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Werloosungen

Stadt Augsburger V fl.-Loose. Am 1. August wurden folgende Serien ge­zogen : Serie 179 447 669 763 906 1146 1149 1171 1678 1989.

Verloosungskaimder

für das Jahr 1870

Septbr. 1. Oesterreich ische 100-sl.-Loose von 1864.

„ 1. Stadt Augsburg 7-fl.-Loose.

„ 1. Gräfl. Pappenheim 7-fl.-Loose.

„ 1. Hamburger 100-Mrk.-Bko.- Loost.

„ 1. Stadt Brüssel 100-Fr.-Loose â 3-0.

„ 1. Stadt Ostende 25-Fr.-Loose.

„ 1. Stadt Lille l00-Fr.-Loose Ä3K.

„ 1. Stadt Neapel 150-Fr.-Loose st 4| J.

„ 1. Stadt Bukarest 20-Fr.-Loose.

„ 13. Russische 100-S.-R.-Loose â

Septbr. 15.

„ 15.

. 15.

„ 15.

. 16.

, 30.

„ 30.

„ 30.

Preußische 100-Thlr-Loose ■ 31 0 2 fr*

Anhalt Deffau 100-Thlr.-Lo»se ® 3|

Stadt Paris 500-Fr.'Loose »

Graf Palsh M-sl.-Loose.

Stadt Mailand 10-Fr.-Loose.

Badische 35-ft.-Loose.

Braunschweig. 20-Thlr.-Loose.

Stadt Venedig 30-Lire Loose.

Ankunft u. Abgang der Posten.

Personenpost zwischen Hanau u. Gedern.

Hanau . ab 6.10 Abs., Gedern ab 2.15 früh,

Marköbel an 7.55 „ Ortenberg an 3.30 „

Lindheim an 9 20 „ Lindheim an 4.45 „

Ortenberg anlO.25 „ Marköbel an 5.55 „

Gedern an l2.25Nachts, Hanau an 7.50 „

Zwischen Büdingen u. Meerholz.

aus Meerholz 8. — U. Vorm. u. 9.50 U. Abds.,

aus Büdingen 3.55 „ früh „ 5.45 „ „

Botenpost zwischen Hanan und Groß­

steinheim.

Hanau........ab 12.45 Nackm.

Großsteinheim......an 1.45 „

Großsteinheim......ab 1.50 „

Hanau........an 2.50 „

Personenpostzwischen Bieber u. Gelnhausen, aus Bieber......4.30 Uhr Morgens,

in Gelnhausen (Anschluß an

die Eisenbahn) 7.15 „ „

aus Gelnhausen .... 5.— „ Nackmitt.

in Bieber ......7.15 „ Abends.

Personcnpost zwischen Hanau und Heldenbergen.

Hanau........ab 5.30 NaLm.,

durch Windecken, Heldenbergen......an 7.15 „

(zum Anschluß an die Post nach

Altenstadt um 9.40

Heldenbergen......ab 5.45 Vorm.,

(nach Ankunft der Post von

Altenstadt um 5.35 „

durch Windecken, Hanau ....'... an 7.30 „

Vom Kriegsschauplätze.

Auszug aus der amtlichen Verlust-Liste Nr. 4, soweit sie bis zum 25. August eingegangen ist. Schlacht bei Wörth am 6. August

2. Fuß-Abtheilung Hessischen Feld Artillerie-Regts. Nr. 11.

4. schwere Fuß-Batterie.

Kan. Johann Schmidt. S. v. S. i. d. Schulter. — Kan.

Johann Möller. S. v. S. i. d. Hüfte. — Kan Franz Hotten- roth. L. v. Strcifsch. a. d. Hand, b. d. Batt.

3. leichte Fuß-Batterie.

Kan. Peter Fakiner. L. v. Strcifsch. a. r. Oberarm, b. d. Batt.

