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4. Compagnie.

Musk. Peter Müller aus Steinau, Kr. Schlüchtern. S. v. S. i. r. Untersch. Musk. Jost Diehl aus Praunheim, Kr. Hanau. S. v. S. i. r. Oberarm. Musk. Wilh. Pulver aus Berkersheim, Kr. Hanau. L. v. S. a. r. Fuß.

5. Compagnie.

Musk. Johannes Braun aus Preungesheim, Kr. Hanau. B. unb. Musk. Johannes Kaufmann aus Rückingen, Kr. Hanau, V. unb.

7. Compagnie.

Musk. Konrad Waller aus Langenselbold, Kr. Hanau. T. Musk. Johannes Huhn aus Hochstadt, Kr. Hanau. V. unb. Musk. Hermann Sagel aus Eschersheim, Kr. Hanau. V. unb.

12. Compagnie.

Füs. Johannes Hens aus Ravolzhausen, Kr. Hanau. T. S. i. d. Hals.

Aus der amtlichen Verlust-Liste Nr. 91. Schlackt bei Sedan am S. Scptèurber 1S?O.

Hessisches Feld-Artillerie-Regiment Nr. 11.

Kan. Heinrich Nader aus Geislitz, Kr. Gelnhausen. S. v.

S. d. b. Waden u. l. Unterarm. Laz. St. Monges.

Unter der Ueberschrift:Ohnmacht" schreibt man derLi­berty" unter dem 9. d. aus Tours:Seit 5 Tagen reise ich, um mir eine richtige Ansicht von der Lage des armen, so sehr geliebten Frankreich zu bilden, habe aber nur einen einzigen bittern und wahrhaft grausamen Eindruck sammeln können, und zwar den, daß die Ohnmacht überall ist. Die Ohnmacht, die Tochter der Unord­nung, der Unwissenheit, der Frivolität, des Stolzes, das ist unser Uebel, das ist die Strömung, die uns zu einem nahen, unheilvollen, schrecklichen Untergang führt, wenn wir nicht auf diesem Abhange einhalten, auf den uns die Fehler des Kaiserreichs und unsere Niederlagen seit 2 Monaten geworfen haben. Wohin bist Du ge­rathen, schöne und tapfere Armee? Erröthe vor Zorn! Man registrirt nicht mehr Deine Siege ein ... . Jetzt verzeichnet man auf den Mauern der Städte, Dörfer und Weiler die abenteuerlichen Erfolge ...... die Großthaten der Franctireurs! Und wir sehen gloriose Bulletins prahlen, welche melden, daß der Feind ge­schlagen worden ist und daß zwei Ulanen auf dem Schlachtfelde geblieben sind. Das ist die Nahrung, die man dem Patriotismus Frankreichs gibt. Wir dürfen uns nicht mehr durch Illusionen irre führen lassen, die wir weit fortwerfen müssen. Mögen wahre Pa­trioten die Stimme erheben und die Wahrheit sagen. So peinlich sie auch sein mag, es ist dringend nothwendig, daß man sie kennen lernt. Um eine Wunde zu heilen muß man nicht warten, bis der Krebs dazu kommt. Aber wenn der Krebs sich eingestellt hat, dann die Amputation . . . Wenn ein Mann sich der Gewalt bemächtigt, die von Männern ausgeübt wurde, die er für unfähig erklärt, so kann er nur eine Entschuldigung haben, die, es besser zu machen als seine Vorgänger. Wenn er es nicht besser macht, so ist er strafbar, und man muß ihn dahin zurückschicken, wo er in Bescheiden­heit und Dunkelheit hätte bleiben sollen. Sprechen wir es aus: fast alle Männer der Negierung in Tours sind ihrer Aufgabe nicht gewachsen. Man muß sie daher fortschicken . . . Man träumt, man erwartet . . . wahrscheinlich ein Wunder. Und während der Zeit erschöpfen sich die Proviantvorräthe in Paris, Bazaine wird mit jedem Tage schwächer; die politischen Leidenschaften wachsen, und die Regierung schreitet von einem Fehler zum andern. Und während dieser Zeit erschreckt die allgemeine Desorganisation Frank­reichs die Personen, die uns Hülfe bringen möchten, und die sich ängstlich fragen, welche die wahre Regierung Frankreichs sei, die in Tours, die in Lyon, die in Marseille oder die in Metz. Wir denken nicht genug an die Letztere! Und während dieser Zeit kann kein Mann sich erheben, weil die Macht in ungeschickten und uner­fahrenen Händen ist, die weder den Männern noch den Dingen einen Aufschwung geben können, und die nur für das Wohl eines kleinlichen, persönlichen Ehrgeizes thätig sind. Ich trage kein Be­denken zu erklären: wir sind verloren, wenn wir nicht so schnell wie möglich mit der Ohnmacht ein Ende machen!" (Trib.)

