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Das einzelne Blatt , 1 , 3s-altige 2V1, , 1

Hanauer Kreisblatt.

Erscheint Mittwocds und Samftaqs.

Inserate für dieses Blatt werden außi-r bei der Expedition dieses Blattes auch bei der Iäger'schen Buck-, Papier- u. Landkarten-Handlun.! zu Frankfurt a. M. sowie bei E. Schlotte, Expedition für Zeitungs-Annocen in Bremen entgegengenommen.

â 70. Wittwoch, den 31. August. 1870.

Auszug aus dem Amtsblatt.

Die am 27. d. M. ausgegebene Nr. 47 des Amtsblattes enthält außer bereits Mitgetheiltem: ^Bekanntmachung des General- Postamts zu Berlin vom 22. d. M., die Correspondenz der im Felde stehenden Truppen betreffend; 2) Bekanntmachung des Herrn Provinzial-Steuerdirectors zu Münster vom 18. d. M, die Errichtung einer Stempeldistribution in Oldendorf vom 1. September ab betreffend; 3) Bekanntmachung Königlichen Oberbergamts zu Clausthal vom 31 v. und 5. d. M., die Ausfertigung einer Berg» Werksverleihungs-Urkunde und einer Bergwerks Erweiterungs-Urkunde an Privat-Unternehmer betreffend.

A u s z u g auS der Denkschrift des General-Postamts zu Berlin, dd. 22. August 1870.

An das Publikum.

Bei keiner anderen Armee waltet in gleichem Grade, wie bei unserem Heere, dem Volk in Waffen, das berechtigte Bedürfniß ob, im engen geistigen Zusammenhänge mit der Heimath zu verbleiben vollends wenn der rasche Siegesflug die Banner weit über die vaterländischen Grenzen in das Herz des Feindeslandes führt. Der ungehemmte Fluß der Nachrichten von der Armee zur Heimath und umgekehrt verstärkt die Lebeusströmung, welche beide verbindet: er verschafft den Zurückgebliebenen Trost und Be­ruhigung, in jedem Falle Befreiung von quälender Ungewißheit; er bringt unseren in furchtbaren Schlachten vorschreitenden Brüdern , Kunde von der begeisterten Theilnahme, die ihren Thaten aus allen deutschen Gauen entgegentönt; er gewährt ihnen unter gewaltigen Anstrengungen und Gefahren die Erquickung des geistigen und Herzensverkehrs mit den Lieben am heimischen Heerd; er beflügelt die ergreifende Gewalt des entflammenden Nationalgeistes, und er stählt die aus dem Zusammenhang mit dem Vaterlande hervor­gehende sittliche Kraft, welche einen so wesentlichen Theil der Stärke uud Ueberlegenheit Deutscher Heere ausmacht.

Es ist daher in mehr als einer Beziehung sicherlich von großer Wichtigkeit, daß der briefliche Verkehr zwischen der Heimath und den im Felde operirenden Armeen in thunlichst vollkommener Weise geregelt sei. Niemand kann sich dessen in höherem Maße bewußt sein, alö die Postverwaltung selber, und sie setzt die umfassendsten Mittel in Thätigkeit, wendet die äußersten An­strengungen an, um jenes Ziel zu erreichen.

Die dem General Postamt fortgesetzt zugehenden Anfragen, und auch Klagen über Verspätungen von Feldpostbriefen beruhen hauptsächlich auf zwei Ursachen: einmal, daß ein Theil des Publikums durch die sonstige Schnelle und Regelmäßigkeit des Post­verkehrs, sowie durch die Telegramme verwöhnt nicht im Stande oder auch nicht geneigt zu sein scheint, den völlig veränderten Verhältnissen der Kriegslage, welche gerade die Verkehrsanstalten mit ehernen Schlägen trifft, Rechnung zu tragen; und sodann, daß bei der Mehrzahl eine richtige Vorstellung von dem bei dem Postdienste der Armee obwaltenden besonderen Umständen nicht vor­handen ist, auch wohl nicht sein kann.

Aus diesem Grunde glaubt das General-Postamt, welches jede einzelne Anfrage nach einem vetspäteten Briefe zu beantworten nicht im Stande ist, den Weg betreten zu sollen, dem Publikum die in Betracht kommenden Verhältnisse und die getroffenen Ein­richtungen in Kürze öffentlich darzulegen. Dasselbe wird dabei lediglich von dem Gedanken geleitet, daß diese Darstellung, wenn die Betheiligten Zeit finden, sie durchzusehen, vielleicht dazu beitragen wird, die Beunruhigungen und unbegründeten Besorg­nisse zu zerstreuen, welche durch die unvermeidlichen Briefverspätungen bei der allerdings sehr erklärlichen Erregung der Ge­müther in der jetzigen Zeit hervorgerufen werden.

Die Grundlage für die Organisation des Feldpostdienstes bilden die mobilen Feldpostanstalten. Bei jedem der dreizehn Armee-Corps bestehen: ein Feldpostamt und vier Feldpost-Expeditionen; das Feldpostamt für das General - Commando nebst dem Stabe und den Administrations-Branchen; zwei Feldpost-Expeditionen für die beiden Infanterie-Divisionen; und eine Feldpost- Expedition für die Reserve (Cavallerie und Artillerie). Beim XL Armee-Corps ist für die Großherzoglich Hessische (25.) Division außerdem eine besondere Feldpost-Expedition formirt. Ferner sind für das große Hauptquartier Sr. Majestät des Königs, für die Obercommando's der operirenden drei Armeen, für die sechs Cavallerie-Divisionen und sür die vier Landwehr-Divisionen noch besondere Feldpostanstalten errichtet. Die sämmtlichen mobilen Feldpostanstalten, 71 an der Zahl, mit einem Personal von ca. 1000 Köpfen und vielen hundert Pferden und Wagen marschireN stets bei dem Stabe ihrer Division rc. mit, und haben den Post­verkehr für die ihnen zugewiesenen Truppentheile und Administrations-Branchen wahrzunehmen. Dies geschieht in der Weise, daß die mobilen Feldpostanstalten die nach der Heimath gerichteten Briefe von den Truppen entgegennehmen und zur Absendung bringen; die zur Armee gelangende Correspondenz aber nach Bataillonen, bezw. Compagnien, Schwadronen, Batterien u. s. W. sorliren und zur Abholung bereilstellen, welche durch Ordonnanzen erfolgen muß.

Zur Verbindung der in Feindesland stehenden Feldpostanstalten mit der Heimath dienen die E t a p p en - P o stb eh örd e n. Für jede der drei Armeen ist ein Etappen-Postdirector mit zwei Etappen-Postinspectoren in Wirksamkeit. Sie sind den General- Etappen-Jnspectionen zugewiesen, welche letztere wiederum die Aufgabe haben, die gesammte Verbindung einer operirenden Armee mit der Operationsbasis und dem betreffenden Staatsgebiete zu sichern. Soweit Eisenbahnen im Betriebe sind, sollen dieselben durch die Etappen-Behörden auch für die Postbefördernng nutzbar gemacht werden; auf den Landstraßen werden an geeigneten Punkten