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Calbe a. S., t. — Sec.-Lt. v. Madai, Kosten, l. v. — Fähnr. Arend, Hofgeismar, s. v. — Fähnr. Jungermann, Ehlen, l. v. — Sec.-Lt. Spangenberg, s. v.

2. Compagnie.

Unteroff. Renner, Gelnhausen, t.

4. Compagnie.

Musk. Kohlhepp, Mottgers, s. v. — Musk. Lamb, Schlüchtern, t. — Musk. Schäfer I„ Gelnhausen, l. v.

2. Bataillon.

Pr.-Lt. v. Heineccius, Löwenberg i. S., t. — Pr.-Lt. Koeppen, Berlin, l. o. — Sec.-Lt. v. Lehenner, Mainz, l. v. — Sec.-Lt. Baerthel, Hofgeismar, l. v. — Sec.-Lt. Pelissier, Berlin, I. v. — Sec.-Lt. Marquardt, Königsberg, l. v. — Pr.-Lt. Pelet, Pierku- nowen, t. — Sec.-Lt. Schlichter, Nassau, s. v. — Fähnr. Cornelius, Haina, v.

5. Compagnie.

Musk. Johann Ommer, Mottgers, t.

7. Compagnie.

Musk. J. A. Simon, Neuses, s. v.

8. Compagnie.

Musk. I. Wild, Nauheim, l. v.

Füsilier-Bataillon.

Hptm. v. Graevenitz, Liepe, t. — Sec.-Lt. v. Schlereth, Eiterfeld, s. v. — Hptm. G. v. Elpons, Sagan, s. v. — B.-Feldw. Keller, Gießen, l. v. — Sec.-Lt. Blumhoff, Freienseen, t. , 9. Compagnie.

Füs. A. Pfeiffer, Kressenbach, vermißt.

11. Compagnie.

Füs. Joh. Dill, Marborn, l. v. — Füs. I. Frischkorn, Steinau, l. v. — Füs. P. Glück, Lohrhaupten, l. v.

und die neugebildeten und noch vorhandenen französischen Truppen haben, da ihre Generace und Offiziere nicht öffentlich Protest gegen solche Infamie einlegen, es sich selbst zuzuschreiben, wenn man dem Ehrenwort französischer Offiziere nicht mehr traut und mit ihnen | fortan ebenso vorsichtig bei Kapitulationen verhandelt, als ob sich Banditen ergeben, wenn man ferner gefangene französische Offiziere nicht mehr von vornherein als ehrenhafte Soldaten ansehen kann. Wagen es doch schamlose Blätter den französischen Offizieren, die auf schriftliches Ehrenwort bei Sedan freigelaffen worden, einen schmutzigen Ausweg anzugeben, das an Eidesstatt abgegebene Wort betrügerisch zu brechen und keine Stimme erhebt sich gegen solche Schandschriften, kein franzöficher Offizier verwahrt sich und seine Kameraden öffentlich vor solcher Zumuthung.

Vor Straßburg flog am 6. d. M. Nachmittags eine Bombe aus der Festung in die Mitte einer preußischen Batterie. Einer der anwesenden Kanoniere besaß die Geistesgegenwart, dieselbe sofort zu ergreifen uud in das freie Feld so weit als möglich hinauszu­werfen, woselbst sie augenblicklich platzte. Er rettete dadurch nicht nur sein eignes, sondern auch das Leben seiner Kameraden. Er er­hielt hiefür eine öffentliche Belobung und 20 Thlr. als Geschenk.

Folgende der Tribüne entnommenen Nachrichten bestätigen immer mehr den furchtbaren Fanatismus, der bei einem großen Theile der franz. Bevölkerung gegen unsere siegreiche Truppen zu Tage tritt:

1) Der „Kriegszeitung" wird geschrieben: Eine solche Gräuel» that (für deren Wahrheit ich bürgen kann), unerhört in ihrer Art, trug sich zu in St. Marie, jenem Dorfe, welches den äußersten rechten Flügel der verschanzten Position der Franzosen in der Schlacht am 18. August bildete. Ein altes Weib hatte einem jungen hübschen sächsischen Offizier, der hülflos als Verwundeter in ihr Haus gebracht ward, beide Augen ausgestochen. Von den Mannschaften des Verstümmelten bei dieser Schauderthat ertappt, ward sofort an ihr die Lynchjustiz geübt. Man brachte darauf die Alte zu uns und band sie zur weiteren Strafe an das Rad eines Wagens. Ohne daß Weiteres mit ihr geschehen, hauchte sie nach etwa zwei Stunden ihren ruchlosen Geist aus.

