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Verloosungen
Frankfurt, 26. Sept. Hauptpreise
6r Klasse 158r hies. Stadtlotterie: Nr. 20643, 23410, 14946, 17047 und 4841 je 1000 fl., Nr. 3717, 19658, 8734 und
12774 je 300 fl. Ferner am 27. Sept.:
Nr. 14092 100,000 fl., Nr. 18153 4000 fl.,
Nr. 2414 und 15346 je 2000 fl., Nr. 12478, 18018, 20510, 20360, 3679, 15435, 14411 und 2768 je 1000 fl., Nr. 1912 und 5864 je 300 fl. Weiter am
29. Sept.: Nr. 18321 10,000 fl., Nr. 15751 5000 fl., Nr. 22124, 945, 20643, 23410, 14946, 1704 7 und 4841 je 1000fl., Nr. 17368, 6514, 7535, 15236, 17383, 11492, 15432, 42, 3717, 19658, 8734, 12774, je 300 fl.
Verloosungskalender für das Jahr 1810.
Okt. 1. Oesterr. 250-fl.-Loose â 4^. „ 1. Oesterr. Creditanstalt ä 100 fl.
Okt. 1. Wiener Rudolfstiftung â 10 fl.
„ 1. Stadt Mailand 45-Fr.-Loose.
„ 1. Stadt Lübeck 50-Thlr.-Loose i
„ 1. Stadt Antwerpen 100-Fr.-Loose ä 3 ?.
„ 1. Stadt Rotterdam 100-fl.-8oose ä 3
„ 1. Stadt Madrid 100-Fr-LooseK3^.
„ 15. Stadt Gent 100-Fr.-Loose â 3^.
„ 15. Freiburger 15-Fr.-Loose.
Vom Kriegsschauplätze.
Auszug
aus der amtlichen Verlust-Liste Nr. 42. Gefecht bei St. Privat la Montagne am 18. August 1870.
1 Garde-Regiment zu Fuß.
8. Compagnie.
Gren. Joh. Eckardt I. aus Steinau, Kr. Schlüchtern, L. v.
S. a. b. l. Hand.
9. Compagnie,
Füs. Georg Hildebrandt aus Seckbach, Kr. Hanau. L. v.
S. i. d. Leib. — Füs. Konr, Winterstein aus Langenselbold, Kr. Hanau. T.
11. Compagnie.
Füs. Karl Wirthmann aus Salmünster, Kr. Schlüchtern. T.
Aus der amtlichen Verlust-Lifte Nr. 45.
Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2.
2. Bataillon. 6. Compagnie.
Gefr. Schien aus Birstein, Kr. Hanau. L. v. S. b. l. Oberschenkel.
Eine Uebersicht des „St.-A." über die bisherigen materiellen Früchte des Krieges ergibt als Verlust des Feindes und Gewinn der Deutschen Heere in dem bis jetzt geführten, noch nicht zweimonatlichen Feldzuge, außer Tobten und Verwundeten annähernd: 1 Marschall, 39 Generäle, 3250 Offiziere, 104,750 Mann (und 14,000 Verwundete in Sedan), 10,280 Pferde, mindestens 56 Adler, 102 Mitrailleusen, 690 Feld- und Festungs-Geschütze, über 400 Fahrzeuge, mehrere Ponton Kolonnen, Magazine, Eisen- bghnzüge, sowie eine fast unberechenbare Menge von Vorräthen an Waffen, Munition, BekleidungS-, Ausrüstungs-Gegenständen, Fourage und Proviant. (Was bei der Kapitulation von Straßburg noch gewonnen wurde, ist nicht mit eingerechnet.)
In einem Berichte des Constitutionnel über die Nationalver- theidigung kommt, der „Köln. Ztg." zufolge, noch immer der wahnwitzige Satz vor: „Frankreich ließe sich von 400,000 Soldaten um Paris in Schach halten, und es benutzte diese Gelegenheit des Glückes nicht, diese Armee von Vandalen zwischen der Masse seiner aufgestandenen Söhne und den Männern einer Stadt, die 400,000 Kombattanten enthält, zu erdrücken? Nein, die Zeit der Angst ist vorbei; es gilt, mächtig zu handeln! Wie, eine feindliche Armee begeht während der Einschließung der Hauptstadt Fehler auf Fehler, läßt Corps von 10-, 12-, 15,000 Mann in der Luft, macht mit Colonnen von 5000 Soldaten Ausflüge von 10, 20, 30 Wegstunden, und Ihr könntet sie nicht isolirt zermalmen, Ihr ließet die Einschließung einer unermeßlichen Stadt geschehen, ohne ihnen in die Flanken, in den Rücken, in die Tèten der Colonnen zu fallen? Es ist nicht zu glauben! O, Frankreich, hast du denn dein kriegerisches Genie verloren? Hat die Knechtung deine Kinder so entnervt, daß nicht Ein General, nicht Ein Kriegsmann, nicht Eiu fähiger Kopf vorhanden ist, um dich zu führen? Der entscheidende Augenblick ist indeß gekommen, und es bleibt keine Wahl mehr: entweder Vernichtung des Feindes oder denn vollständige Erniedrigung!"
