500
BerlVosmMerr.
Wien, 1. Dcc. Bei der heutigen Ziehung der 1864er Loose siel der Haupttreffer von 2ö0,000 fl auf Nr. 64 der Serie 3885; 25,000 fl. fielen auf Nr. 64 der Serie 2446; 15,000 fl. auf Nr. 12 der Serie 1542; 10,000 fl. auf Nr. 6 der Serie 2446; 5000 fl. auf Nr. 16 der i Serie 1542. Weiter gezogene Serien: 1 437, 855, 2593, 3450.
Kurhefftfâe Loose vom Jahre 1845. Serien-Ziehung am 1. Dezember. Nr. 63 79 220 256 261 305 326 522 650 708 1010 1195 1361 1677 1693 1724 1948 2232 2324 2455 2463 2508 2540 2657 2701 2737 2990 3013 3199 3208 3279 3325 3376 3529 3626 3643
Brüsseler Loose von 1856.
Ziehung am 1. Dezember. Nr. 41023 25,000 Fr.. Nr. 50347 10,000 Fr. :
3911 3995 3997 4157 4203 4777 5105 | 5808 5883 6068 6071 6087 6235 6242 5119 5395 5455 5530 5602 5751 5786 | 6270 6352 6472.
Frankfurter Börse.
6. Dezember 1870.
Preußen 4%% Oblig. — P.
Nassau 4%% PMtg. 91 G.
Kurbeffen 4% Oblig. —• P. Bayern 4%% tjâhr. — P. „ 4'/,% %jäbt.91% %. „ »% „ - P. Würtemb. 4V-'/»Obliq.90V, bz. „ 4% Ollig. 83V. G. Baden 4%% Oblig. 91% bz. „ 4% Oblig. 85% G. Gr.Hessen 4% Oblig. 92% G. Oesterr. Silberrentc 54 bz. „ Papterrente 46% G. „ 5% M. steuerf. — bz. Amerik.Bonds 1881r 96% bz. „ ,, 1882r 94% bz. „ „ 1885r 93% bz.
Action.
Darmst. Credit 322 Ä. lOesterr. Creditanst. 237% bz.
Prioritäten.
5% Elisaberhb. — P. ^3% Livornescr E.-B. 31% bz. 6% Oesterr. Südb. 73V. bz. 3% Oesterr. Staatsb. 55% bz. -5% Toskan. Centralb. 49% bz. j AnlehenSloose.
3%% Preuß.L IOVTHlr.- P. Kurhess. â 40 Thlr. - G Nass, â 25 fl. 38% P. 4'/» Bayer, â. tOOTHir. 106V, bz 4°., Bad. â 100 „ 105% 5$. Badische L 35 fl. 58% P. Großh. Hess. â. SO fl. 175 P. „ „ â 25 st - P. Oesterr. fl. 250 v. 1839 — G. „ „ 250 „ 1854 - P. „ ,. 500 „ 1860 75 % bz. „ „ 100 „ 1864 111% bj.
Dest-Creditanst.v.1858 159 bz.
S Wechsel.
fÄmsterdam k. S. 100% bz.
!!Augsburg k. S. 100 P.
^Berlin k. S. 104% »z.
Bremen k. S. 97 bz.
Cöln k. S. 105% bz.
Hamburg f. S. 88% bz.
London k. S. 119% bz.
Paris k. S. — bz.
Wien k. S. 96% bez.
ditto in. S. — G.
ditto l. S. — bz.
Discönto 4% G.
Geldsorten.
Pr.Kaffenscheine R.l.44%—15
„ Frievrichsd'or,, 9.58%—59%
Pistolen „ 9.47-49
„ doppelte „ 9.48—50
Holl.fl.lO-Stückc „ 9.54a6
Ducaten „ 5.37—38
Napoleonsd'or „ 9.33—34
Dollars in Gold „ 2.27-28
Bom Kriegsschauplätze.
Der Berichterstatter der „Cöln.Ztg.", Herr Julius von Wickede, I ichrcibt in einem Artikel „die militairischen Erfolge der letzten! Woche in Frankreich" unter Anderem:
„Was nun unsere letzten militairischen Erfolge bis zum 1. Dezember betrifft, so sind drei von ihnen besonders wichtig. Zuerst, daß eS dem 1. und 8. preußischen Armeecorps unter dem Oberbefehl des Generals v. Manteuffel nach blutigem, verlustreichen Kampfe gelungen ist, die sogenannte französische Nord-Armee am 27. November . vor Amiens zurückzuwerfen und sich in Folge dessen der wichtigen Stadt selbst zu bemächtigen. Es ist zum ersten Mal, daß die französische Nord-Armee in einem größeren Kampfe sich zeigt, und sie muß sich tüchtig geschlagen und den Unsern den Sieg nicht leicht gemacht haben, da selbst unsere Angaben von einem 23 er lüfte von 1000 Todten und Verwundeten sprechen. Diese 9lorb= Armee enthält viele Mobilgardcn und Franctireurs aus der Vend^e und Bretagne, abgehärtete, kräftige Leute, voller Religiosität, die sich leicht einer festen Disciplin fügen und deßhalb gute Soldaten abgeben. Es soll sehr heiß am 27. November hier hergegangen sein, und besonders die rheinländischen Regimenter, die zufälliger Weise am meisten im Feuer waren, haben hart kämpfen müßen, i bevor sie den Feind zurückwarfen. Nähere Detailnachrichten über diesen wichtigen Sieg fehlen übrigens bis jetzt gänzlich. Ein Blick auf die Landkarte zeigt aber die große strategische Wichtigkeit der Einnahme von Amiens. Es steht uns jetzt der Marsch in die Picardie und Normandie bis zum Meere frei, und alle die bedeutenden Eisenbahnlinien, die hier münden, sind jetzt in unserem Besitze. '
Von nicht minderer Bedeutung ist aber der Sieg, den Prinz Friedrich Karl bei Beaune la Rolande, 4 Meilen nordöstlich von Orleans, mit dem 10. (hannoverschen) Armcccorps, der 5. Division (brandenburgische Regimenter Nr. 8, 48, 12 und 52, die Helden von Gravelotte) und der ersten Cavallerie-Division über den rechten Flügel der französischen Loire-Armee nach langem Ringen erzwang. Auch hier, ging es sehr blutig zu. Die französischen Divisionen, größtentheils aus Depotbataillonen der alten Linienregimenter bestehend, kämpften' mit verzweifiltem Muth, und über 1000 Preußen fielen todt oder verwundet, ehe der Sieg endlich vollständig errungen und die Franzosen mit sehr bedeutendem Verlust gänzlich geschlagen j waren. Bleibt der Prinz Friedrich Karl aber im Vorrücken und marschirt der Großherzog von Mecklenburg, der zwischen Mans, Vendüme und Tours operirt, ebenfalls vor, so muß die französische sogenannte Loire-Armee, von der Paris seine Rettung hofft, entweder nach dem Süden zurückweichcn oder sich gegen eine große Ucbermacht schlagen, oder wird cernirt und wie bei Sedan gefangen i genommen. Jedenfalls sind alle ihre Bemühungen zur etwaigen Entsetzung von Paris jetzt schon vollständig vereitelt.
