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Nach einer auch durch das Militair-Wochenblatt wiedergegebenen Berechnung sind gegenwärtig 4 französische Marschälle, etwa 140 Generäle, 10,000 Offiziere, 323,000 Mann Franzosen in deutscher Gefangenschaft, während die Franzosen nur 2100 deutsche Soldaten gefangen halten.

Das N. W. Tagbl. sagt in einem längeren Artikel über den Fall von Metz:Es ist keine Uebertreibung, zu sagen, daß die französische Armee in einer Weise geschlagen und vernichtet worden ist, für die wir absolut kein Beispiel in der Kriegsgeschichte finden. Mit ungefähr 300,000 Mann hat Kaiser Napoleon den wahnsin­nigen und frevelhaften Krieg gegen Deutschland begonnen, und diese 300,000 Mann, so weit sie nicht den ewigen Schlaf schlafen, oder in den Lazarethen dahinsiechen, sind Gefangene der deutschen Sieger. Abgesehen von einigen Regimentern, die in Algier und den anderen Colonieen des Reiches stehen, ist die ganze französische Armee ge­fangen. Es existiren wohl neugebildete Regiments de marche, vierte Bataillone, Mobilgarden u. s. w., aber keine französische Armee mehr. Alles Kaiser, Marschälle, Mannschaften, Generale, Stäbe, Cadres, Infanterie, Cavallerie, Artillerie, Magazine, Festungen, Pontons Alles ist in den Händen derdeutschen Schneider und Schuster", die am 16. Juli erst ihre Werkstätten verließen und nun im Herzen Frankreichs stehen."

Aus Lothringen, 28. Okt. Außer Garibaldi haben in der letzten Zeit noch mehrere andere italienische, polnische, belgische und amerikanische Freischärler es versucht, Franctireursbanden gegen uns zu bilden. Alle diese Männer spielen ein sehr gewagtes Spiel, denn da wir gegenwärtig nicht mit Italien, Polen, Nord­amerika und Belgien im Kriege, sondern im tiefsten Frieden leben, so dürfen auch die Angehörigen dieser Staaten nicht willkürlich die Waffen gegen uns ergreifen, stellen sich, wenn sie dies thun, ohne vorher naturalifirt und in die reguläre französische Armee gesetzlich eingereiht worden, außer dem Kriegsgesetz, werden daher nicht als Soldaten, sondern als fremde Räuber behandelt und somit inner­halb 24 Stunden standrechtlich verurtheilt und werden erschossen, wenn sie in unsere Hände fallen. Unsere Soldaten sind übrigens gegen diese Fremden so wüthend, daß sie entschieden keinen Pardon geben wollen, und so möchte auch Garibaldi sein Leben durch deutsche Kugeln enden, wenn er in unsere Gewalt gerathen sollte.

Unsere Truppen dürften in diesem Falle den Mann schwerlich nach seinem Namen fragen, sondern ihn ohne weitere Umstände erschießen, wie es in diesem Kriege, wo die Franctireurs nur zu häufig schon auf unsere Verwundeten geschossen haben, jetzt gewöhnlich mit der­artigen Leuten zu geschehen pflegt. tc4|n. 8tgi)

Depeschen des Hanauer Kreisblattes, welche nicht durch Extra-Beilage veröffentlicht wurden.

Officielle Kriegsnachrichten.

Versailles den 31. Oktober. Prinz Friedrich Carl meldet, daß in Metz 53 Adler mit Fahnen abgeliefcrt worden seien. Thiers ist heute Mittag aus Paris hierher zurückgekehrt. Sonst vor Paris nichts vorgefallen.

Die Vorposten des Generals von Werder trafen am 27. in der Umgegend von Gray auf feindliche Truppen, schlugen dieselben überall in die Flucht und nahmen 15 Offiziere und 500 Mann gefangen. von Podbielsky.

Versailles, 1. November. Verlust der 2. Garde-Jnfan- terie-Diviston im Gefecht am 30. Oktober: 34 Offiziere und 449 Mann. Fort Valerien feuerte am 31. Abends und 1. November Früh sehr lebhaft, ohne daß diesseits irgend welcher Verlust.

von Podbielsky.

Versailles, 2. November. General von Werder meldet, daß General von Beyer am 30. Oktober vor Dijon hartnäckigen Widerstand fand. Prinz Wilhelm von Baden nahm die Höhen St. Apolinari und die Vorstädte, worauf der Feind abzog, am 31. Früh wurde die Stadt von der Mairie übergeben. Diesseits 5 Offiziere verwundet, 250 Mann todt und verwundet. Der feind­liche Verlust ist sehr bedeutend. Vor Paris nichts besonderes ge­meldet. von Podbielsky.

Künheim, 2. November. Seit heute früh Feuer auf Neubreisach aus 3 Batterien bei Biesheim resp. Wolfgantzen, auf Fort Mortier aus 3 Batterien bei Altbreisach eröffnet.

von Schmeling.

