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arbeitet« dahier Adam Blum aus Schlüchtern, S., alt 10 M. 9 T.

Den 15. Dezember. Margaretha Grün, Witwe, aus Großauheim, alt 46 J.

Den 16. Dezember. Adam Wettlaufer, Beisitzer und Cigarrenmacher, alt 53 I. 11 M. 6 T.

Ev. Militairgemeinde.

Den 10. Dezember. Karl August Boll­mann, Unteroffizier a. D-, Lazareth­schreiber in dem König!. Reserve Lazareth zu Philippsruhe, aus Ehringhausen, Kr. Altena, Regbez. Arnsberg, alt 33 3.

Den 15. Dezember. Christian Dammann, Grenadier im 2. Garde-Gren.-Regiment aus Neukloster, Kr. Harsefeld, Regb. Hannover, alt 26. 3.

In der ev. Gemeinde der Johanneskirche.

Den 14. Dezember. Frau Katharina Bar­bara, Ehefrau deS Bürgers und Silber­arbeiters Georg Ludwig Fischer, geb. Fuchs, alt 57 3. 11 M. 26 T.

Den 15. Dezember. Christian Ludwig Wilhelm Stadler, Goldarbeiter, des Bürgers und Goldarbeiters Anton Josevh Stadler von Fulda, S., alt 22 3. 3M. 4 T.

Den 17. Dezember. Johann Heinrich Engelhardt, Bürger und Schreinermeister alt 66 3. 11 M.

In der französischen Gemeinde.

Den 12. Dezember. Des Bürgers und Bijoutiers LouiS Guillaume Charles Gustine, T. (vor der Taufe gestorben), alt 5 T.

Berichtigung.

Im Kreisblatt Nr. 101 vom 17. d. M. ist Bet den Verehelichten in der franz. Gemeinde statt Newes aus Potsdam Mewes aus Potsdam zu lesen.

Berloosungen

Mailänder Loose. Bei der am 16. d. vorgenommenen 17.Ziehung der 10Fr.-Loose der Stadt Mailand wurden die Serien? 649, 7317, 150, 1895 und 5300 gezogen. Serie 649 Nr. 1 gewann den ersten Treffer von 50,000 Fr., Serie 5300 Nr. 39 1000 Fr., die Nr. 79 derselben Serie 500 Fr. Die Serien 5300 Nr. 71, 31 und 62, S- 159 Nr. 31 und 70 je 100 Fr. Die Serien 7317 Nr. 95, 86, 87, 100, 88, 80, 59 und 92, S. 159 Nr. 76 und S. 649 Nr. 65 je 50 Fr. Andere Gewinnste zu 20 und 10 Fr.

Frankfurter Börse.

23. Dezember 1870.

Preußen 4*/,% Obltg. 897, bz. Nassau 4%% Pbltg, 91 bz. Kurhessen 4% Oblig. — bz. Bayern 4*/,% 1jähr. 91 P. „ *%%%W-91 b4. „ 4% „ 85% P. gßiirtemb. 4%%Obtig.90% bz. „ 4% Oblig. 82 P. Vaden 4%% Oblig. 90% bz. „ 4% Oblig. 85% G. Gr.Hessen 4% Oblig. 93% P. Oesterr. Silberrente 53%, bz. „ Papierrente 45% G. „ 5% M. steuerf. — bz. Amerik. Bonds 1881r 96% bz. „ „ 1882r 04% bz. „ „ 1885r 94 bz.

Actien. Darmst. Credit 322 bz. Oesterr. Creditanst. 234% bz. Preoretaten. 5% Elisabetbb. 75’4 P. 3% Livorneser E.-B. 30% G. 67« Oesterr. Südb. — P. 3% Oesterr. Staatsb. 55% bz. 5% Toskan. Centralb. 48% bz. Anlehensloose. 37,°/, Preuß. L tOOThlr.- P. Kurheff. â 40 Thlr. 63 bz. Raff, â 25 fl. 39 bz. 4°/, Bayer.ü tüOTHlr. 106% bz 4% Bad. â 100 „ 105% bz. Badische â 35 fl. 58% Ä. G-oßh. Hess, â 50 fl. 177 P. „ „ â 25 fl. 46 P. Oesterr. fl.250v. 1839 — G. „ „ 250 „ 1854 70% bz. „ ,. 500 „ 1860 75% bj. „ „ 100 „ 1864 108 G.

»Oest.Creditanst.v.1858 155% bz.

II Wechsel.

Amsterdam f. S. 100% bz.

Augsburg k. S. 100 P.

Berlin k. S. 105 bz.

Bremen k. S. 97 bz.

Cöln k. S. 1047, bz.

Hamburg k. S. 887, bz.

London k. S. 119 bz.

Parts k. S. — bz.

Wien k. S. 95% bez.

ditto m. S. — G.

ditto l. S. — bz.

Disconto 3%% G.

Geldsorten.

Pr.Kassenscheine fl. 1.44%—45% , Friedrichsd'or,, 9.58%—59%

Pistolen „ 9.47-49

„ doppelte „ 9.48—50 Ho«.fl.10-Stücke„ 9.54a8 Ducaten „ 5.37—39 Napoleonsd'or „ 9.31'/,—32*/, Dollars in Gold „ 2.27-28

Vom Kriegsschauplätze.