DieWeser-Ztg." berichtet:Aus Metz wird erzählt, daß die Mobilgarde, mit der Fortsetzung der Vertheidigung unzufrieden,

revoltirend dem Marschall Bazaine vor das Quartier gerückt sei, um ihn zur Uebergabe des Platzes zu bewegen. Deserteurs aus Metz, welche sich in den letzten Tagen bei verschiedenen unserer Vorposten, namentlich des 3. Corps (nordwestlich der Festung) ge­meldet haben, haben diese Nachricht mitgebracht und hinzugefügt, daß der Marschall Bazaine zu seinem Schutze fünf Mitrailleusen vor seinem Palais habe aufsahren lassen. Die Lage in Metz wird als nicht länger haltbar bezeichnet. Krankheiten und Proviantmangel drängen zur Uebergabe oder zum Verlassen des Platzes.

Der Specialberichterstatter derTimes" im preußischen Haupt­quartier, Dr. Russel, lobt die Mannszucht der preußischen Truppen in Versailles.Wenn ich sage," schreibt er,daß Versailles mit einer Garnison von etwa 6000 Preußen viel ruhiger um 9 Uhr Abends als Portsmuth um 10 Uhr ist, so gebe ich nur eine schwache Idee von der vorwaltenden Ordnung und Regelmäßigkeit. Auf mein Ehrenwort kann ich versichern, daß ich seit meinem Aufenthalte in Versailles noch keinem betrunkenen Soldaten begegnet bin. Es ist hart, die Tugenden eines Siegers anerkennen zu müssen, aber die Einwohner von Versailles würden, wenn darüber befragt, zu­geben müssen, daß die deutschen sich besser als ihre eigenen Truppen betragen."

Aus dem deutschen Lager vor Metz meldet, derCöln. Ztg." zufolge, der Berichterstatter der Times, daß man sich dort mit Schnelligkeit auf das Herannahen des Winters rüstet. Der Ge­sundheitszustand ist allerdings noch kein ganz günstiger, allein die herrschenden Krankheiten lassen doch bedeutend nach. Ueber den Dienst berichtet der Correspondent Folgendes: Die Truppen stehen je drei Tage in erster, vier Tage in zweiter und sechs Tage in dritter Linie, so daß alle Ortschaften in einem Umkreise von 20 englischen Meilen um Metz mit deutschen Soldaten belegt sind. Das Verpflegungswesen arbeitet vorzüglich bis etwa 1005 Aards von den französischen Vorposten. Alles, was man nur verlangen kann, ist von den Marketendern, die mit allem, was man zur Lebensnothdurft wie zu den Annehmlichkeiten braucht, reichlich ver­sehen sind, zu mäßigen Preisen zu kaufen.

Aus Lothringen, 19. Okt. Da es jetzt allen Anschein hat, daß der Krieg noch tief bis in den Winter hinein dauern mnns so fangen unsere Truppen schon an, sich für die Winterquartiere einzurichten. Der Prinz Friedrich Karl hat an 500 eiserne Oefen verlangt, um solche in den Quartieren des metzer Cernirungscorps, wo diese fehlten, aufstellen zu lassen, und an den Bahnhöfen werden überall Holzbaracken gebaut, damit die durchpasstrenden Soldaten die Nächte nicht mehr in den Waggons zuzubringen haben, wie dies bisher häufig geschah. Die Verwaltung aller Forsten Lothringens ist jetzt unter einen preußischen Ober-Forstmeister gestellt worden, der in den Staatsforsten große Hauungen vornehmen läßt, sich aber dabei an den französischen Betriebsplan für 1871 hält und kein Raubsystem einführt. Das Holz wird in Auctionen öffentlich verkauft und auf dem Rhein-Marne-Caual nach Straßburg geführt. Der General-Gouverneur von Lothringen, General v. Borries, der kürzlich vor Paris einen Sohn verloren hat, ließ jetzt seine Frau und Tochter nach Nancy kommen und hat bereits angefangen, sich für den Winter daselbst häuslich einzurichten. Kurz, wenn Frank­reich in verblendeter Hartnäckigkeit den Krieg noch lange fortführen will, so sollen uns schon die Mittel nicht fehlen, dies ohne weiteren Nachtheil für unsere Truppen aushalten zu können. (Cöln. mgU

Depeschen des Hanauer Kreisblattes, welche nicht durch Extra-Beilagen veröffentlicht wurden.

Officiell. V ers aill es, 22. Oktober. General von Willich hat am 21. Chartres besetzt. Vor Parish hat sich der Feind nach seinem gestern abgeschlagenen Angriff völlig ruhig verhalten. Vor Metz treffen täglich französische Ueberläufer in größerer Zahl bei unsern Vorposten ein. von Podbielsky.

Officiell. Kinzheim, 23. Oktober. Vergangene Nacht wurde die erste Parallele gegen die Sndwestfront von Schlettstadt auf 500 bis 700 Schritte ausgehoben. Diesseits stehen 32 Geschütze im Feuer. Verlust nur 3 Mann. (Hat bereits, wie durch Extra­blatt gemeldet wurde, am 24.Okt. kapitulirt.) von Schmehling.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten evangèl. Waisenhauses-