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3. Compagnie.

Gefr. Georg Karl Friedr. Hilmar aus Hanau. L. v. S. d.

P. Muskel d. l. Oberschenkels. — Musk. Karl Adam August Happel aus Hanau. L. v. Streifsch. a. Hals.

’4. Compagnie.

Sec.-Lt. Wilh. Brandau II. aus Hanau. L. v. Prellsch. a. r. Knie u. kl. Finger. Befindet sich keim Bataillon. — Hornist Joh. Jos. Wissel aus Hanau. L. v. Streifsch. a. l. Unterschenkel.

Der militärische Berichterstatter der schlesischen Zeitung schreibt: Nicht wenig bezeichnend für unsern Reichthum an kriegerischer Kraft ist der eben ergangene Befehl des Königs, daß kein Mann dem Heere nachgesandt werden dürfe, der nicht wenigstens drei volle Monate hindurch seine Schule bei den Ersatztruppen dupchgemacht habe. Die hier (in Breslau) internirten französischen Offiziere sprechen laut ihr. Erstaunen aus, daß sie unsere Stadt noch von vollzähligen jungen Bataillonen erfüllt sehen, die schon einen so hphen Grad kriegerischer Ausbildung erlangt haben, daß sie in ihrer äußeren Erscheinung und der Sicherheit ihrer Bewegungen kaum gegen ein durchgebildetes Linien-Bataillon zurückstehen. Daß solche itaiUone nicht längst auf den Kriegsschauplatz geworfen sind, iv.dern hier im fernen Osten unseres Staates noch dauernd Zeit finden, Kraft und Gewandtheit in schulgerechten Turnübungen zu bilden, muß dem Fremden, der unsere Heere von Sedan und Metz gesehen, unbedingt wunderbar erscheinen. „Frankreich weiß nicht, welcher Macht cs gegenüber steht," so lautet das Urtheil unserer besiegten und entwaffneten Gegner, „andernfalls würde es Frieden machen."

Aus dem Feldbriefe eines Betheiligten aus dem 3. Wests. Inf. - Regt. Nr. 16 bringt die Cöln. Ztg. Folgendes: Am 7. lagen wir in unserem Bivouc bei CH. Buy auf dem rechten Moselufer, als gegen Mittag lebhaftes Geschütz- und Gewehrfeuer Alles von den Feldkesseln fort auf die vorliegende Höhe trieb. Wir konnten be­merken, daß auf dem linken Ufer, wo die Landwehr-Division Kummer Position hatte, ein heftiges Gefecht engagirt war, und Alles gewann die Ueberzeugung, daß unserer Brigade (der 38.) in gewohnter Weise der Allarm und damit« der Marsch auf das andere Moselufer zur Unterstützung der fechtenden Kameraden nicht fehlen würde. So geschah's auch, wir marschirten über die Brücke bei Argeney, das 1. und Füsilier-Bataillon 16 an der Tète, sodann Regiment 57. Unterwegs hörten unsere Neulinge zum ersten Mal das Mitrail- leusengeknatter, und wurden dieselben von den „Alten" belehrt, daß Herr Bazaine uns wieder einmal mit jenen „Kaffeemühlen" zur Kaffeevisite wünsche. In der Höhe der Batterie bei Amelange wurde vorläufig Halt gemacht; das 1. Bataillon 16 und vom Füsilier- Bataillon die 15. Compagnie besetzten die Schützengräben. Schon hfiffen vereinzelte Kugeln herüber — verwundete Wehrmänner kamen peran und belehrten uns darüber, daß vorn die Sache nicht recht günstig für uns stehe. Der Feind habe sie mit großem Elan ange­griffen und zurückgedrängt. Das hinter uns aufmarschirte Regiment ; 57 erhielt nun Befehl, über Amelange vorzugehen und zu attaquiren, indeß wir vorläufig in unseren Schützengräben blieben. Die 57er ' sonnten bei dem gänzlich freien Terrain zwischen Amelange und drandes Tapes nicht recht reussiren —, in Folge dessen befahl der Oberst Hahn von Dorsche den beiden Bataillonen 16, sich vorwärts zu sammeln und die Compagniecolonnen zum Gefechte auseinander zu ziehen; das 1. Bataillon war im ersten Treffen und nahm, an einem Wassergraben angelangt, in der Höhe der ausgeschwärmten 57er gleichfalls Schützen vor. Ein lebhaftes Feuer von rechts — von dem festungsartigen Gehöfte Grandes Tapes und von dem noch weiter rechts liegenden Ladonchamps her — empfing uns — das zweite Treffen rückte ein, — und nun ging es tambour battant gegen die feindliche, von kaiserlicher Garde vertheidigte Position. Unter Hurrah und dem gegenseitigen Zuruf unserer Leute: „Rache für den 16. August!" drangen von links die Musketiere, von vorn und rechts die Füsiliere ein. — Der Feind floh, Schnellfeuer hinter­her. Das Gehöft brannte, Schießscharten waren eingeschnitten, die Eingänge verbarricadirt gewesen, der Feind stand in sicherer Stellung