Die Sammlung für das 1. und 2. Bataillon des 82. Regiments hat den reichen Ertrag ergeben von: 1040 wollene Unterjacken und wollene Hemden, 1180 wollene Unterhosen, 2994 Paar wollene Strümpfe und Socken, 1600 Barchent-Fußlappen, 61 Leibbinden, 21 Westen, 51 Shawls und Palatine, 1 wollenes Vorhemd, 2 wollene Aermel, 5 Paar Pulswärmer, 1 Paar Kniewärmer, 40 Hemden, 11 Handtücher, 53 Taschentücher, 1 Paar Ohrklappen, 1 Stück Leinen, 1 Stück Barchent, 2 wollene Decken, 1 Paar Stiefel, 4 Paar Filzschuhe und Pantoffel, 57 Spiele-Karten, 4 Päckchen mit bestimmten Adressen, 4322 Cigarren, 5 Pack Schnupftabak, 2 Fässer mit 303 Pfd. und 28 Päckchen Rauchtabak, 2 Flaschen Branntwein mit bestimmter Adresse und 10| Ohm Branntwein, 1 Kiste Tabak und eine Kiste Cigarren mit bestimmten Adressen, 20 Pfd. Lichte, 1160 Pack Streichseuerzeuge, 890 Gulden 26 è Kreuzer baar. Von dem baaren Geld sind 695 fl. 28 kr. zum Ankauf von Jacken, Hosen, Strümpfen und Tabak verwendet, auch ist Wolle angekauft und in Schulen, sowie in einzelnen Fami­lien zum Stricken von Strümpfen vertheilt. Der Rest soll für Branntwein und Ver- packungs- und Transportkosten verwendet werden. Aeußerst willkommen war die Unter­stützung durch Fräulein Luise Krug, welche mit ihrem schönen Talent das musikalische Publikum erfreute, und in ihrem bekannten Wohlthätigkeitssinn den Ertrag ihres Con­certs mit 238 Gulden 4 Kreuzer zur Erquickung unseres ruhmvollen Regiments über­wies. Die Anerkennung dieser edlen Handlung wird weder vor Paris noch in Hanau fehlen. Die für die Feldarmee nicht geeigneten Kleider sind an die hiesigen Lazarethe abgegeben. Unter Leitung der Herren Schiarbaum, Dietz, Hochstätter und Schulz jun. wird die Sendung Sonnabend d. 5. d. M. Abends abgehen. In Frankfurt werden die Liebesgaben des Kreises Homburg für das Füsilier-Bataillon mitgenommen.

- Allen freundlichen Gebern in den Städten und Landgemeinden, den Einsammlern der Gaben, insbesondere den Herren Geistlichen, Bürgermeistern und Lehrern wird von Herzen Dank gesagt. Da wegen der Sammlung in Homburg und der den Bahnbetrieb störenden Gefangenenzüge einige Tage Verzögerung entstehen, wird noch um gütige Gaben von Tabak, Cigarren, Branntwein und geräucherten Fleischwaaren gebeten. Annahme bei den Transporlführeru und dem ergebenst Unterzeichneten. Die Sen­dungen der Angehörigen von einzelnen Soldaten, sofern Letztere vor Paris stehen, werden gern übernommen und befördert.

Hanau, den 2. November 1870.

Schrötter.

Verloosnngen.

Braunschweigisches Prämien-Anlehen von 10 Millionen Thalern. Ziehung am 1. November.

Ser.-Nr. 39 50 277 491 551 862 1056 1258 1351 1363 1620 1843 2203 2250

2721 2757 2808 2955 3131 3269 3276

3536 3642 3682 3862 3905 3946 4220

4277 4355 4400 4664 4677 4681 4692

4891 4902 5267 5311 5438 5774 5997

6157 6426 6459 6513 6867 6905 6924

7118 7174 7337 7732 7809 7938 8399

8510 8534 8646 8837 8886 8888 8909

9171 9752 9755 9766 9881.

Wien, 2. November. Bei der heute stattgehabten Ziehung der 186Or Loose fielen 300,000 fl. aus Serie 15461 Nr. 16, 50,000 fl. aus Serie 12685 Nr. 17,

25,000 fl. auf Serie 19178 Nr. 19,

10,000 fl. aus Serie 5138 Nr. 7 und Serie 5621 Nr. 6.

Meininger Loose. Am 1. November ge­zogene Serien:

395 1055 1178 2350 2823 3240 3932 5474 5949 6117 7514 7535 7770 8372 8481 8609 8634 9669 9721 9799.

Finnländer Loose. Ziehung 1. November. Hauptpreise: Serie 7650 Nr. 16 â Thlr. 25,000; Serie 6493 Nr. 10 ä Thlr. 2500.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten evangel. Waisenhauses.

Hierzu die Mr» 44 der Provinzial Correfpondenz als Beilage.