Aus der Schlacht b0M 18. berichtet man der Trib. noch fol­gende Details. Ein Augenzeuge schreibt: Schon während des An­marsches wurden unsere Leute mit Kugeln aus den Mitraillcusen der Franzosen wahrhaft überschüttet; trotz mancher schmerzlicher Ver­luste ging es jedoch in steter Eile vorwärts. Am Fuße der feind­lichen Stellung begann ein entsetzliches Morden. Ohne jeden Schuß mußte das Centrum gestürmt werden, während man auf den littken Flügel die Position des Feindes, die sich auf einen dichten Wald stützte, durch einen Schützenkampf zu nehmen versuchte. Das Centrum, resp, die Chausiee, welche durch die feindliche Stellung führte, wurde durch ein steinernes Gebäude auf der Höhe, das die Franzosen mit Schießscharten versehen hatten, und durch einen Steinbruch beherrscht. Einzelne Holzgebäude auf der Höhe waren von den Franzosen gleichfalls befestigt worden. Tie Position war wahrhaft unüber­windlich. Lange schwankte der Kampf hin und her und in Strömen floß daS Blut der Unsrigen, während die Franzosen kaum nennens- werthe Verluste erlitten. Endlich wurde der erste Rand der Höhen genommen und kaum ein Drittel der Franzosen entging dem Tode. Ein entsetzlicher Kampf entwickelte sich um den Besitz des Steinbruchs und des Steinhauses, doch auch diese Hindernisse wurden nach schweren Opfern genommen und furchtbar räumten die Unsrigen in den Reihen der Franzosen auf, in wilder Flucht wurden sie über den Thalrand getrieben unter den furchtbarsten Verlusten. Hier stockte der Kampf, man stand vor einer neuen Position der Fran­zosen, die Truppen waren «uf den Tod erschöpft und noch immer nicht war das Gros der Armee des Prinzen Friedrich Karl einge­troffen. Die Situation war eine überaus ernste, man hatte das Gefühl einer Niederlage, denn eS schien unmöglich, dem überlegenen Feinde gegenüber die Position zu behaupten. Einzelne deutsche Regimenter waren zudem im Verlaufe des Kampfes fast ganz auf­gerieben worden; ich sah beispielsweise einen schwerverwundeten Hauptmann vom 67. Regiment, ich glaube von Weihern, der auf den Verbandplatz geführt wurde, sein versprengtes Bataillon um zwei Fahnen sammeln, es mochten kaum 200 Mann sein, die sich zusam­menfanden. Der Brave führte trotz seiner Wunden tambour battant sc,ne Leute abermals ins Feuer. Ich bemerkte, wie der Brigade- General vor diesem Heldenmuth das Haupt entblößte. Es war ein erhebender, tief ergreifender Moment. °

Ein interessantes Factum wird von einem Combattanten der 3. Armee berichtet. Derselbe schreibt: „Ich marschirte heute mit meinem Collegen W. S. von Soultz hierher (Merzwiller) und passirte den in Friedenszeiten berühmten und berüchtigten Wald. Auf dem Wege hierher lagen unzählige Trümmer von Waffen, Wagen, todte Pferde, Militair-Essekten u. dgl. m. Von diesen Sachen nahm ich unterwegs einige Abrechnungsbücher französischer Soldaten, ähnlich denen unserer Truppen, an mich, und fand darin zu meiner Verwunderung, daß den französischen Regimentern schon am 10. Juni die Kriegs-Armaturstücke, als: Leibbinden, Patronen und sonstiger Feldbedarf, ausgegeben worden sind." Also ein neuer Beweis für das Planmäßige der französischen Herausforderung! — I Der nämliche Korrespondent bestätigt die Angaben über die von den I Turcos verübten Grausamkeiten. Er selbst sah einen Mann vom ; 87. Regiment, dem die Turcos beide Augen ausgestochen hatten, | einen Jäger (Baiern), dem die Zunge von diesen Barbaren ausge- ■ schnitten war, und viele andere Soldaten, denen die Turcos die Hände abgehauen hatten. Es ist eine unauslöschliche Schmach, solches Gesindel in einem Kriege unter civilisirten Nationen zu verwenden.

Der Staats-Anzeiger hebt hervor: „Wie die Schlachten bei Weißenburg und Wörth in den ersten gemeinschaftlichen Kämpfen preußischer Truppen und deren Baierns, Württembergs und Badens blutig die neue Waffenbrüderschaft besiegelt haben, so ist an den siegreichen Schlachttagen bei Metz auch den zum ersten Male gemein­sam kämpfenden Truppen des Norddeutschen Bundes, namentlich den Sachsen und Hessen, die Feuertaufe geworden. Deutsche Treue und deutsche Einigkeit haben das Volk in Waffen vom Fels zum Meere, vom fernsten Osten bis jenseit des Rheinstroms entschlossen gegen den gemeinsamen Erbfeind und unter der ruhmvollen Führung seiner Fürsten, Prinzen und Heerführer zu Erfolgen geführt, welche Zeug­nisse der Vaterlandsliebe und des deutschen HeldenmutheS darlegen. Groß sind die aus allen Theilen des so geeinigten Vaterlandes ge­brachten Opfer, doch, je größer sie sind, um so fester muß die Hoff­nung Platz greifen, daß daS Blut unserer Helden, daß die auf den Feldern der Ehre Gebliebenen das festeste Band deutscher Einheit bil­den werden."

(Officiell.) Privat-Depesche des Hanauer Kreisblattes. Großes Hauptquartier, 28. August, Abends. Gestern Abend sieg­reiches Gefecht des 3. sächsischen Reiter-Regiments, einer Eskadron des 18. Ulanen-Reg. u. Batterie Zwicker gegen 6 Eskadronen Chasseurs in der Gegend von Busanzy. Der Kommandeur der Franzosen wurde verwundet und gefangen.

(Officiell.) Privat-Depesche des Hanauer Kreisblattes. Mundolsheim, 30. August. Die Parallele bei Schilling heim, 600 bis 800 Schritte von den Festungswerken, wurde heute Nacht von der combinirten Infanterie-Brigade ohne Verlust und Widerstand eröffnet. 42 Geschütze wurden neu in die Batterie geführt und feuern.