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(Q^terngaffe Nr. 30 ist eine Giebelwohnung zu vermiethen. (1455)
Einige TagLöhner werden zum sofortigen Eintritt gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. (1415)
Ein Dienst als Haus- oder Kindermädchen wird gesucht. Von wem? sagt die Expedition. (1454) SÖK3^ra2Z£ilKäaSK®aSS.^ieSKW.5£3®8ÖSffim«£SS0aiSni3iai^^
Eine gesunde Amme sucht eine Stelle und kann sogleich eintreten. Wo? sagt die Exped. ' (1441)
ZumpE und ânocherr werden wieder zu den gewöhnlichen Preisen angekauft von (1342)M»1I>»» MG88, Fischergassel.
Der WintercursuS meiner Anstalt beginnt Dienstag den 11. Oktober d. J. Anmeldungen neu zugehender Schüler bitte ich rechtzeitig machen zu wollen.
(1365) Pfr. Rector J. Kniss.
Kreis-Thierarzt Demme wohnt vom 1. Oktober an in der Behausung des Herrn Reallehrer Becker, HaiNgasse 30 dahier. (1434)
Jeden Bnndwnem entfernt binnen 2 bis 4 Stunden vollständig, schmerz- und gefahrlos; ebenso sicher beseitigt auch Vleichsuckt und Fleckten und zwar brieflich Voi^t. Arzt zu Eroppen- stedt (Preußen). (1181)
in kleines Haus zum AlleinbewohNtN, womöglich mit Bleichplätzchen, wird zum
1. Oktober oder 1. November zu miethen gesucht. Näheres in der Exped. (1440)
WerLoosungen
Weitere Hauptgewinne bei der Ziehung 6. Klasse 158. Frankfurter Stadtlotterie. Am i 1. Oktober: Nr. 6068 2000 fl.; Nr. 8450, 8439 und 21770 je 1000 fl.; Nr. 7534, ; 25905, 5399, 2325, 5368 und 21107 je I 300 fl. I
Am 3. Oktober: Nr. 22174 4000 fl.; Nr. 2947, 20770, 890,6886, 11556, 22999 1523 je 1000 fl.; Nr. 8649, 13395, 35, 25853, 11968, 3165, 17943 und 23800 je 300 fl.
Karlsruhe, 30. Sept. Bei der heutigen Prämienziehung der badischen 35 fl. Loose fielen aus folgende Loose die beigesetzten Gewinne: Nr. 250755 35,000 fl.; Nr. 253815 10,000; Nr. 24010 4000 fL; Nr. 295905,266490, 24015, 27690, 366582 je 2000 fl ; Nr. 177960, 352106, 262953, 355936, 216591, 303897,339405,327117, 260489, 24478, 250771, 260476 je 1000 fl.
Oesterreichische 1854er Loose. Ziehung am 1. Oktober. Hauptpreise: S. 444 Nr. 38 â fl. 50,000. S. 269 Nr. 23 â fl. 20,000. S. 817 Nr. 23, S. 1401 Nr. 8, S. 1807 Nr. 6, S. 2244 Nr. 45, S. 2761 Nr. 18 â fl. 5000. S. 384 Nr. 46, S. 697 Nr. 47, S. 842 Nr. 2, S. 2459 Nr. 13, S. 2467 Nr. 23 â fl. 1000.
Eine prächtige Charakteristik der Mobilgarde in Lille, Valen- ciennes und Douai gibt nach der „Trib." aus eigener Anschauung vin eigener Correspondent des „Daily Telegraph," der als Offizier über eine Truppe ein Urtheil abgeben kann: „Der Anblick dieser Leute — sagt der Gewährsmann — stimmt mich traurig, wenn ich bedenke, daß Frankreich in wahnsinniger Verblendung glaubt, mit ihnen den Feird von seiner Scholle treiben zu können. Man nehme den ärgsten Strolch unter den Strolchen im Osten Londons, lasse ihn gründlich schwelgen und rolle ihn in diesem Zustande gehörig durch den Staub. Alsdann ziehe man ihm eine am Aermel mit ein wenig Roth ausgeschlagene Blouse an, gebe ihm ein Gewehr, mit dem er nicht umzugehen versteht, ein Bajonnet, von dessen Gebrauch er keine Ahnung hat, und Munition, die er nicht in seine Flinte zu laden weiß, lasse ihn ein- oder zweimal des' Tages in Parade vorbei marschiren, störe ihn aber sonst so wenig als möglich. Man gebe ihm ferner zu Vorgesetzten Offiziere, die nie gedient haben, die nicht kommandiren können und die der Mann gründlich haßt. Wenn er keinen Dienst hat, das heißt während || seiner ganzen Zeit, so predige man ihm unaufhörlich von der Massenerhebung, und bringe ihm den Glauben gehörig bei, daß er und seine Gesellen bestimmt sind, den Kriegsruhm Frankreichs wiederherzustellen. Und wenn man Alles dies gethan, das Bischen Fleiß, was der Mann noch besaß, aus ihm herausgetrieben und ihn zum faulen Stadtbummler gemacht hat, so hat man ein ziemlich erträgliches Muster von dem Material hergestellt, auS welchem heute die französische Mobilgarde besteht."
