Personenpost zwischen Hanau und Helvenbergen.
Hanau . . . durch Windecken,
ab
Heldenbergen......an
(zum Anschluß an die Post nach
Altenstadt um
Heldenbergen......ab
(nach Ankunft der Post von Altenstadt um
5.30 Nachm.,
7.15 „
9.40
5.45
Vorm.,
-frankfurter Börse.
Actien.
Darmst. Credit 306 bz.
Oesterr. Creditanst. 238'/, bz.
1. September 1870.
Prioritäten.
57, Eltsaberhb. 74 bz.
37, Livorncser E.-B. 29'/, bz.
durch Windecken Hanau . . .
5.35
an
7.30
Personenpost zwischen Hanau und Niederwöllstadt.
Hanau.....
Windecken . . . . Heldenbergen . . . Ntederwèllstadt . . Riederwöllstadt . . Helden bergen . . . Windecken . . . Hanau.....
ab 7.— früh, an 8.25 Vorm.
an 8.45 „
an 9.55 ,
ab 6.— Abends,
an 7. 5 ,
an 7.25 an 8.55 „
Preußen 4'/, 7, Oblig. 89 ®.
Nassau 4*/t7, Oblig. 88'/, 8.
Kurbeffen 47. Oblig. 82 P.
Bayern 47,7, tjâhr. 87'/, G.
„ 4*4 *4 7. jähr. 87 V, G.
„ *7. , - bz.
Würtemb. 4>/,'/,Obltg.87V, G.
„ 47. Oblig. 83 P.
Baden 47,7, Oblig. 87*/, P.
, 47, Oblig. 82 G.
Gr.Hessen 47, Oblig. 88 bz.
Oesterr. Silberrente 537,, bz.
„ Papierrente 44*4 ®.
„ 57, M. steuerf. — bz.
Amerik. Bonds 1881r 91 bz.
67.
Oesterr. Südb. — P.
37, Oesterr. Staatsb. 54'4 bz.
57> Toskan. Centralb. 46'/, G.
'Aulcstcnsloose.
37,7, Preuß. ä t00Thlr.„ P.
Kurhess. ä 40 Thlr. 59*/, G.
Raff, â 25 fl. — bz.
4'/, Bayer, ä tüOTblr. 102*/, bz.
Amsterdam Auasbura Berlin Bremen Cöln Hamburg London Paris Wien
ditto 1 ditto
Disconto ;
Wechsel.
k. S. 99% b,.
k. S.
k. L>. k. S. k. S.
997, P. 104'4 bz. 96'4 P.
104*/, P. 87*4 bz.
k. S. 118*/, bz.
k. S. 91*4 bz.
k. S. 937, bez.
m.
- bz-
l. S. — bz. 5% G.
1882r 92*4 bz.
1885r 92 bz.
4% Bad. a 100 „
Badische â 35 fl.
Großh. Hess. â 50 fl.
, „ â 25 fl.
Oesterr. fl.250v. 1839 „ , 250, 1854
„ ,. 500 „ 1860
102'4 bz. 57% G. - P.
- G.
— G.
- P. 72% bz.
, „ 100, 1864 - b5. lOest.Creditanst.v. 1858 145 bz.
Geldsorten.
Pr.Kassenscheine fl.1.44'/,-'/, G. , Friedrichsd'or,, 9.56—58
Pistolen „ 9.41-43 Ö.
„ doppelte „ 9.41—43 8.
Holl.fl.lO-Stücke „ 9.54a6 G.
Ducaten , 5.32—34 ®.
Napoleonsd'or „ 9.24-^26
Dollars in Gold , 2.24-26
Wie verschieden sind die Kriegshcere, die gegeneinander stehen'.
Rom Kriegsschauplätze
Das eine getragen von edelster Begeisterung, ernst und feierlich im Bewußtsein höchster Pflichten, das Andere rasend in blinder Wuth, erst trunken von Uebermuth, dann niedergeschlagen, verzweifelnd. Den Verwundeten sieht man es an, wofür sie bluten, ein Arzt charaterisirt dies in kurzen Zügen:
Die Franzosen, schreibt er, gebeugt von der Wehmuth über die harten Schläge deS Schicksals, die ihr Vaterland erleidet, flehen oft um den Tod, der sie von aller Erdenqual befreien sott und Selbstmorde sind bereits vorgekommen ; ein kaum achtzehnjähriger Lieutenant, dem eine Kanonenkugel das rechte Bein zerschmettert hatte, erschoß sich mittelst eines Revolvers. Die Turkos, Zuaven rc. schreien nach dem Arzt, viele leicht verwundete haben es vorgezogen, sich gefangen nehmen zu lassen, anstatt bei der Truppe zu bleiben.
Die norddeutschen Verwundeten bewahren eine stolze Ruhe — mannhaft überstehen sie selbst die peinlichsten Operationen. Klagen werden selten laut. Den schwierigsten Stand verursachten den Aerzten die Bayern, welche überhaupt von allen im Feld stehenden deutschen Stämmen die fürchterlichsten Raufer sind. Die Leichtverwundeten verderben sich oft durch ihr vieles Trinken, da die Civil- bevölkerung ihnen Bier und Wein zuschmuggelt. Bursche, welche Schüsse in den Armen und Beinen haben, hört man jodeln und dudeln; sie kennen nur eine Sehnsucht: bald gesund zu werden, „um wieder Alles z'sammen hau'n zu können." Alle Truppen, sowohl Deutsche als Franzosen, haben nur eine Stimme der Verwunderung über die Todesverachtnng und faktische Tollkühnheit der Bayern, welche geschworen haben, weder Pardon zu geben noch zu nehmen, da sie über die verschiedenen meuchlerischen Anfälle der Bauern und die bestialische Behandlung, die mehreren gefangenen Jägern durch die TurkoS widerfuhr, bis zur Wuth entflammt sind.