2) Ein anderer Correspondent schreibt: Vorgestern Abend hatte ein verwundeter kriegsgefangener Zuave die Verwegenheit gehabt, auf der Bahnlinie in der Richtung nach Wendenheim zahlreiche- Holzstücke quer über die Schienen zu werfen. Er wurde auf frischer That ertappt. Das Verbrechen ist um so verruchter, als ohne die Wachsamkeit unserer Soldaten wahrscheinlich ein Bahnzug entgleist wäre, auf dem französische Kriegsgefangene befördert wurden. Wie vorauszusehen war, hat das Kriegsgericht, welches sich sofort mit der Sache befaßte, den Schuldigen zum Tode verurtheilt, und wird er vermuthlich in diesem Augenblicke schon seine wohlverdiente Strafe erlitten haben.

3) Dem Schreiben eines Offiziers aus Annelles bei Rheims vom 4. September entnimmt die „N. Z." Folgendes: „Gestern hat ein Franzose den Husaren-Fähnrich v. Massenbach mit Schrot â baut portant erschossen. Ein Schmied erschlug einen Husaren mit dem Hammer, während derselbe den Huf seines Pferdes behufs Beschlagens hielt. Das Dorf wurde zur Strafe total niedergebrannt."

(Depeschen des Hanauer Kreisblattes.)

Florenz, den 16. Sept. Torre Orleando bei Civitavechia hat sich ergeben.

Cadorna forderte am 15. c. durch einen Parlamentair den General-Kanzler von Rom auf, sich dem Truppeneinmarsch nicht zu widersetzen, was von demselben jedoch abgelehnt worden ist.

London, den 18. Sept. Favre, Mitglied der republikani­schen Regierung, ließ über London an den Kanzler des Norddeutschen Bundes in Meaux die Anfrage richten, ob derselbe bereit sei ihn zu einer Besprechung im Hauptquartier König Wilhelms zu em­pfangen. Auf demselben Wege wurde dem Vernehmen nach Favre zusagende Antwort ertheilt.

Die Beschießung von Metz hat nunmehr thatsächlich begonnen, und über hundert Feuerschlünde schicken fast täglich bis zum späten Abend ihre ehernen Boten in das befestigte Lager von Metz und in die Festung selbst.

Dieser Tage traf ein Parlamantair von dort ein, welcher mit verbundenen Augen in das Hauptquartier des Höchstkommandircnden, Prinzen Friedrich Carl, zu Schloß Corny geleitet wurde. Die Konferenz soll lange gewährt, aber zu keinem Resultat geführt haben. Nach dem Gutachten von Sachverständigen, welche hierin vollständig übereinstimmen, ist Metz die stärkste Festung Europas, stärker als Sebastopol, und mit Gewalt nicht zu neh­men; wir müssen uns daher darauf beschränken, sie immer enger und enger mit eisernen Armen zu cerniren, und der event, aus­brechenden Hungersnoth, den unvermeidlichen Seuchen u. s. w. das Weitere überlasten. Interessant war ein Spazierritt, den wir heute bis zum Bivouac St. Blaise ausdehnten. Die gerade schweigenden Batterien haben sich sämmtlich eingeschnitten, die Bataillone sich überall verdeckt aufgestellt und verschanzt, und die Wälder und Wäldchen sind mit Jäger- und Füsilier-Bataillonen gespickt. Wenn man auf die höchste Bergspitze reitet, so kann man von hier aus mit scharfem Auge die Kathedrale von Metz, mittelst des Fernrohres aber sogar die Leute in der Stadt und die Soldaten im Lager beobachten.

Dagegen bemerkt man von unsern Armeen vor Metz effectiv Nichts, höchstens einmal sieht man eine Schleichpatrouille ziehen, oder der Pferdekopf einer Vedette guckt neugierig hinter Bäumen hervor; tiefer Frieden scheint auf Berg und Thal zu ruhen und um die Illusion vollständig zu machen, trägt der Abendwind aus den Nachbardörfern das Glockenläuten zur Messe herüber. Wie bald wird sich die Situation ändern, und, wenn abermals ein Ausfall versucht werden sollte, werden Tausende und Tausende von Feinden dem sicheren Tode preisgegeben werden, denn enger und enger ziehen sich die Kreise und das zu Tode gehetzte Wild sieht keine Rettung, keinen Ausweg mehr!

Das Bubenstück von Laon würde nur den Schuldigen entehren, wenn Frankreich sich mit Entrüstung von der Mitschuld lossagte; da es aber in den französichschen Blättern als eine Hel­denthat gefeiert wird, so macht die Nation sich dafür verantwortlich,

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten evangcl. Waisenhauses.