Der Correspondcnt der „Times" in Tours schildert die dortige Stimmung als eine durchaus düstere. „Bestimmte Informationen habe ich nicht" — so fährt er fort, — „aber ich zögere nickt, meine Ueberzeugung auszusprcchen, daß dir Loire-Armee der Vergangenheit angchört. Sie hat Ausbrüche der Tapferkeit gezeigt und selbst Augenblicke des Erfolges gehabt, aber diejenigen Eigenschaften, welche ein triumphirendes Ende sichern, besaß sie nicht. Was wird Paris sagen, wenn alle Hoffnung auf Hülfe von außen vergebens ist? In den Provinzen gewinnt tagtäglich die Ueberzeugung mehr Boden, daß ein längerer Widerstand Wahnsinn ist.

Ein Korrespondent der „Daily News", der bisher sich bei der französischen Loire-Armee befand und bcn Abzug der Franzosen aus Orleans, sowie den Einzug der deutschen Truppen mit ansah, schil­dert, wie er bei Nacht durch den immer eiligeren Marsch der ersteren eingeschläfert und am Morgen durch das klingende Spiel der Deutschen geweckt wurde. Die Verluste waren nach seiner Angabe auf französischer Seite nicht sonderlich bedeutend, da die Mann­schaften nicht Stand hielten, „Die letzte Schlacht" — bemerkte er — „war eines von den schwer zu begreifenden Ereignissen, an denen der jetzige Krieg so reich ist. Die Hälfte der französischen Artillerie hat keinen einzigen Schuß abgefeuert. Infanterie - Bataillone, die gar nicht im Feuer gewesen waren, marschirten vom Schlachtfelde, und behaupteten, auf dem Rückzüge zu sein."

Ein anderer englischer Zuschauer und großer Franzosenfreund, der die Preußen auch einziehen sah, kam gleichfalls zur Erkenntniß, daß der fernere Kampf nutzlos sei. „Der Unterschied zwischen den Preußen, wie sie im Gleichschritt, in straffer Haltung, trotz aller Strapatzen reinlich und stattlich, mit Trommlern und Pfeifern an der Spitze, vorüber marschirten, und den Franzosen, selbst in ihren besten Augenblicken, war sehr groß. Viele Jahre müssen verrinnen unter einem vollständig veränderten System, wenn das überhaupt möglich ist, ehe cs die Franzosen mit solchen Truppen aufnehmen können."

Eine amtliche, in Blois an den Mauern deS Schlosses an­geschlagene Verordnung befiehlt der „Trib." zufolge in §. 5 den Landeseinwohnern Feuer zu geben auf alle einzelne Ulanen und alle feindlichen Marodeurs. Die Bevölkerung, so schließt die Prokla­mation, muß sich vollkommen durchdringen lassen von dieser Wahr­heit : das beste Mittel den Feind zu entfernen und sich vor seinen Beraubungen zu sichern, ist, ihm energischen Widerstand zu leisten, und ihm einen Krieg des Hinterhalts und der Plänkler (guerre d’embuscades et de tirailleurs) zu bereiten.

Der durch solche Verordnungen erzeugte Fanatismus hat Scheußlichkeiten zur Folge, wie sie sonst nur von Wilden verübt werden. Neuerdings wird über französische Infamien Folgendes berichtet:

Am 10. Dezember lagen in den beiden in der Nähe des Schlachtfeldes gelegenen Fermen Feuillarde und Pet. Boynes Ver­wundete des 2. Bataillons des 76. Regiments. Die Versuche, die Kranken weiter rückwärts zu schaffen, wurden dadurch verhindert, daß die Franzosen auf die Krankenträger schossen. Man sah sich deshalb genöthigt, die armen Opfer des Kriegs in den Fermen zu lassen. In Pet. Boyenes befanden sich sechsundzwanzig verwundete Soldaten und zwei verwundete Offiziere, die Lieutenants Schmidt und v. Borstkll; zu ihrer Pflege waren 2 Aerzte, Professor Rosen­thal aus Berlin und Dr. Michels zurückgeblieben. Um halb neun Uhr des anderen Morgens erschienen plötzlich französische Soldaten in dem Lazareih, rissen tobend die Decken von den Verwundeten, stießen sie mit Kolben und drohten alle zu ermorden. Nur der Intervention eines französischen Unteroffiziers und eines später hin- zugekommenen Lieutenants gelang es, weitere Gewaltthaten von den Unglücklichen abzuwendcn, doch wurden Dr. Michels und alle nicht an den unteren Gliedmaßen Verwundete, welche zu gehen im Stande waren, gefangen sortgeführt und alle Lazarethgegenstände confiscirt. Dr. Rosenthal folgte den Gefangenen freiwillig, um diese schreiende Verletzung der Genfer Convention zu constatiren.

Gedruckt und verlegt i» er Buckdruckeret des vereinigten evangel. Waisenhauses.

Hierzu die Nr. 51 der Proviuzial-Correfpondenz als Bei läge.