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ihrer Leistungen aber nur gewinnen können, wenn sie dle von den Lanobeschälern producirten Füllen sehen, über deren Güte oder Mängel mit den Züchtern ihre Ansichten austauscheu und sich dabei die Formen, die Abstammung und die Eigenschaften sowohl deS Vaters als auch der Mutter vergegenwärtigen um so zu einem Resultat darüber zu gelangen: ob dle Paanmsi eilte zweckmäßige gewesen sei oder luchr — so habe ich die Gestütwarler angewiesen, die Füllengeider einzuziehen um die btefeuwb nöthige Eintragung unter dem betreffenden Zulaßschein' zu machen, und ich kann den Pferdezüchtern nicht dringend genug anempfehlen, den Gestütwärtern im Bereiche ihrer Stationen nicht bloß diese Scheine zu pro- duciren und ihnen eine mündliche Beschreibung ihres Füllens zu machen, sondern ihnen auch diese Füllen wirklich zu zeigen.
Die jungen Thiere gewöhnen sich ja so leicht daran, sowohl auf dem Acker als auch auf den Wegen bei der Mutter zu bleiben, und die Bewegung und die frische Luft ist ihrem Gedeihen so unbedingt nothwendig, daß die kleine Unbequemlichkeit, Stute und Füllen dem Gestütwärter vorzuführen, gar nicht in Vergleich kommt mit dem Vortheil, der dem Züchter durch dies enge Vernehmen mit dem Gestütwärter erwächst. Die Aufzuchtkosten eines schlechten Pferdes sind ja dieselben wie die eines guten, das Bestreben des Züchters kann also nur dahin gerichtet sein, ein Thier zu züchten, an dem er seine Freude hat, das er brauchen oder gut verkaufen kann.
Um dies zu erreichen, muß er auch das Interesse des betreffenden Gestütwärters mit dem seinigen zu vereinigen suchen und dazu ist das erste Erforderniß, daß er sich mit ihm über sein Füllen, während beide es vor Augen haben, bespricht.
Wer Lust zur Pferdezucht hat und sein Geld nicht wegwerfen wich wird sich gewiß "während der Monatlichen Deckzeit einen geeigneten Tag aussuchen und den unbedingt lohnenden Weg mit Stute und Füllen zur Station machen. Der vorjährige Deckschein ist dann mitzubringen, damit der Gestütwärter, der das FüUgeld in Empfang nimmt und darüber quittirt, gleich den Füllen sch ein darunter ausftellen kann- Die Ortsvorstände ersuche ich dringend, die auf sie bezüglichen, den Bedeck- und Abfohlungslisten vorgedruckten Bemerkungen sorgfältig zu beobachten und die betreffenden Rubriken recht genau auszufüllen, und jede Liste, auch wenn gar keine Einträge zu machen sind, unter Beidrückung des Amtssiegels zu bescheinigen. Die Abfohlungslisten sind möglichst bald den Ge st ü t wä r tern zurückzureichen und nicht, wie es in Nr.
7 der Bemerkungen heißt, den Landrathsämtern. ;
Cassel im März 1870.
Der commissarische Dirigent des Hessischen Landgestüts:
v. d. Marwitz.
Falls im Hanauer Kreise ein Schiffs-Expedient I. H. Gerhard aus Bremen Auswanderungs-Beförderungs-Geschäfte ausübt bezw., durch nicht conzessionirte Agenten ausüben läßt, haben solches die Herren Bürgermeister und die Gendarmen sofort hier anzuzeigen.
Hanau am 21. März 1870.
Der unter dem 10. März er. hinter dem Musketier Geisel der 2. Compagnie 3. Hessischen Infanterie-Regiments Nr. 83 erlassene Steckbrief hat durch dessen Wiederergreifung seine Erledigung gesunden.
Hanau am 24. März 1870.
Der Ortsbürger Heinrich Vulpius zu Roßdorf hat das von ihm bekleidete Amt eines Gemeinderaths freiwillig niedergelegt, was hiermit veröffentlicht wird.
Hanau am 25. März 1870.
Die Ortsbürger Georg Friedrich Müller, Friedrich G kommet, Hermann Petrie und Friedrich Hamburger zu Eschersheim sind als Mitglieder des dortigen Gemeinderaths heute eidlich verpflichtet worden.
Hanau am 19. März 1870.
Dem am 1. April 1826 geb. Goldarbeiter Wilhelm Gerlach von hier ist durch Beschluß Königlicher Regierung, Abthei- lunz des Innern, vom 10. d. Mts., die Gestattung ertheilt worden, künftig den Zunamen „Schreiber" zu führen.
Hanau am 19. März 1870.
Die seit längerer Zeit erledigte zweite Lehrerstelle zu Großkrotzenburg, mit welcher ein jährlicher Gehalt von 225 Thlr. verbunden ist, soll demnächst wieder besetzt werden.
Geeignete Bewerber werden deshalb aufgefordert, sich bei dem Herrn Pfarrer Kölling er zu Großkrotzenburg oder bei dem Unterzeichneten binnen 4 Wochen zu melden.
Hanau am 19. März 1870.
(Gefundene Gegenstände.) Ein Alpacca-Schirm. Ein Knickfänger. Ein karrirtes Taschentuch. Ein weißes Taschen- tuch. Eine Schürze. Einige Stück Pappelholz. Ein Kmderhandschuh. Eine schwarzseidene Binde. Ein schwarzer Pelzkragen. Eine Kinderschürze. Ein Petschaft. Ein Taschenmesser. Ein Beutel mit zwei Riemen. Ein Strumpfband. Ein Deckel von einer Milchkanne. Ein Zollstock. Ein Hammer. Ein Portemonnaie mit 1 fl. 50 kr. Eine Tabaksdose. Eine alte Wagendiele. Zwei Orleansschürzen. Ein Paar Handschuhe. Ein Portemonnaie mit Nähzeug. Ein Filzhut.
(Zugelaufen.) Ein grauer Pinscher und ein roth-gelber Pinscher.
(Verlorene Gegenstände.) Eine Uhrkette mit goldenem Schieber. Ein Portemonnaie mit 2 fl. 30 lr.
Die Eigenthümer der Ersteren können sich zur Empfangnahme der Gegenstände dahier melven. Die Finder der Letzteren werden aufgefordert solche anher abzuliefern.
Hanau am 26. März 1870.
Der Lanvrath: Schrötter.
Oeffentliche Bekanntmachungen.
Holzverkauf.
Im Fürstlich Jsenb urg-Birsteischen Revier Selbold sollen nachverzeichnete Gehölze:
I. im Waldort Herrnwäldchen bei Langendiebach:
den 28. März d. I., Vormittags 10 Uhr,
20 Klstr. Eichen- und Erlen-Prügelholz, 2225 Stück gemischte Wellen;
II. in den Waldorten Abtshecke, Hardt rc. oberhalb Langenselbold:
den 29. M ärz,
von Vormittags 9 Uhr anfangend,
18 Eichen-Stämme, von 15—63' Länge und 20—72" mittlerem Umfang, 980 Cubikfuß Franks. Maß,
21 Hainbuchen-Stämme, von 9—24