München, 26. Sept. „Lutherisch san mir nit worden in dem Krieg, aber preußisch. Dos könnts dem Herrn Pfarrer sag'n, weil er bei unserm Ausmarsch gar so a Angst g'habt hat um unser Seelenheil. Die Preußen san gar brave Kameraden und halten mit uns dringendst zusammen, wo's auf die Franzosen losgeht. Das san a falsch Volk, ob's wohl katholisch sein wollen, wie dieBayern; d' Preußen machen koa Kreuz, san aber doch christlich. Der Herr Pfarrer hüt's nur seh'n soll'n dort bei Sedan, wie preußische Jäger neben uns nach der Schlacht a geistlich Lied g'sungen hab'n und die Musik hat dazu g'spielt. Wir hob'n alle g'juchzt aus Freud , aber glei a aufg'höri, wie die Preußen z'singen ang'fangt hob'n, g'schämt hob'n wir uns a a wem, denn uns is koa Lied eing'falle, dös so rührt war wie das von den Preußen!" ■— Also lautet der Brief eines oberländer Buben, der bei dem Landsberger Jäger-Bataillon steht; sein Vater las denselben am letzten Markttag im blauen Vock zu München mehrere Male vor und fand der Inhalt allgemeinen Beifall. Der Umschlag in der Stimmung Altbayerns gegen unsere norddeutschen Stammesgenossen macht sich nicht allein in den Sieges- festivitäten, die allenthalben veranstaltet werden, bemerkbar, sondern auch in Privatunterhaltungen. (Cöln. Ztg.)
Von den französischen Festungen und befestigten Städten wurden bis jetzt belagert und genommen: Straßburg Toul, Lützelstein, Lichtenberg. Mit Sturm genommen: Weißenburg. Nach kurzem Widerstand übergeben: Marsal, Sedan, Laon, Vitry le Francais. Zusammen neun feste Plätze. Dagegen werden belagert und haben noch nicht capitulirt: Metz, Paris, Pfalzburg, Mezieres, Thionville,
Bitsch, Montmödi. Nicht belagert, sondern nur beobachtet, resp, cernirt sind: Verdun, Schlettstadt, Neubreisach, Longwy, Soissons, Carignan. Im Osten ist nur noch Belfort völlig unbehelligt.
An die städtische Behörde zu Saarbrücken kam dieser Tage ein Schreiben des Commandeurs des Füsilier-Bataillons des 40. Infanterie-Regiments, des Inhalts, daß zahlreiche Gaben eingingen, welche für einen gewissen Füsilier Kutschke bestimmt seien. (Derselbe ist bekanntlich der fingirte Verfasser des „Napoleum-Liedes.") Da aber ein Soldat solchen Namens weder jetzt noch früher bei seinem Bataillon stehe, glaube er im Sinne der freundlichen Geber zu handeln, wenn er die aus Cigarren, Tabak, Pfeifen, Geld rc. bestehenden Gaben der Mannschaft des Bataillons vertheile, die erklärten, alle „Kutschkes" zu sein. Eine ebenfalls für den gemüthlichen Kutschke gesandte schöne Uhr habe er unter Zustimmung sämmtlicher Kameraden einem Füsilier übergeben, der sich in einem der letzten Gefechte besonders tapfer benommen hätte und seines Humors wegen jetzt von der Mannschaft den Spitznamen Kutschke erhalten habe. Durch diese prosaische Auflösung wäre demnach die schnell populair gewordene Person des poetischen Kutschke amtlich in das Reich der Fabel verwiesen.
Privat-Depeschen des Hanauer Kreisblattes, welche nicht durch Extra-Beilagen veröffentlicht wurden.
(Officiell.) Mundolsheim, 30. September. Heute fand der Einzug in Straßburg statt. In der Thomaskirche wurde feierlicher Gottesdienst gehalten. Ueber 500 französische Offiziere unterzeichneten den Ehrenschein, 50 bis 100 gingen in die Gefangenschaft. Die Zahl der Gefangenen ist noch nicht festgestellt, da noch fortwährend solche eingebracht werden. Die Beute in Straßburg ist beträchtlich, 1070 Kanonen sind bis jetzt gezählt, 2 Millionen Franken Staatseigenthum wurden in der Bank ermittelt nnd 8 Millionen sind noch zweifelhaft. Muüitions- und besonders Tuchvorräthe sehr bedeutend.
Leszinsky.
(Officiell.) Rheims, 30. September. Die Landwehr-Bataillone Landsberg, Frankfurt und Waldenberg vom 13. Armee-Corps haben am 28. September wiederholte Ausfälle der Garnison Soissons abgewiesen. Die Garnison erbat sich zur Abholung der Todten und Verwundeten Waffenruhe. Diesseitige Verluste gering.
von Krenski.
(Offiziell.) Versailles, 2. Okt. Im Gefechte am 30. Sept, betrug der Verlust der Franzosen an Todten und Verwundeten 1200 Mann, darunter Brigadegeneral Guillem, an unverwundet Gefangenen 300 Mann. Diesseitiger Verlust 80 Mann todt und circa 120 verwundet; unter den Todten 8 Offiziere. Gestern und heute fielen nur vereinzelte Schüsse aus den Forts.
(Officiell.) Ferrier es, 3. Oktober. Vor Paris nichts Neues; bei Metz bestand die Division Kummer gestern ein größeres Vorpostengefecht. Der Feind wurde mit starken Verlusten abgewiesen.
Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten evangel. Waisenhauses.