Einer Correspondenz der „Vosfischen Zeitung" entnehmen wir Folgendes:
Der König, der mit seinem Erfolge in ein heftiges feindliches Feuer gerieth auf der Straße nach Gravelotte, saß um diese Zeit neben einer Gartenmauer diesseit Rezonvillc. Unmittelbar an seiner Seite brannte eine große Wollspinnerei, die nächste Umgebung mit ihrem unheimlichen Lichte crbcllend. Man hatte eine Leiter von einem Bauerwagen als Sitz für ihn eingerichtet, und zwar so, daß ras eine Ende derselben auf eine Decimalwage, daS andere Ende auf einen crepirten französischen Grauschimmel gelegt war; an seiner Seite befanden sich Prinz Carl, der Großherzog von Weimar, der Erbgroßherzog von Mecklenburg, Graf Bismark, v. Roon und Graf Dönhoff. Letzterer hielt zu Pferde in der Nähe. Roon hatte heute den Helm abgelegt und trug wider seine Gewohnheit die Feldmütze; der König war im Helm. Graf Bismark suchte sich französische Briefe zum Lesen.—Man war sehr schweigsam und Jeder fühlte mit unserem Könige, daß das um diese Zeit seinen Höhepunkt erreichende Schlachtgetümmel die Entscheidung bringen mußte. Da tritt Moltke zum Könige — er ist erhitzt, denn der Tag sah ihn im dichtesten Gewühl. „Majestät, wir haben gesiegt, der Feind ist aus allen Positionen geworfen!" Ein kräftiges Hurrah der Umstehenden antwortete. Jetzt aber dachte man auch an Erquickung — ciu nicht fern haltender Marketender wurde herangeschleppt und die hohen Herrschaften bezogen von ihm den solcher Ehre gewiß ungewohnten schlechten Rothspohn, indem sic sich ihre Feldflaschen
füllen ließen. Der König trank aus einem abgebrochenen Tulpen- glasc, Bismark kaute vergnüglich an einem großen Stück Kommiß-
brod — die Situation war eine so außerordentliche, daß der, seitens eines hohen Herrn, meinem Freunde, dem Schlachtenmaler Otto Günther, gewordene ehrende Auftrag, ein Bild dieses denkwürdigen Augenblicks zu entwerfen, dieselbe dem deutschen Volke zu einer unvergeßlichen machen wird.
Die Trier. Ztg. erzählt: „Drei Söhne eines Bürgers von Trier, die bei dem 2. Garde-Grenadier-Regiment in desselben Compagnie und in demselben Gliede neben einander standen, sind bei Gravelotte am 18. gleichzeitig von dem feindlichen Blei getroffen worden. Einer wurde leicht verwundet, der zweite aber schwer, während der dritte, von zwei Kugeln in die Brust getroffen, dort auf der Stelle geblieben ist. Alo seine beiden Brüder neben ihm
knieeten und einer ihn fragte, wie er sich befinde, war sein letztes Wort: „Deck' mich zu, es wird mir kalt!" Der
ist bereits in Trier bei seinen Eltern eingetroffen, anderen wird noch erwartet."
Leichtverwundete die Ankunft des
Cöln. Zeitung
Aus Nancy, 27. August schreibt man der daß Sendungen von Lebensmitteln und Erfrischungen für die Hospitäler Nancy's und der Umgebungen von Metz, z. B. Pont â Moufson, sehr wünscbenswerth wären. Auch Steinkohlen fangen an, in einer Besorgniß erregenden Weise zu fehlen, und durch Zusendung dieses Brennmaterials würde daher einem dringenden Bedürfnisse
der Küche der Hospitäler abgeholfen werden.
In preußischer Gefangenschaft befinden sich bis jetzt 37,000 Franzosen, 1100 Offiziere, 2 Generäle, 18 Obersten, 22 Stabs - ‘ und 9 Adler. Auch
Offiziere, 109 Geschütze, 23 Mitraillcusen
Bayern, Baden und Württemberg haben noch eine ziemliche Anzahl
französischer Gefangene.
Die beabsichtigte Adresse an Se. Maj.
König Wilhelm I.
Bezugnehmend auf die dieser Tage zu Berlin in einer durch Oberbürgermeister Seydel, die Abgeordneten Löwe und Unruh rc. berufene Versammlung, in welcher der Beschluß von allen Parteien einstimmig gefaßt wurde, eine Adresse an den König zu richten, läßt sich annehmen, daß dieselbe ohne allen Zweifel im ganzen deutschen Volke den ungetheiltesten Beifall und Anklang finden werde, da ja sämmtliche deutsche Männer in Stadt und Land zu jedem Opfer bereit sind, um zu bewirken, daß bei der Friedensunterhandlung jede fremde Einmischung, welche unserem Deutschland den Preis seiner mit so vielem theuren Blute erkauften Siege schmälern wollte, abgewiesen und mit Nachdruck fern gehalten werde. Wenn die fremden Staaten beim Ausbruch des Krieges strenge Neutralität beschlossen haben, so sollen sie diese strenge Neutralität auch beim Ende unterer blutigen Arbeit beim Friedenschlusse einhalten, ein Anderes gibt es nicht, ein Anderes läßt sich unser deutsches Volk diesmal nicht bieten. Und solches entschieden auszusprechen, ist der Zweck der Adresse des deutschen Volkes an seinen obersten Kriegsherrn König Wilhelm I, den Gott auch ferner
den
schützen und behüten möge!
Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten evangel. Waisenhauses.
Hierin die Mr »L der Vrovinrial-Corresvondenr als Beilage