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Schlüchtern. S. v. S. i. b. l. Schulter. — Füs. Johannes Adam Schmidt III. aus Bellings, Kr. Schlüchtern. Vermißt.

11. Compagnie.

Gefr. George Heith aus Neustall, Kr. Schlüchtern. T. — Füs. Joh. Peter Walther aus Jossa, Kr. Schlüchtern. T. — Füs. Johann Martin Scherf aus Oberzell, Kr. Schlüchtern. S. v. V. unb. — Füs. Seb ast. Ott aus Romsthal, Kr. Schlüchtern. S. v. V. unb. — Füs. Kommutus Grauel aus Soden, Kr. Schlüchtern. L. t> V. unb. — Füs. Kommutus Appel aus Soden, Kr. Schlüchtern. S. v. V. unb. — Füs. Wilh. Lapp aus Steinau, Kr. Schlüchtern. S. v. V. unb. — Füs. Pet. Poppert aus Sarrod, Kr. Schlüchtern. L. v. V. unb. — Füs. Fab. Ad al. Klug II. aus Weiperts, Kr. Schlüchtern. S. v. V. unb. —■ Füs. Adam Jos. Nix aus Ahl, Kr. Schlüchtern. S. v. V. unb. — Füs. Joh. Mich. Maisch aus Mittelbuchen, Kr. Hanau, S. v. V. unb. — Füs. Jakob Kling II. aus Sal­münster, Kr. Schlüchtern. S. v. V. unb. — Füs. Christoph Hagemann aus Salmünster, Kr. Schlüchtern. L. v. V. unb. — Füs. Johann Adam Pfeiffer II. aus Wolferborn, Kr. Gelnhausen. Vermißt.

12. Compagnie.

Füs. Konrad Frischkorn aus Sterbfritz, Kr. Schlüchtern. L.

v. S. i. d. r. Hand. Laz. St. Mongs.

Aus der amtlichen Verlust-Liste Nr. 79.

Explosion des Pulvermagazins zu der Eitadelle von Laon am S. September 1870.

Mageburgisches Jäger-Bataillon Nr. 4.

1. Compagnie.

Oberjäger Christian Maienschein aus Mottgers, Kr. Schlüchtern.

T. Zerrissen.

Schlacht bei Sedan am 1. September 1870. Hessisches Jäger-Bataillon Nr. 11.

1. Compagnie.

Adam Staaf aus Kressenbach, Kr. Schlüchtern. T. Gewehr­schuß d. d. Brust.

2. Compagnie.

Adam Fuchs aus Gelnhausen. S. v. Gewehrschuß d. d. l. Oberschenkel.

3. Compagnie.

Peter Bartmann aus Hanau. L. v. Gewehrschuß i. d, Seite.

— Friedrich Diedrich aus Hanau. L. v. Gewehrschuß i. d. r.

Seite. Beim Trupp cnth eil.

Aus der amtlichen Verlust-Liste Nr. 84.

1. Nassauisches JnfanterieRegiment Nr. 87.

1. Compagnie.

Musk. Philipp Berg aus Roßdorf, Kr. Hanau. S. v. —

Musk. Joh. Heinr. Schäfer aus Hanau. L. v. Finger abgeschossen.

Man schreibt, wie die „Trib." mittheilt, aus Versailles: Inzwischen kann ich doch im Vertrauen die Mittheilung machen, daß die ultimae omnium rationes, nämlich die schweren Belagerungs­geschütze, deren überzeugende Beredsamkeit verstanden wird, wo die Feldartillerie nicht mehr ausreicht, allmählich in der Umgebung ein- treffen und in Batterien gestellt werden; bereits hat die Abtheilung des zweiten bayerischen Artillerie-Regiments, welche in Chatenay, anderthalb Meilen von hier, liegt, die ihrigen vollzählig empfangen, und nöthigensalls kann daher den Parisern der furchtbare Ernst ge­zeigt werden, an den ste noch immer nicht recht glauben wollen. So hat eine amerikanische Dame, der dieser Tage gestattet wurde, die Stadt zu verlassen, einem hèhern Offizier erzählt, daß der Pöbel und die Partei der Flourens und Rochefort einen wahren Terro­rismus im Sinne der Fortführung des Krieges auf die Minister ausüben, welche ihrerseits wenig oder keine Illusionen mehr haben. Jules Favre selbst hatte zu jener Dame gesagt: „Wir wissen sehr wohl, daß wir am Ende mit Unseren Hülfsquellen sind; wir haben keine Armee mehr und keinen Heller Geld, aber der Pöbel würde uns zerreißen, wenn wir jetzt schon Frieden machten." Also um der verhetzten Bevölkerung von Belleville und la Billette willen muß erst eine Hungersnoth ausbrechen, oder müssen einige Häuser

in Brand geschossen werden, bevor der dem Lande so nothwendige Friede geschlossen werden kann! Jene Dame verließ Paris mit einem amerikanischen Courier, welchen die Deutschen in die Stadt gelassen hatten, und während dessen mehrstündigen Aufenthalts in derselben Waffenruhe beobachtet wurde. —

