Oesterr. Silberrente 53%, bz. „ Papierrente 45% G. „ 5% -JÄ. steuerf. — bz. Amerik. Bonds 1881r 96% bz. „ „ 1882r 94% bz. „ „ 1885t 93% G.
Actien. Darmst. Credit 322 bz. Oesterr. Creditanst. 233 bz.
Prioritäten. 5% Elisabetbb. 75 G. 3% Livorneser 8.-B. 30% G. 6% Oesterr. Südb. 73% P. |3% Oesterr. Staatsb. 55% bz. Toskan. Centralb. 48% bz.
Anlehensloose. 3%%spreu6.âlOO$^lr.- bz. Kurheff. fl 40 Thlr. 63% P. Mass, ä 25 fl. 39 bz. >4'/, Bayer. fl 100Thlr. 106% bz 4% Bad. â 100 „ 105% bz. Badische â 35 fl. 59 iS. Großh. Hesi. â 50 fl. 177 P. „ „ â 25 fl. 46 bz. Oefiert.fi. 250 6.1839 — G. „ „ 250 „ 1854 70% P. y „ ,. 500 „ 1860 75% bz. „ „ 100 „ 1864 107% P.
nOeft. ßrebitanft.u. 1858 — bz.
Wechsel.
Amsterdam
k.
S.
100% bz.
Augsburg
k.
S.
100 P.
Berlin
k.
S.
105 bz.
Bremen
k.
S.
97 P.
Cöln
k.
S.
104% bz.
Hamburg
k.
S.
88% bz.
1
London
k.
S.
119 bz.
Paris
k.
S.
— bz.
Wien
k.
S.
95 bez.
bitt»
m.
S.
— Ä.
bitte
l.
S.
- bz.
Disconto
3 V
Geldsorten.
Pr.Kassensckeine fl.1.44%—45%
„ Friedrichsd'or„ 9.58%—59%, Pistolen „ 9.47-49
„ doppelte „ 9.48—50 Holl.fl.10«Stücke„ 9.54a8 Ducaten , 5.37—39 Napoleonsd'or „ 9.31'/,—32'/, Dollars in Gold , 2.27-28
Vom Kriegsschauplätze.
Die „Trib." schreibt über die Lage von Paris Folgendes:
„Dem zahlreichen Proviantfuhrwerk nach zu urtheilen, das bei der Ausfallsarmee beobachtet worden ist, ist die Verpflegung noch eine geregelte. Wie aber neulich auf dem Schlachtfelde bei Villiers die todten Pferde sofort tranchirt wurden, so benutzte die Division Maudhuy auch ihr Ausrücken über die CernirungSlinie geschwind zum Einhcimsen der erreichbaren Feldfrüchte.
Ein Berichterstatter schreibt:
Von Paris weiß man momentan nur, daß man dort wegen Mangels an Kohlen und Holz anfängt, stark an der Kälte zu leiden, die allerdings seit drei Tagen einem hübschem deutschen Winter alle Ehre macht. Seit einigen Tagen ist auch die letzte der Pariser Gasflammen erloschen; die Gasbereitung hat ebenfalls müssen eingestellt werden wegen Mangels an Kohlen. Die höheren und die untersten Classen leiden bis jetzt noch am wenigsten unter dem Drucke der Belagerung. Die Reichen können für Geld noch genug zu leben haben; die Armen, kaum an gute Nahrung gewöhnt, werden ohne zu arbeiten, von Regierungswegen erhalten; nur der kleinere Mittelstand ist schlimm daran, — aber er macht nur die Faust in der Tasche und schwört mit den Anderen coram publico, daß man siegen oder sterben müsse, so unangenehm ihm auch diese letztere Eventualität sein mag.
Was nun, schreibt Wickede, die von uns Allen so sehr ersehnte Capitulation von Paris betrifft, so fürchte ich, daß solche nicht
früher erfolgen wird, als bis unsere schweren Geschütze das letzt entscheidende Wort dabei gesprochen haben. Es ist ein Taumel de Verblendung und Täuschung, welcher nur zu viele Pariser erfas hat, der nun einmal nicht anders als durch die Macht deS Pulver und Bleies zu heilen sein wird, so traurig die Nothwendigkeit auc immer ist, eine so große, volkreiche Stadt zu beschießen und vielleich Hunderte von Frauen, Kindern, Greisen und Kranken, die an dieser ganzen Wüthen vollständig unschuldig sind, dem Zufall der Alle vernichtenden Kugeln Preis zu geben. Das ist ja eben der Schrecke: des Krieges, daß er besonders so viele Unschuldige mit so harte Grausamkeit trifft, und doch zwingt mitunter die unerbittliche Mh Wendigkeit ganz entschieden zu solchen harten Maßregeln.
Ein Genfer, der als Unteroffizier in der Fremdenlegion dicke den Feldzug an der Loire mitmachte und vier Tage in preußistei Gefangenschaft war, dann aber in Orleans entwischte und jetztir Bourges ist, schreibt seinen Verwandten in einem vom Journal di Genöve veröffentlichten Briefe nicht sehr erbaut von der Fühmx und Behandlung der Loire-Armee. Ueber seine GefangenW schreibt er: „Ich blieb vier Tage in der Gewalt der Preußen mt wurde stets mit der größten Artigkeit behandelt, mit Branntmn Tabak und dem besten Fleische versehen, und trotz allem, was sar über sie ausschreit, kann ich versichern, daß sie unsere Verwunde: und Gefangenen besser behandeln, als unsere französischen Offissvi uns behandeln." «Hin. st».)
Am Schlüsse des
Es fällt ein Schleier sacht hernieder Und decket zu dies kurze Jahr, Es kommt ein and'res ja doch wieder, Denn ewig ist die Zeit fürwahr. Flucht ist das Dasein ihrer Dauer, Wer hält sie auf in ihrem Flug? Die neue liegt nur auf der Lauer, Und wenn sie kommt, so ist's nur Trug.
Nun so verlaßt uns denn ihr Tage, Ihr RuhmeStage großer Zeit, Ihr Tage von so mancher Klage, Von so viel Wehe, Ach und Leid. Euch wob das Schicksal uns in's Leben, Zu fühlen was das Leben ist, Wir mußten Alle uns erheben, Denn schmachvoll war des Feindes List.
Was wir vollbracht in eurem Rahmen, Was wir geopfert und gethan, O Schicksal, sprech' des Segens Amen, Uns blendete kein Fieberwahn.
Jahres 1870.
Nicht wir sind Schuld am theuren Blute, Das schonungslos vergoffen ward, Drum führen wir die Feuerruthe Und machen diese Schreckensfahrt.
Und nun, wo wird das Ende liegen, Wie theuer ist wohl noch der Preis
Von uns'rem Rechte, unsren Siegen,
Die Schlachten waren ja so heiß! *~
O neues Jahr, bring uns den Frieden, Send' feinen Engel vor dir her, Setz' Schranken diesem Toben, Wüthen, Zu groß ist schon der Todten Heer!
Laß auferstehen aus dem Rauche Des Opferbluts für'S Vaterland, Gestärkt von seinem Segenshauche, Der deutschen Stämme Freiheitsband. Heil' alle die geschlag'nen Wunden Und mildere den Trauer Schmerz, Die Liebe hat uns ja verbunden, Denn Liebe wohnt im deutschen Herz.
Gedruckt und »erlegt i» er Buckdruckerei des vereinigten evangel. Waisenhauses.
Hierzu die Nr LT der Proviuzial-Correspondenz als Beilage.