Der herzlichste und kameradschaftlichste Verkehr findet im Allgemeinen zwischen den baierischen und preußischen Soldaten Statt,
und besonders gar von solchen Regimentern, welche 1866 gegen einander gefochten haben. Es scheint förmlich, als wollten sie den lebhaften gegenseitigen Haß, den sie damals gegen einander hegten, jetzt durch eine vermehrte Kameradschaftlichkeit wieder ausgleichen. Bei dieser Gelegenheit kann ich nicht umhin, eine prächtige und dabei auch wirklich wahre Anekdote, die mir auf dem Ritt nach Toul von einem baierischen Offizier erzählt wurde, hier mitzutheilen, denn sie verdient dies. Nach der Schlacht bei Wörth sprach der Kronprinz von Preußen einige freundliche Worte mit einem leicht verwundeten baierischen Jäger — einem echten Sohn der baierischen Alpen — der sich durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet hatte. Der ehrliche Baier, hiervon ganz gerührt, reichte beim Abschiede dem Kronprinzen . die Hand und sagte: „Sacre, Königliche Hoheit, Sie hätten wir man 1866 als Ober-General bei uns haben sollen, da hätten wir die damaligen Malefiz-Preußen bald aus dem Baier- lande wieder herausgehauen." Der Kronprinz von Preußen hat über dieses unzweideutige Compliment und den Wunsch, daß gerade er 1866 die baierischen Truppen gegen die preußischen habe com- mandiren sollen, herzlich gelacht. Als Gegenstück hierzu sagte mir kürzlich ein sächsischer Unteroffizier, den ich früher in Dresden als Bedienten gehabt hatte: „Ja, sähen See, mein gnädigster Herr Rittmeister, was wahr ist, das muß Sie auch die Wahrheit bleiben. Was so die Herren preußischen Offiziere sind, die fluchen Sie wohl oft ein Bische gar zu viele und reißen Sie das Maul gar so weite auf, aber die Sache geht Sie doch von der Stelle und Alles hat Ordnung und Geschick. Was war Sie das aber dagegen bei^dre Oesterreicher anno 66 für ein miserables Gelumpe. Nee hären, See, was wir Sachsen sind, wir gehen Sie mein Lebtag nicht wieder mit die Oesterreicher zusammen, einmal sind wir von die Luders angeführt, aber zum zweiten Male nich wieder. Lieber zehn Kriege neben die Preißen, als einen mit die Oesterreicher, das ist Sie die reine Wahrheit bei uns Sachsen, mein gnädigster Herr Rittmeister." Wenn man überhaupt recht unbefangene, günstige Urtheile über die Energie und Thatkraft unseren jetzigen preußischen Oberleitung hören will, muß man viel mit süddeutschen und sächsischen Soldaten verkehren. (Cöln. Ztg.)
Die von einem hiesigen Blatte gebrachte, dem Wiener Journale „Patriot" entnommene Nachricht über einen Kampf der preußischen Korvette „Hertha" mit französischen Schiffen sowie über den Untergang dieses Schiffes entbehrt jeder Begründung. Sr. Maj. Schiff „Hertha" ist seit seiner Abreise nach den ost- asiatischen Gewässern weder, auch nur annähernd, in das rothe Meer noch überhaupt in die dortige Gegend gekommen. Die Nachricht ist eine pure Erfindung. (Trib.)
(Offizielle Depeschen des Hanauer Kreisblattes.)
Ferrier es, 28. September. Vier telegraphische Leitungen von Paris nach Rouen und dem Süden sind im Seinebett und unterirdisch diesseits aufgefunden und zerstört worden, sonst nichts Neues.
Ferrieres, Donnerstag den 29. September. Se. Majestät der König recognoscirte am 28. (gestern) die feindlichen Verschanzungen von St. Denis bis Fort Romainville. Bei der Armee nichts Neues. vonPodbielsky.
Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten evangel. Waisenhauses.
Hierzu die Mr. 39 der Provinzial-Correspondenz als Beilage.