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ie Wohnung des Unterzeich­neten befindet sich vom heutigen Tage an bis auf Weiteres im Haus der Herrn Henqsberger L Grobe, Hirschgasie Nr. 13.

Hanau 8. Aug. 1870.

Obergerichtsanwalt

(1185) Cöster.

CVn der Waisenhaus-Buchhandlung sind stets cv) Ab- ^ Zugangs-Anmeldungen, zum Preise von 3 Pfennige für 2 Stück, vorräthig.

n der Waisenhaus-Buch­handlung dahier sind die vorgeschriebenen größeren

Klaffensteuer-Formulare zu haben.

Ankunft u. Abgang der Posten.

Botenpost zwischen Hanan und Groß­steinheim.

Hanau........ab 12.45 Nachm.

Großsteinheim......an 1.45

Großsteinheim......ab 1.50

Hanau........an 2.50 ,

Frankfurter Sörfe.

9. August 1870.

Personenpost zwischen Hanau ». Gedern.

Hanau . ab 6. Abs., Gedern ab 2.15 früh,

Marköbel an 7.45 Ortenberg an 3.30

Lindheim an 9- Lindheim an 4.45

Ortenberg anlO.15 Marköbel an 5.55 ,

Gedern an l2.15Nachts, Hanau an 7.50

Personenpost zwischen Hanau und Niederwöllstadt.

Hanau........ab 7. früh,

Windecken.......an 8.25 Vorm.

Heldenbergen . . . Riederwöllstadt . . Niederwèllstadt . . Windecken . . .

an 8.45

an 9.55

ab 6. Abends, an 7.25

Hanau........an 8.55

Preußen 4*/,% Oblig. 88 G. Nassau 4*/.% Oblig. 83 G. Kurheffen 4% Oblig. P. Bayern 4%% tjähr. 85 G. 4%% '/-jähr. 85 G. 4% 75 G. Würtemb. 4'/,"/°Oblig.83 bz. 4% Oblig. 74 G.

Baden 4%% Oblig. P. 4% Oblig. 77Ve bz. Gr.Hessen 4% Oblig. 88 G. Oesterr. Silberrente 49% bz. Papierrente 414 bz. 5% M. steuerf. bz. Amerik. Bonds 1881r 90% bz. 1882r 89% bz. 1885r 88% bz.

vielten.

Darmst. Credit 290 G. Oesterr. Creditanst. 215*% bz.

Prioritäten. 5% Elisab-thb. 76 G. 3% Livorneser E.-B. 27 G. 6% Oesterr. Südb. bz. 3% Oesterr. Staatsb. 55% bz. 5% Toskan. Centralb. 45 G.

Anlehensloose. 3"/,% Preuß. atOOTHlr.- P. Kurheff. â 40 Thlr. 54% G Nass, â 25 fl. 38% P. 4«/o Bayer.ü100Thlr. 104 G.

4% Bad. ä 100

101% bz.

Badische a 35 fl.

54 P.

Großh. Hess, â 50 fl.

165 G.

0 ,, a 25 fl.

40 G.

Oesterr. fl.250v. 1839

G.

250 1854

- P.

,. 500 1860

100 1864

^Oest.Creditanst.v.1858

68% bz.

93% bz.

140 P.

Wechsel.

Amsterdam k. S. 98% bz.

Augsburg k. S. 99% P. Berlin k. S. 104% bz. Bremen k. S. P. Cöln k. S. 104% P.

Hamburg k. S. 86% bz. London k. S. 117% G. Paris k. S. 92% bz. Wien k. S. 92 bez. ditto m. S. bz. ditto l. S. bz.

Disconto 6% G.

Geldsortcn.

Lr.Kassenscheine fl.1.4445 G.

, Friedrtchsd'or,, 9.5559

Pistolen 9.40 P.

doppelte 9.40 P. Holl.fl.10-Stücke 9.55 G. Ducaten 5.33 G. Napoleonsd'or 9.1923 Dollars in Gold 2.22-24

Nom Kriegsschauplätze.

