Bebra-Hanauer Eisenbahn
Von Hanan nach
1. Kl. thl.sg.
3 KI. thl.sg.
3. Kv thl.sg.
Langenselbold.....
- 10
— 7
- 4
Meerbolz ......
— 16
— 11
— 7
Gelnhausen.....
— 18
— 12
— 8
Wächtersbach.....
- 27
— 18
— 11
Salmünster.....
1 2
— 22
- 14
Steinau......
1 8
— 25
— 16
Schlüchtern.....
1 12
- 28
— 18
Elm........
1 19
1 3
— 21
Flieden.......
1 27
1 8
— 24
Neuhof. ......
2 1
1 11
— 26
Fulda.......
2 12
1 18
1 —
Hünfeld......
2 26
1 27
1 6
Burghaun......
2 29
2 -
1 7
Neukirchen......
3 6
2 4
1 10
Hersfeld ......
3 17
2 11
1 15
Bebra.......
3 27
2 18
1 19
484
Tarif für Retourbilette.
Von Hanau nach
1. Kl.
2. Kl.
3.
thlr.sg.
thlr.sa. tblr.
Niederrodenbach . .
. — 8
— 6
Langenselbold . . .
. - 13
— 10
Meerholz ....
. — 21
— 16
Gelnhausen.
. - 24
— 18
Wächtersbach .
• 16
— 27
Salmünster.
1 13
1 2
Steinau .
. 1 20
1 8
Schlüchtern.
. 1 26
1 12
_
Elm.....
■ 2 5
1 19
1
Flieden.....
. 2 16
1 27
1
Neuhof.....
. 2 21
2 1
1
Fulda.....
. 3 6
2 12
1
Hünfeld .
3 24
2 26
1
Burghaun .
. 3 29
2 29
2
Neukirchen .
• 4 8
3 6
2
Hersfeld .
• 4 22
3 17
2
Bebra.....
5 6
3 27
2
KI.
-sg.
4
7
11
12
18
22
25
28
3
8
11
18
27
4
11
18
Von Hanau nach Frankfurt:
I. Kl. 1 fl. 9 kr., II. Kl. 45 lr., III. Kl. 33 kr..
Geld - Course.
(vom 25. November.)
Preußische Kassenscheine . . fl. 1. 44%—45
Pistolen
Friedrichsd'or .
(Doppelte) . .
Holländische fl. 10 Stücke . Dukaten ...... Napoleonsd'or . . . , Sovereigns..... Imperiales...... Gold per Pfund fein . , Dollar in Gold ....
9. 58-59
9. 47-49
9. 47-49
fl. 9. 54-56
5. 36-38
9. 32'/,-33'/,
11. 54 -58
9. 48-50 816-21
2. 27-28
Die „Spener'sche Ztg." veröffentlicht folgenden Feldpostbrief aus dem Lager der Garde, nach welchem gemüthliche Zwischenfälle, wie sic sich vor der Uebergabe von Metz zutrugen, sich auch vor Paris einzustellen beginnen:
Graulay, 8. Nov. Heute bezogen wir ausnahmsweise die Vorposten in Stains und erlebten dort etwas, was uns Allen, die dort waren, unvergeßlich bleiben wird. Wenn wir jedesmal solchen Vorposten hatten, so würde es uns sehr angenehm sein. Wir lagen zwar im Freien, es war auch hübsch kalt, aber es fiel nicht ein Schuß und Vormittags bekamen wir Besuch, und zwar von den Franzosen. Wir trauten kaum unsern Augen, als dieselben herankamen. Zuerst 4= bis 500 Schritt sahen wir dieselben, wie sie auf der Chaussee standen, die Mützen abnahmen, schwenkten und uns die Branntweinfiaschen zeigten und zutrankcn. Wir erwiderten ihre Grüße und winkten mit den Taschentüchern, daß sie zu uns kommen möchten. Wirklich nach einer Viertelstunde kamen zuerst 3 Offiziere, der eine mit einer kleinen weißen Fahne, und 14 Mann immer näher an uns heran, indem sie die Hände ausbreiteten und zeigten, daß sie keine Waffen hätten, nur die Offiziere hatten ihre Säbel umgcschnallt Ungefähr noch 200 Schritt von uns entfernt, blieben die 14 Mann stehen und die Offiziere kamen näher. Unsere Offiziere und wir gingen denselben 10 Schritte entgegen und begrüßten uns auf kameradschaftliche Weise. - Sie sagten, sie sähen gar nicht ein, warum wir nicht gegenseitig correspondiren und Neuigkeiten mittheilen sollten; sie hätten den Krieg satt und wünschten sehnlichst den Frieden, und so versprachen wir, gegenseitig nicht zu schießen. Da die andern 14 Mann sahen, daß wir mit ihren Offizieren plauderten, kamen sie auch heran und drückten uns die Hände. Es wären noch mehrere gekommen, aber ihre Offiziere winkten, daß sie dort bleiben sollten. Wir vertheilten nun Cigarren, Cognac rc., worüber sie sich sehr freuten. Auch ließen wir sie von der eben gekochten Erbsenwurst kosten und schmeckte ihnen dieselbe ausgezeichnet. Sie erzählten uns, daß die Vorposten noch keinen Mangel litten; dreimal in der Woche bekommen sie noch Schweineoder Eselsfleisch, aber in der Stadt soll cs sehr schlimm ausschen, und wünschen sie, daß bald Friede würde, denn Paris könne sich nicht mehr lange halten. Als wir sie fragten, warum sie die erste Zeit so oft geschossen, ohne uns doch zu schaden, erwiderten sie, daß sic uns damit schrecken wollten. Nachdem sic ungefähr eine Stunde bei uns verweilten, gingen sie wieder zurück, gaben uns die Hände und bedankten sich vielmals. Auf dem Rückwege winkten sie noch oft mit den Mützen. Dies war ein angenehmer Act im Vorpostcndienst. '
Die Kapitulation von Paris ist nun bald zu erwarten, wenn sich nicht alle begründeten Berechnungen täuschen.