I. v. Wickede bringt folgende Anekdote aus dem Haupt­quartier :

Es erzählte mir kürzlich ein höherer preußischer General, daß er den König von Preußen zu Commerch gebeten habe, ihm eine Schwadron Cavallerie für den Dienst in der Hauptstadt seines Gouvernements zu bewilligen. Lachend habe der König erwidert: „Lieber General! Da müssen Sie sich an den da wenden" — in­dem er mit dem Finger auf Moltke zeigte — „der hat ganz allein über alle unsere Truppen zu verfügen, und ich muß froh fein, wenn er mir meine Stabswache nur nicht fortnimmt." Ich glaube, diese Antwort ist gleich ehrend für Beide: für unsern König von Preußen, daß er so gern und voller Freude das strategische Genie Moltke's anerkennt und sich ihm bereitwillig unterordnet; für letzteren aber, daß er aus dem Munde seines Königs und Herrn öffentlich eine solche Anerkennung seines Werthes empfängt.

Von den Unsummen, welche der Krieg kostet, mag der Umstand Zeugniß geben, daß die Commune von Versailles täglich für jeden Offizier 6 Franken zahlen muß, zu denen noch 3 bis 4 Franken Seitens der Offiziere zugelegt werden müssen, wenn diese einigermaßen anständig existiren wollen. Diese Verpflichtung hat der Stadtbehörde von Versailles an einzelnen Tagen bereits 1500 Franken gekostet. Es ist leicht zu berechnen, wie theuer die festge­setzte Belagerung zu stehen kommt; doch scheinen alle diese Mittel gegenüber dem verbohrten Fanatismus der Franzosen wirkungslos zu bleiben und nichts fruchten zu sollen als das rücksichtsloseste Bombardement von Paris. Quousqiue tandem! ? ($tt6.)

Aus Tours, 17. Oktober, wird verkündigt : „Die Bewaffnung der Nationalgarden wird eifrig fortgesetzt. 1,133,341 Gewehre wurden vertheilt, einschließlich der 280,738 für die Mobilgarden von Paris. Eine gleiche Zahl wird nächstens durch den Aus­rüstungsausschuß vertheilt werden." Man bemerke, wie genau Gambetta jetzt in seinen Zahlen wird. (@6m. Zig.)

Depeschen des Hanauer Kreisblattes, welche nicht durch Extra-Beilagen veröffentlicht wurden.

Officiell. Versailles, 17. Oktober. (Verspätet durch Telegraphenstörung.) General Sensit von Pilsach vertrieb 3000 Mobilgarden aus Breteuil. Vor Paris wurde am 14. Oktober ein Ausfall mehrerer französischer Bataillone durch Feldwachen und einige Geschütze des XII. Corps abgewiesen; am 15. Oktober ar­beitete der Feind an Verschanzungen bei Villejuif, wurde jedoch durch Feldartillerie des VI. Corps vertrieben. Unserseits keine Verluste.

Officiell. Versailles, 18, Oktober. Vor Paris nichts Neues. General von Werder meldet: der vor mir befindliche Feind zog sich bei Annäherung diesseitiger Truppen fluchtartig auf Belfort und per Bahn auf Dijon zurück. Die Eisenbahn von Vesoul nach Belfort ist diesseits unterbrochen. Die Einwohner vom Terrorismus befreit, zeigen sich sehr entgegenkommend. Circa 500 gefangenen Mobilgarden gelang es in der Gegend von Chateau-Thierry am 16. Oktober während eines Angriffes von Franctireurs zu entkommen, von Podbielsky.

Officiell. Versailles, 21. Oktober. In der Nacht vom 19. zum 20. allarmirte der Feind vor Paris durch heftige Kanonaden aus den Forts und wiederholte Vorstöße von Infanterie die preußischen Vorposten in der Gegend von Chevilly ohne dies­seitige Verluste. Am 17. wurde durch ein Detachement der Maas- Armee Mont Didier besetzt, wobei 4 Offiziere und 178 Mobil­garden in Gefangenschaft fielen. Am 11. ist das Etappen-Commando in Stenay durch einen Ausfall von Montmedy aufgehoben worden, von Podbielsky.

Gedruckt unb verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten evangel. Waisenhauses.

Hierzu die Mr. 49 der Provinzial-Correspondenz als Beilage.