494
Tarif für Retourbilette.
1. Kl.
2 Kl.
3 KI.
Von Hanau nach
thlr.sg. thlr.sg. thlr.sg.
Niederrodenbach
. — 8
- 6
— 4
Langenselbold . . .
. — 13
— 10
— 7
Meerholz . . . .
. — 21
— 16
— 11
Gelnbausen.
. - 24
— 18
- 12
Wächtersbach .
. 1 6
- 27
— 18
Salmünster. . . .
1 13
1 2
— 22
Steinau .
. 1 20
1 8
- 25
Schlüchtern.
. 1 26
1 12
- 28
Elm.....
. 2 5
1 19
1 3
Flieden.....
. 2 16
1 27
1 8
Neuhof.....
. 2 21
2 1
1 11
Fulda.....
. 3 6
2 12
1 18
Hünfeld . . . .
. 3 24
2 26
1 27
Burghaun .
. 3 29
2 29
2 -
Neukirchen .
. 4 8
3 6
2 4
Hersfeld .
. 4 22
3 17
2 11
Bebra.....
. 5 6
3 27
2 18
Von Hanau nach Frankfurt:
I. Kl. 1 ft. 9 kr., II.
Bl. 45 lr., III. Kl.
33 kr.
wurden folgende Serien gezogen: Serie 1 I 3951 5962 6836 7908 5726 2977 4458 6717 871 7664 1463 2437 5507 5868 I 5638 7884 4998 6455 4188.
VerLoosurtgeu..
Karlsruhe, 30. Nov. In der heutigen Serien - Ziehung der 35 fl.-Loose
Frankfurter Börse.
2. Dezember 1870.
Preußen 4 ‘A % Oblig. - P. Nassau 4%% PbUg. 91 bz. Kurhessen 4% Oblig. — bz. Bayern 4%% tjâhr. 91 % P.
„ 4%%%W-91%U
„ 4% „ 85% P.
Würtemb. 4'/,'/, Obltg.91 G.
„ 4% Oblig. - P.
Baden 4 %% Oblig. 90% G.
„ 4% Oblig. 85% P.
Gr.Hessen 4% Öblig. 92% G.
Oesterr. Silberrente 53'%, bz.
„ Papierrente 45% G.
„ 5% M. steuerf. — bz.
Amertk. Bonds 1881r 96% bz. „ „ 1882r 94% bz.
„ „ 1885r 93% bz.
Action.
varmst. Credit 320 bz.
Oesterr. Creditanst. 238 % bz.
Prioritäten.
5% Elisabethb. 77 bz
3%, Livorneser E.-B. 31% bz.
6% Oesterr. Südb. 73% bz.
3% Oesterr. Staarsb. 55% bz
5% Toskan. Centralb. 49% bz.
Anlehensloose.
3 % % Preuß, st MOTHlr.- P.
Kurhess. ä 40 Thlr. — bz Nafl. â 25 st. 38'4 ®.
4°/, Bayer.ü lOOTHlr. 106% bz 4% Bad. â 100 „ 105% P.
Badische â 35 st. 58 P
G^oßh. Hess, â 50 fl. 175 P.
„ „ â 25 fl - P.
Oesterr. fl. 250 v. 1839 — G.
„ „ 250 „ 1854 — P.
„ ,. 500 „ 1860 75% bz.
„ „ 100 „ 1864 — G.
^Oest Creditanst. v.t858 — P.
1 Wechsel.
Amsterdam k. S 100% bz. Augsburg k. S. 100 P.
Berlin k. S. 105% bz. Bremen k. S. 97 P.
Soin k. S. 105'% bz.
Hamburg t. S. 88 bz.
London k. S. 119% bz. Paris k. K. — bz.
Wien k. S. 96 bez,
ditto m. S. — <S. ditto l. S. 957% bz.
Disconto 4'% ®.
Geldsorton.
Pr.Kassenscheine fl. 1.44%— 45
„ Frievrichsd'or,, 9.581/, —59%
Pistolen „ 9.46 —48
„ doppelte „ 9.46 —48 Hoü.st.lO-Stücke., 9.54a6 Ducaten , 5.36—38
Napoleonsd'or „ 9.33—34 Dollars in Gold „ 2.27—28
Vom Kriegsschauplätze
Die kecke That eines preußischen Offiziers verschaffte dem Prinzen Friedrich Karl schon in den ersten Tagen seines Anmarsches gegen die Loire-Armee ein Bild der Aufstellung derselben. Auf den Wunsch des Prinzen Friedrich Karl, der damals sein Hauptquartier in Pithiviers hatte, machten mehrere Generalstabs- Offiziere, unter ihnen der Lieutenant v. Bülow, früher bekanntlich unserem Milirairbevollmächtigten in Paris zugetheilt, einen kühnen Ritt mitten durch die französischen Linien und kamen, vom Nebel begünstigt, wohlbehalten beim Hauptquartier der zweiten Armee wieder an. Nun wußte man zuverlässig, daß die Loire-Armee unter Aurelies de Paladine die Strecke von Orleans bis Artenay besetzt hielt. Bis zu letzterem Orte waren allerdings lediglich die Vorposten des Feindes vorgeschoben. Von Orleans aus springt in nördlicher Richtung ein dichter Wald vor, den sie augenscheinlich als Stützpunkt ihrer taktischen Stellung und als für sie günstigstes Terrain einer künftigen Schlacht zu benutzen glaubten. Sie legten daselbst auch Erdwerke und Schützengräben an und suchten überhaupt diese Gegend zu einer möglichst festen zu machen.