Seit dem 10. November hat man kein Schlachtvieh in der Stadt mehr gehabt und schlachtet Pferde und Hausthiere, die naturgemäß bei einer so großen Zahl Nahrungsbedürfiiger nur für einige Tage ausreichen können. Freilich läßt sich der Hunger auch mit weniger nahrhaften Mitteln stillen, aber alle aufgefangenen Briefe bestätigen, daß die Noth groß wird, und immer entschiedener werden Stimmen laut, welche fordern, daß Paris sich nicht opfere für die Provinzen, welche ihm keinen Ersatz gebracht.
Es ist möglich, daß Trochu noch einen größeren Ausfall versucht, aber man ist darauf vorbereitet, ihn zu empfangen.
Der Erfolg bei Oreux sollte den Franzosen zeigen, daß von einem Entsatz nicht die Rede sein kann.
scyeruplatze.
Nach der „Köln. Ztg " wissen die engl. Korrespondenten im deutschen Hauptquartier vor Paris nicht genug zu berichten von den vortrefflichen Vorbereitungen, welche man deutscher Seits trifft, um die Franzosen bei einem etwaigen Ausfälle recht warm zu empfangen, und sind des Lobes voll über die Wachsamkeit und gute Haltung der Vorposten. AuS dem Quartier deS Kronprinzen von Sachsen berichtet ein anscheinend militärischer Korrespondent Folgendes: „Was seit Beendigung der Waffenstillstands-Verhandlungen geschehen ist, muß als geradezu erstaunlich bezeichnet werden. Wenn Paris in seinen Forts eine Anzahl von Festungen zwischen sich und der deutschen Armre hat, so hat die letztere dafür eine fast ununterbrochene Linie von Feldbefestigungen zwischen den Forts .und dem Rücken der Einschließungslinien angelegt. Während die Truppen den angekündigten Ausfall erwarten, konnte man so recht deutlich beobachten, was von ihnen im Falle der Vertheidigung so wohl als beim Angriffe erwartet werden kann. Hinter Werken, welche sie dem anrückenden Feinde vollkommen unsichtbar machen mußten, standen Compagnien von Schützen bereit, ein mörderisches Feuer abzugeben. In den in wenigen Tagen verdoppelten Batterieen standen Feldgeschütze und die Artilleristen dahinter, sic zu bedienen. Züge von Munitionswagen waren in kurzer Entfernung aufgefahren. Die Kavallerie stand an den Landstraßen bereit in Position. Allenthalben sah man die Stabsoffiziere im Sattel, in gespannter Erwartung des Feindes. Es kamen indessen unter Bedeckung von Truppenabtheilungen nur lange Züge von Civitpersonen, am 15. zwischen 30- bis 40,000 Mann, aus der Stadt, die auf den Feldern Kartoffeln auSgruben. Viele waren gut, manche sogar elegant gekleidet, und man bemerkte sogar Gruppen von Damen unter denselben." ___________________
aus der amtlichen Verlust-Liste Nr. 102. Auf Vorposten bei La Tuileric-Kerme am 9. Oktober S8-v
11. Armee-Eorps.
Hessisches Füsilier-Regiment Nr. 80.
4. Compagnie.
Gefr. Christian Heyn aus Niedermittlau, Kr. Gelnhausen.
S. v. Sch. i. d. l. Arm. Laz. Boissy St. Leger.
General-Gtappen-Jnspektio» der 1. Armee Vorpostenqefecbt bei l« Grange am 11. Okt. ISVO. 4. Westfälisches Landwehr-Regiment Nr. 17.
Besatzungs-Bataillon (Düsseldorf).
3. Compagnie.
Konrad Kneib aus Völzberg, Kr. Gelnhausen. S. ». S. i. d. Wade. Laz. Sierk. _________________
Drpeseben deS Hanauer KreisblatteS, welche nicht durch Extra-Beilage veröffentlicht wurden.
Officiell. Versailles, 22. November. Am fanden verschiedene kleine siegreiche Gefechte südlich von la Laupe statt, wobei das Regiment Nr. 83 ein Geschütz nahm. Am 22. ist Nogent le Rotrou ohne Widerstand von diesseitigen Truppen besetzt worden. von Podbielsky.
Officiell. Versailles, 23. November. Am 22. hat die Beschießung von Thionville begonnen; am 23. letzte der Großherzog von Mecklenburg seinen Vormarsch weiter fort Vor Paris sind die Verhältnisse unverändert.von Podbielsky.
Gedruckt und verlegt in der Buckdruckeret des vereinigten evangel. Waisenhauses.
Hierzu die Ztr, 4 V der Provinzial-Correspondenz als Beilage