und bestand aus der Elite der Armee — mit einem Stoß der Hacketäuer war er vertrieben. Ein neuer Ehrentag für das Regiment war da und mit verhältnißmäßig geringen Verlusten. Von den acht stürmenden Compagnien fehlten beim Rangiren nur als todt und verwundet 3 Offiziere und ca. 20 Mann. In den Räumen des weitläufigen Gebäudes kam es an einzelnen Stellen zum Bajo- netkampf; zahlreiche Gefangene wurden gemacht und das 2. Ba­taillon unseres Regiments war am Gefechtstage noch abcommandirt. Die Nacht bis zum anderen Mittag blieben wir in dem eroberten Gehöft und schliefen unter den feindlichen Granaten, die uns das Fort Eloy freundlicher Weise von Zeit zu Zeit zusendete, — dann wurden wir durch Abtheilungen des Regiments 81 abgelöst und rückten in das Bivouac bei Maizières. — Das Regiment hat ver^ schiedene Eiserne Kreuze für die bei Grandes Tapes bewiesene Bravour erhalten.

Frankreich wird in Folge des wahnsinnigen Hasses, mit dem es einen hoffnungslosen Krieg fortsetzt, auch in den Kolonieen schwere Verluste haben. In Algier ist ein sehr bedenklicher Auf stand ausgebrochen und ebenso jetzt auch auf Martinique eine Negerrevolution. Es sind große Verluste an Menschenleben und Eigenthum zu beklagen. Die Regierung proclamirtc den Be­lagerungszustand und verlangte Hülfe von der Insel Barbadoes.

(Tnb.)

Die „Corr. Havre" erläßt folgenden köstlichen Aufruf:

' „Es sind nicht Offiziere, welche uns im Kampfe führen werden. Es ist ein Weib, ein Weib plebejischer Geburt, aber ein Weib, welches nicht zurückweicht, nicht Verrath übt und niemals kapitulirt, welches die Seinigen, wie die Löwin ihre Jungen vertheidigt; ein Weib, schön wie die Morgenröthe und tapfer wie das Schwert; welchem Du, o Bauer, es verdankst, daß Du Eigenthümer und nicht mehr Sclave bist, welches Du, Undankbarer, verleugnet hast und noch immer hartnäckig verkennst, welches nichts desto weniger aber an Deinem Glücke zu wirken fortfährt ; ein Weib, dessen Blick lächelnd pie das Blau des Himmels, schrecklich wie der Orkan ist und welches seine Liebe über die Völker ausgießt und den Blitzstrahl gegen die Könige schleudert; dieses Weib ist die Republik!"

Wahrlich, wer nun noch nicht glaubt, daß es Frankreich's Ernst ist, furchtbar tapfer zu sein, dem ist nicht zu helfen.

Die Cöln. Ztg. schreibt: Nancy 14. Okt. Der General Boyer, erster Adjutant des Marschalls Bazaine, ist nach Versailles abgereist, um wegen der Capitulation von Metz zu unterhandeln.

Privat-Depeschen des Hanauer Kreisblattes, welche nicht durch Extra-Beilagen veröffentlicht wurden.

Offiziell. Versailles, 15. Oktober. Es ist kaum nöthig zu erwähnen, daß die von Tours verbreiteten Gerüchte über siegreiche Gefechte der Franzosen vor Paris erfunden und nur auf Stärkung schwacher Gemüther Frankreich's berechnet sind. Unsere Cernirungstruppen halten genau die Stellungen inne, welche sie am 19. September erreicht hatten. Am 14. und 15. Oktober gab es kleine Patrouillengefechte vor Paris.

von Podbielsky.

Officiell. Venizel, 16. Oktober, 3 Uhr Morgens. Soissons hat soeben nach viertägiger hartnäckiger Artillerie-Ver­theidigung kapitulirt. von Krenski.

Officiell. Venizel, 16. Oktober. Heute um 3, Uhr fand der Einzug des Großherzogs von Mecklenburg in Soissons an der Spitze der pommer'schen, magdeburgischen und hessischen Festungsartillerie, der schleswiger Pioniere, der Landwehrbataillone Frankfurt, Küstrin, Landsberg, Woldenberg, Brandenburg, Ruppin, Prenzlan, Jüterbogk und der Halberstädter schweren Reiter , statt. Unsere Verluste sind während dreiwöchentlicher Belagerung bei täg­lichen Vorpostengefechten und viertägiger Beschießung gering. 4000 Gefangene und 132 Geschütze sind in unsern Händen.

von Krenzki.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten evangel. Waisenhauses.