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Vaterllindischer T l-Verein.

Ihre Majestät die Königin, die Protectorin des Vaterländischen Frauen-Vereins, hat aus Anlaß des über unser deutsches Vaterland hereingebrochenen Krieges einen Ausruf an alle deutsche Frauen und Jungfrauen zur Thätigkeit für die im Felde ver­wundeten und erkrankten Krieger ergehen lassen. Um die Wirksamkeit derselben zu concentriren, fordert hiermit der unterzeichnete Vorstand die Frauen nnd Jungfrauen der hiesigen Stadt und des Regierungsbezirks dringend auf, sich dem Vereine anzuschließen und Geld-Beiträge — auch die kleinsten — an den Schatzmeister des Vereins, Herrn A. L. Pfeiffer jun., Cölnische Straße Nr. 4, parterre, abzuliefern und für Beschaffung anderer Gaben, an Leinen, wollenen Decken, Verbandgegenständen rc. Sorge zu tragen.

Cassel, den 20. Juli 1870.

Der Vorstand.des Zweig-Vereins des Vaterländischen Frauen-Vereins:

Gräfin Monts, Vorsitzende. Dircksen, Schriftführer.

Im Anschluß an unsere Bekanntmachung vom 20. d. M. erlauben wir uns, um vergebliche Mühe zu ersparen, die verehrten Frauen und Jungfrauen, welche uns Verband-Gegenstände zugehen lassen wollen, auf die nachfolgende, auf die Erfahrungen des Jahres 1866 gegründete Anleitung zur Anfertigung dieser Gegenstände aufmerksam zu machen:

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Alle Verband-Gegenstände müssen frei von Knoten und Nähten, sowie vollständig rein sein.

Charpie ist in möglichst langen Fäden zu zupfen.

Gewöhnliche Rollbinden 2 Zoll breit, 6 bis 8 Ellen lang, am Besten auS vorher gewaschenem neuen Leinen oder auch aus starkem Shirting, ohne Naht, ungesäumt, fadengerade und ohne Bänder anzufertigen. Sie müssen ungesäumt aufgerollt sein und die Ellenzahl mit Bleistift darauf bemerkt werden.

Flanellbinden 2'/2 Zoll breit, aus ganz neuem, sehr feinen Flanell, 6, 8, 10, 12 Ellen lang. Die Ellenzahl muß auch darauf vermerkt werden.

6/4 Ellen große, viereckige Tücher (Mitellen), ebenso große dreieckige Tücher, gesäumt.

Kissen in jeder Größe mit Seegras, Häcksel, Roßhaaren oder Federn gefüllt.

Schlummerrollen von Federn oder Roßhaaren, mit waschbaren Ueberzügen.

Fußlappen müssen reichlich Elle lang und breit, aus Leinen und ungesäumt sein. '

Hemden, Unterkleider, Strümpfe, Handtücher und Wäsche jeder Art sind besonders erwünscht.

Jedes der unterzeichneten Vorstandsmitglieder ist zur Empfangnahme von Gaben, sowie zur Annnahme von Anmeldungen zum Beitritt bereit.

Cassel, den 21. Juli 1870.

Der Vorstand des Zweig-Vereins des Vaterländischen âauen-Vereins:

H. Gräfin Monts, Vorsitzende. Freifrau von Hardenberg, Stellvertreterin. Kl. von Baumbach, geb. v. Baumbach.

C. von Gersdorff, geb. v. Gersdorff. Anna Hausmann, geb. Soltmann. Sophie Henschel, geb. Cäsar.

Mina Rothfels, geb. Hertz. M. von Wintzingerode, geb. V. Berlepsch.

Vr. Kuckro, Generalarzt. Kretschcl, Reg.Rath. A. L. Pfeiffer MU., Schatzmeister. J. Rothfels. Dircksen, Reg.-Rath, Schriftführern

-^^er Kampf zwischen Deutschland und Frankreich wird in Folge seiner großen Dimensionen, der Kriegstüchtigkeit bei­der Heere, der vervollkommneten Waffen, der bei der Hitze des Sommers zwiefach anstrengenden Strapazen, massenhafte Er­krankungen und Verwundungen der Soldaten herbeiführen. Die staatliche Fürsorge, so umfassend sie sein mag, ist nicht im Stande ausreichend abzuhelfen. 'Heilige Pflicht des deutschen Volkes ist es hier einzutreten und sich der Staatshülfe anzuschlies­sen. Wie Großes durch die Privatwohlthätigkeit geleistet werden kann, ergeben die Feldzüge des Jahres 1866 und der amerika­nische Krieg. Die Vaterlandsliebe, die Begeisterung, welche alle deutschen Stämme von dem Rhein bis zum Niemen, von der Nordsee bis zu den Alpen vereinigt, in dem von dem Feinde übermüthig heraufbeschworenen Krieg entflammt, möge auch in den Herzen unserer Hanauer Bevölkerung für unsere wohlthätigen Zwecke zünden. Wir bitten unsere Mitbürger in Stadt und Kreis Hanau, in engeren und weiteren Vereinen sich uns anzuschließen und gemeinsam mit uns schon heute in Thätigkeit zu treten, wie folgt:

1. Sammlung an Geld zur Einrichtung und Unterhaltung von Lazarethen, zur Verpflegung der Erkrankten und Verwundeten.

2. Lieferung von Bett- und Leibwäsche.

3. Lieserung von Charpie und Verbandzeug.

4. Lieferung von Matratzen, Decken und Bettstellen.

5. Lieferung von Cigarren, als eine erfahrungsmäßige Wohlthat für die Verwundeten. . ,

Das baare Geld wird unser Schatzmeister, Banquier Sonneberg, vereinnahmen. — Die Verwaltung des Haupt­depots übernimmt Apotheker Heräu s in der Cinhornapotheke. ~

Unsere Lokalvereine in den Stadt- und Landgemeinden des Kreises wollen ihre baaren Sammlungen und anderen Gaben

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schleunig an uns abführen.

Wegen der Lieferung von Erfrischungen werden wir später publiciren.

7. Wegen der Lieferung von Erfrischungen werden wir später publiciren.

8. Männer, Frauen und Jungfrauen, welche sich der direkten Krankenpflege unterziehen wollen, mögen sich bei den Aerzten

Dr. Noll, Dr Rehn und Wundarzt I. Kl. Heß melden, auch angeben, ob sie unentgeltlich oder gegen Remuneratron Hülfe leisten können. Wesentlich willkommen werden Diejenigen sein, welche bereits Kenntniß in der K-ankenpflege haben. Der Feind steht an den Grenzen, ungesäumt ist zu handeln. , _____- Der Allmächtige schirme unsere Väter, Brüder und Söhne, die in den Zeitigen Kampf ziehen. Er schirme unser theures deutsches Vaterland!

Hanau am 18. Juli 1870. _ „ .

Per Kreisverein zur Mege im Jelde verwundeter und erkrankter Krreger.

Cassian. Borries'. Ludwig von Deines. Heinrich Deines. Heraus.

Sir. Herwig. Heß. Leisler. Lindenbauer Dr. Roll. Dr.

Schröüer. Sonneberg. Sopp. Heinrich Weishaupt. H. F. Zregler.