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»U V3 Samstag, den 6. August. 18W
Aufruf!
c^hre Königliche Hoheit die Frau Kronprinzessin hat das nachfolgende Handschreiben an uns gerichtet:
Noch einmal ruft das Vaterland seine Söhne zu den Fahnen, um für seine heiligsten Güter, für Deutschlands Ehre und Unabhängigkeit zu kämpfen. Ein Feind, den wir nicht verletzten, mißgönnt uns die Früchte unserer Siege, die Vollendung des großen nationalen Werkes in friedlicher Arbeit und Entwickelung. Verhöhnt und beleidigt in dem, Was ihm am theuersten ist, strömt das ganze Volk — wir haben kein anderes Heer — zu den altbewährten Waffen, um den eignen Heerd, um die Seinen zu schützen. Tausende von Frauen und Kindern sind auf längere Zeit ihrer Ernährer beraubt. Die Sorgen des Herzens, welche sie belasten, können wir nicht von ihnen nehmen. Wohl aber sind wir im Stande, sie vor äußerer Noth zu bewahren. Glänzend haben die Deutschen in allen Theilen der Welt ihre Vaterlandsliebe bewiesen, als sie angerufen wurden, dankbar die Leiden jenes Kampfes zu lindern, den wir vor Kurzem zu glücklichem Ende geführt. Wohlan denn! Möge wiederum freie Liebesthätigkeit Alle vereinen, um die Angehörigen Derer vor Entbehrung zu schützen, welche Gesundheit und Leben für uns hinzugeben bereit sind! Spenden wir schnell und reichlich, damit die Streiter für das heilige Recht unseres Landes mit dem tröstenden Gedanken in den Kampf ziehen, daß das Schicksal ihrer Lieben treuen Händen anvertraut ist. Den geschäflsführendeu Ausschuß der Victoria-National-Jnvaliden- Stiftung fordere Ich auf, seine Thätigkeit diesem Werke zu widmen, Sammlungen von Liebesgaben zu veranstalten und deren Verwendung zu leiten.
Neues Palais, den 19. Juli 1870.
Gez. Wetoria, Kronprinzessin.
An
den geschiistsführruden Ausschuß der Victoria-Natioanal-Anvaliden-Stistung
zu Berlin.
Mit Freuden folgen wir dieser ehrenvollen Aufforderung. Emmüthig wie nie zuvor erhebt sich die deutsche Nation zur Abwehr der Schmach, die ihr zugedacht ist.
Im Begriffe, für ihr gutes Recht und ihre Selbstständigkeit mit dem Blute einzustehen, wird es auch an dem Gute der Nation nicht fehlen, um Denen gerecht zu werden, welche ihr Leben und die Existenz der Ihrigen zum Opfer zu bringen bereit sind.
Hochherzig hat das Vaterland, haben alle seine Söhne bis zu den fernsten Theilen der Welt die von uns vertretene Stiftung ausgestattet, um die Leiden des letzten Kriegs zu lindern. Gegenwärtig bereits ist die Kunde von derselben thatkräftigen Opferfreudigkeit über den Ocean dem norddeutschen Parlamente zugegangen. Wir besitzen darin die Bürgschaft, daß alle Deutschen wiederum ihrer heiligen Pflicht gegen Die, welche in diesen Kampf ziehen, unvergessen sind.
In dieser Zuversicht wenden wir uns an alle deutschen Stämme und ihre Angehörigen mit der Bitte, durch Beisteuer« und SamMlärgerr
uns in den Stand zu setzen, , , .
den zur Theilnahme an dem gegenwärtigen Kriege Berufenen, ihren Familien und Hinterbliebenen, welche durch den Krieg und seine Folgen in Bedürftigkeit gerathen,
Hülfe rmd NâNRchrmg zu gewähren.
Der unterzeichnete Ausschuß (zu Händen des Schatzmeister, Geheimen Comniercienrath Krause) und alle seine Mitglieder nehmen die Spenden dankbar entgegen. Die Vorstände der Zweigvereine unserer Stiftung, sämmtliche deutschen Zeitungen, viele patriotische Männer und Frauen im In- und Auslande werden ebenfalls, wie wir überzeugt sind, gern die eingehenden Beiträge sammeln.
Die Verwaltung und Verwendung der Gaben erfolgt unabhängig von den für die Kämpfer des Jahres 1866 bestimmten Mitteln der Victoriâ-National-Jnvaliden-Stiftung. Unsere Zweig-Vereine, und wo tiefe fehlen, andere Organe, werden uns zur Seite stehen, um den Bedarf überall in dem verbundenen Deutschland zu ermitteln und zu befriedigen, wo nicht für einzelne Orte oder Bezirke besondere Vereine bestehen, welche, ohne sich uns auzuschließen, dies selbstständig übernehmen.
Auf diese Weise wollen auch wir in treuer Gemeinschaft und Wirksamkeit, von der wir öffentlich Rechenschaft ablegen werden, unsere Kräfte bem Vaterlanve darbieten.
Berlin, den 22. Juli 1870.
Der geschästsfüHrende Ausschuß der lHctorm=3iatiOM
b. Stosch, Generalmajor (Vorsitzender). Dr. G. b. Bunsen. b. Dachröden, Schloßhauptmann. Delbrück, Commerzienrath. Dr. Friedberg, Präsident, b. Gruner, Wirklicher Geheimer Lègalionsrath und Unter-Staatsfekretair z. D. v. Kirchbach, Major a. D. und vortragender Rath im Kriegs-Ministerium. F. W- Krause, Geh. Kommerzienrath (Schatzmeister). Mcher-MagUlls, Stadlrath (Stellvertreter des Vorsitzenden), b. Normann, Major und ^Königl. Kammerherr. b. Prittwitz und Gafsron, Generallieutenant und Gouverneur von Ulm. Twesten, Stadtgerichisrath (Schriftführer). Dr. Virchow, Professor. Völker, Generalmajor z. D. (Schriftführer). Vollgold, Kommerzienrath. Wulfshein, Geheimer Ober-Regierungsrath und vortragerder Rath im Ministerium des Innern (Schriftführer).