Einem Privatschreiben aus Paris, 17. Nov., entnehmen wir Folgendes: „Nachdem wir seit einiger Zeit der nützlichsten Dinge beraubt waren und jetzt auf dem Punkte stehen, daß uns das unumgänglich Nothwendige abgcht, werden wir bald in Wirklichkeit alle Schrecken einer Belagerung auszustehen haben. Der Gouverneur von Paris ergreift deßhalb auch die energischsten Maßregeln, um der Belagerung ein Ende zu machen. Wir erwarten in acht Tagen einen Ausfall, um die feindlichen Linien zu durchbrechen. Gelingt derselbe, so wird sich die Lage vollständig ändern und das Glück sich uns wieder zuwenden. Wenn wir aber eine neue Niederlage erleideu, so bleibt Paris nichts übrig, als zu capituliren und einen
schmerzlichen Frieden zu unterzeichnen . . . Paris setzt seine ganze Hoffnung in die Hauptaction, die bevorsteht, aber sie muß ohne Verzug ausgeführt werden. Denn jeder Tag führt uns eine Katastrophe näher, nämlich: dem Hungertodte. Seit 15 Tagen gibt
: Tag (nach den letzten
man uns nur 50 Grammes Fleisch per
Nachrichten nur noch 33| Gr.), was für Person ausmacht, und wir haben nur noch
20 Tage 2 Pfund per für eine Woche. Viele haben schon seit langer weil man genöthigt ist,
Personen — und ich gehöre zu ihnen — Zeit ihrer kleinen Fleischportionen entsagt, 3 bis 4 Stunden, einerlei, wie das Wetter ist, vor den Metzger
laden zu warten. Glücklicher Weise haben wir noch Brod, wenn auch von mittelmäßiger Qualität, aber cs ist doch Brod, und wir hauen stark ein, da die Preise aller übrigen Lebensmittel zu hoch sind, als daß wir sie kaufen könnten. Außer den gewöhnlichen Lebensmitteln werden jetzt andere (Sattungen Eßwaarcn feilgeboten, von welchen ich dir mit Sachkenntniß sprechen kann, da ich sie selbst an der Halle eingesehen habe, wo ich am letzten Samstage mit einem meiner Freunde war, um einige Porräibe zu kaufen.
Ich wollte die Hälfte einer Katze haben. Man verlangte 4| Franken; ich bot 4 Fr., aber man ließ sie mir nicht. Später bedauerte ich, sie nicht genommen zu haben; denn sie war prachtvoll, und man hätte ein köstliches Ragout daraus zubereiten können. Ich sah, wie Ratten zu 80 Centimes bis 1 Franc, je nach ihrer Größe, verkauft wurden; ich kaufte keine, obgleich man behauptet, sie seien vortrefflich; aber ich habe noch einige Vorräthe, und will warten, bis sie erschöpft sind, ehe ich zu diesem phantastischen Regime übergehe. Die Hunde sind ebenfalls in gewissen Läden erschienen; sie sind aber noch nicht sehr gesucht; man findet sie im Allgemeinen hart und trocken und ißt sie nur aus höchster Noth. Da ich aber das Bedürfniß hatte, mich an diesem Tage zu rega; lircn, so kaufte ich mir Spatzen, das Stück zu 50 Centimes. Du kannst aus dem Gesagten ersehen, daß, wenn die Lage auch keine verzweifelte, sie doch eine sehr compromittirte ist, wenn die Regierung nicht in kürzester Kürze kräftig auftrilt. Unter keinen Umständen darf sich die Sache noch lange hinziehen. Zudem befinden wir uns fortwährend in furchtbarer Erregung. Kanonendonner bei Tag und Nacht, das durch Mark und Bein dringende Geräusch der Mitraillcusen, welches selbst die wüthigsten Männer nicht kalt läßt; das Trommeln und Trompeten vom Tagesanbruch bis zum späten Abend und auch oft des Nachts, wenn man, wie am 31. Oktober, die rothe Republik proclamiren will, — alles dies greift die Nerven furchtbar an .... Die Pocken richten große. Verheerungen an; letzte Woche starben 480 Personen. Was mich betrifft, so bin ich vollständig gesund, leider zu gesund: denn ich habe einen schrecklichen Appetit, und nur selten kann ich ihn vollständig befri-digen. Ich erhielt heute Morgen den Besuch des Vetters W. p er kam, um mit mir zu frühstücken. Unser Mahl bestand aus Kartoffeln, die mit Pferdeschmalz zubereitet waren, eine Portion Eselswurst, so groß wie eine Nuß, einem Stück Chocolade als Dessert, dazu Brod und Wein, so viel man wollte. Es war ein wahres Festmahl! Zwar schmeckten die Kartoffeln etwas nad) Talg, die Wurst war etwas ranzig, und das Brod etwas sauer, aber, diese kleinen Unannehmlichkeiten abgerechnet, an die znan sich eben gewöhnt, haben wir ganz ausgezeichnet gefrühstückt."
i@6in. Ltg.)
Aus Paris vom 18. November theilt die Correspondance de Tours mit: „Die Strauße, Nandus und Kasuars des Bois de Boulogne sind endlich — acclimatisirt. Gestern wurde dieses große Wild in der englischen Metzgerei deS Faubourg St. Honor6 gleichzeitig mit den Büffeln zum Kauf geboten, Die Hunde werden zu Tausenden verspeist. Das Vorurtheil unserer Väter geht zu Grabe. Ordentlich abgeschlachtet, wohl abgehâutet, passend zubereitet und mit einer guten Sauce angerichtet, ist der Hund eine vorzügliche Speise; das Fleisch ist delikat, rosig und keineswegs hart, obwohl das Sprüchwort sagt: „dur comme du chien“.
Geocucki and verleg! in der töumoiuaeiii ves oereiniglcn mangel, Hbaiieni)Mi|e».
Hierzu die Mr- 48 der ProvinziuL-Correfpoudeuz als Beilage.