Ein kühnes Reiterstückchen erzählt dieTribüne", das, obwohl schon bekannt, doch so ausführlich noch nicht berichtet wurde; es betrifft die Sprengung des Viaducts auf der Saargemünd-Hagen- auer Eisenbahnlinie. Die Art und Weise der Ausführung dieses Zerstörungswerkes ist ebenso originell wie heldenmäßig, weshalb ich Ihnen hiermit die näheren Thatsachen, wie ich sic aus glaub­würdiger Quelle habe, mittheile. Der Lieutenant von Voigt vom 7. Manen-Regiment wurde mit 30 Mann Ulanen beauftragt, den Piaduct auf genannter Linie zu zerstören. Das war keine leichte Aufgabe, denn genannte Bahn ist 45 Stunden von der deutschen Grenze entfernt, und übrigens besitzen Ulanen auch nicht die Fähig­keit, eine Brücke zu sprengen. Allein wer es nicht selbst angesehen, wird kaum glauben wollen, von welchem Muthe unsere Soldaten beseelt sind. Die 30 Ulanen meldeten sich freiwillig, als es hieß, es sei ein Unternehmen auszuführen, bei dem es leicht das Leben kosten könne. In der Nacht vom 18. Juli ging es fort nach Zweibrücken, wo bereits für unterstützenden Zuzug von dort aus gesorgt war. Von hier wurde noch ein Techniker, der Bauführer Zimmer (ein Trierer) und in Neukirchen eine Anzahl niuthiger Bergleute und Arbeiter mitgenommen, die sich auf Sprengarbeiten verstehen. Nachdem nun die ganze Expedition mit den nöthigen Utensilien ausgerüstet war, ging es mit Wagen, die das Nöthige mitführten, durch das baierische Gebiet an die französische Grenze. Die Wachsamkeit der französischen Vorposten vereitelte jedoch die Ausführung des Werkes in dieser und der folgenden Nacht und man fand es gerathen, sich zurückzuziehen, nachdem man das Terrain genau ausgekundschaftet hatte. Dabei gewann man die Ueberzeugung, daß die mitgeführten Wagen die Sache erschwerten und daß es leichter ausführbar sei, wenn alle Theilnehmer beritten wären. Aber wie kann ein Bergmann reiten, der sich nur auf Schlägel und Fäustel versteht. Daher gab man ihnen zwei Tage lang Reit­unterricht, und als sie etwas galoppiren konnten, ohne vom Pferde zu fallen, gings fort in der Nacht an's Werk. Im Nu waren die französischen Vorposten überrumpelt und unschädlich gemacht und während dies geschah, bohrte unser Techniker mit den Bergleuten etliche Löcher zu Sprengvorrichtungen und binnen kurzer Zeit war alles soweit fertig, daß man die Zündfäden anzünden und den Er­folg erwarten konnte. Dieser war denn auch ein glänzender, denn

nach kurzer Zeit flog der ganze 2 Etagen hohe Viaduct unter furchtbarer Explosion in die Luft und es war ein Werk zerstört, das dem Feinde zur Kommunikation auf einer für ihn wichtigen Straße diente unb, zu dessen Wiederherstellung mindestens einige Monate erforderlich sein sollen. Auch fand man noch Zeit, ^ne gehörige Anzahl Bahnschienen mittelst den bekanntlich so verheeren­den Dynamit-Patronen zu zerstören. Als das kühne glorreiche Werk vollbracht war und die Herren Franzosen durch den fürchter­lichen Knall munter wurden, zogen unsere Helden von dannen und kamen nach etwas komischem Hopp, Hopp, Hopp, glücklich und unversehrt wieder an. Wir dürfen es kühn aussprechen: Alle Theilnehmer an diesem Werke haben sich um das Vaterland verdient gemacht!

Verwundete deutsche Krieger, die am vergangenen Sonntag i Morgen halb 9 Uhr Damstadt passirten, erzählen die entsetzlichsten Gräuel, welche Seitens der Turco's auf dem Kampfplatz an schwer- i verwundeten Deutschen verübt worden sind, indem sie ihnen Arme und Beine abschnitten und die Kopfhaut über das Gesicht zogen. ; Verwundetenträgern schnitten sie die Ohren ab. Es herrscht da­rüber der gerechteste Abscheu. Einige solcher Turco's, welche hierauf gefangen wurden, traf die gerechte Strafe des Erhängens. Diele dieser Turco's, die hiernach keine Soldatentugenden besitzen, hätten eine Verwundung nur erheuchelt, seien zusammengestürzt, um dem ferneren Treffen enthoben zu sein und ihre Bestialität an den schwer Verwundeten auslassen zu können. Dies ist die Civilisation, die uns Napoleon bringen will!!! Vorwärts im Kampf für die gute Sache und zur Vernichtung dieser Civilisation.

In größter Auflösung ging nach sicheren Nachrichten der Feind nach der Schlacht bei Wörth zurück. Französische Ar­tillerie, die bei Nieder bronn zu halten versuchte, wurde von Bayern genommen. Bei Reichenhofen nahm Württembergische Cavallerte viele Vorräthe und vier Geschütze. Todte und verwun­dete Feinde bedeckten die Rückzugsstraße. Vergangenen Sonntag früh wurde Hagenau und Saargemünd, welches der Feind verlassen, sowie Forbach nach leichtem Gefecht von deutschen Truppen besetzt.

Zer Herein für Pflege der verwundeten Krieger bittet seine Mitbürger ihre gelesenen Zeitungen, sowie entsprechende Mcher und sonstige MnterstaltungsleKtüre zur Verfügung der Lazareth-Matientett zu stellen und dieselben zu diesem Zweck bei Kerrn Steinsteuer abzugeben.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten evangel. Waisenhauses.