Der dritte Sieg, der des Generals v. Werder über Garibaldi, | ist weitaus der unblutigste. Meine Ansicht, die ich schon wiederholt in der Cölnischen Zeitung aussprach, daß das Garibaldi'sche Corps 1 der schlechteste, undisciplinirteste, aus allen möglichen zusammengelaufenen Scharen bestellende Heeresbanfen ist, den Frankreich uns I
jetzt entgegen stellt, findet durch diesen so leichten Sieg wieder ihre volle Bestätigung. Alle diese so pomphaft gerühmten und überschwänglich verherrlichten Garioaldianer haben sich erbärmlich geschlagen und sind größtentheils eiligst davon gelrufen, bevor sie nur in das Feuer kamen. Hoffentlich hat Garibaldi seine lächerlich traurige Rolle in Frankreich' bald gänzlich ausgespielt und kehrt wieder in sein Vaterland Italien, wohin er gehört, zurück, bevor eine deutsche Kugel seinem Abendteurerzug ein Ende macht. Die Besorgniß, welche man einige Zeit mit Recht hegen durfte, aß sich Garibaldi'sche Streifcorps im Rücken unserer Etappenlinie sammeln und dort allerlei Unfug verüben könnten, wie dies leider bei Chu- tillon geschehen ist, wurde durch diese letzte Niederlage beseitigt.
Dies sind in aller Kürze die glücklichen Erfolge der letzten Tage vom 27. Nov. bis 1. Dec."
Die provisorische Regierung in Frankreich wird nun bald ein- sehen, daß durchaus kein Verrath zu einer Niederlage nothwendig ist. „Möchte, so schreibt Wachenhusen, diese unglückliche Nation einsehen, daß sie für diesmal verloren ist!
„Die französische Nation war der Pfau im Hühnerhof. Wir wissen, was für ein Unglück er darin angerichtet; Niemand aber erkennt mehr, als ich, die jammervolle Rolle dieses Pfaues, seit man ihm seine Federn ausgerupft. Da stehen diese Spitzen der Civilisation, diese Löwen der Einbildung, diese Bevorzugten der Aufklärung, die niemals etwas zu lernen brauchten, weil ihnen die Natur nach ihrer Ueberzeugung alles in die Wiege gelegt hatte, waS zur Taufe eines Helden gehört! Sic sind als National- oder Mobilgardcn ins Feld gerückt, haben sich mit einem Schwert, einer Feldflasche und einer Tabatiöre (seit Kurzem sogar mit dem Chasscpot) bewaffnet und sich den Deutschen entgegen geworfen, um das Vaterland zu retten, das auf eine schmachvolle Weise durch Verkauf und Verrath in Feindeshand gerathen. Die Armee ist in Gefangenschaft; sie, die Alles können, mußten auch mehr können, alt diese käufliche Armee konnte. Es galt, dem Vaterlande zu beweisen, daß Frankreich noch Männer besitze, und als sie dies bewiesen, thaten sie, wie Jeder zu thun pflegt, der etwas übernimmt, das er nicht versteht, — sie blawirten sich.
Aus den Gefechtsberichten geht klar hervor, daß es allein die Linientruppen sind, welche den Mobilgarden noch einen Halt geben. Die Zahl der Gefangenen bewies eS, daß wir cs nicht mit einer todtesmuthigen verzweifelten Nation zu thun haben, sondern nur mit einer solchen, welche in wildem Haß diese Rolle spielen möchte. Unsere Colonncn haben gegen die Ucbermacht Stand gehalten, sie haben den Todesmuth gezeigt, der nichts Andres kennt als Sterben oder Siegen. (Trib.)
Wiesbaden, 6. Dec. - Telegramm deS Prinzen Karl an die Prinzessin Karl in Wiesbaden. Versailles, 6. Dec. Nachträgliches über Fritz Karl's Sieg bei Orleans: 77 Geschütze, Unzahl Militair-Equipagen, 4 armirte Dampfschiffe genommen. 10,0000 Gefangene, Loire-Armee nach allen Richtungen versprengt.
' ®rtra-®ei!ane »um Franks. Journal.)
Äeoruckl und verlegt in ter Bucyvruueret oes ocremigren evangel. L>uneuy»uics.