P slizeiliche Nachrichten.
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Nr. 1. Hanau am 2. Januar 1851.
Vergehen und Verbrechen.
1- Hanau- In der Nacht vom 12. auf den 13. d. M. ist einem Königl. Bayerschen Soldaten auS seinem Quartier im Gasthause „zu den drei Kindern" ein Paar Halbstiefel, in noch gutem Zustande, oben zum Zuschnallen, entwendet worden. Spuren zur Ermittelung des Thäters sind alsbald zur Anzeige zu bringen.
Hanau am 28. Dezember 1850.
Die Staatsbehörde bei Kurf. Justizamt I.
HengSberger, k. A.
2. Hanau. Bei einer verdächtigen Mannsperson sind am 24- l. M> zwei Gänse, die eine weiß mit grauem Kopf, die andere von grauem Gefieder, in Beschlag genommen worden, und können in dem Pfandstall zu Bruchköbel eingesehen werden. Der etwaige Eigenthümer wird aufgefordert, sich alsbald dahier zu melden.
Hanau am 28- Dezember 1850-
Die Staatsbehörde bei Kurfürst!. Justizamt II.
HengSberger, k- A.
3. Salmünstcr. In der Nacht vom 9. auf den 10. d. M- sind dem Bauer Heinrich Hau zu Ulmbach aus seinem verschlossenen Schafstall zwei weiße Mutterschafe, von denen ein jedes zwei Kerben (Einschnitte) im rechten Ohr und ein koch im linken, sowie einen Stern von Wagenschmier auf dem Rücken harte, entkommen, und es ist, da daS Borhangschloß, durch daS der Stall verschlossen worden war, geöffnet an der Thüre gelegen, anzunehmen, daß solche entfremdet worden.
Dieses wird veröffentlicht mit dem Ersuchen, die zur Entdeckung deS Thäters geeigneten polizeilichen Ermittelungen einzuleiten und entdeckt werdende Anzeigen anher mitzutheilen.
Salmünffer am 22- Dezember 1850. Kurfürstliches Justizamt.
U d e t.
Gesehen: Altmannsperger, k- A.
Wird veröffentlicht.
Hanau am 26. Dezember 1850.
Der Staatsprokurator.
S ch ü l e r.
Fahndungsschreiben und Steckbriefe.
4. Hanau. Der Gerichtödiener Jakob Heckmann von hier, welcher der Unterschlagung er
hobener Gelder dringend verdächtig ist, hat sich gegen Ende vorigen Monats von hier entfernt und ist dessen dermaliger Aufenthaltsort unbekannt.
Es werden daher alle GerichtS- und Polizeibehörden ergebenst ersucht, den rc. Heckmann, dessen Signalement unten folgt, und der sich wahrscheinlich im Besitze eines früher erwirkten Reisepasses befindet, im Betretungssalle verhaften und an die Kurfürst!. Sraatsprokuratur dahier abliefern zu lassen.
Hanau am 14. Dezember 1850-
Der Jnstruktionsrichter- Schmidt.
Signalement:
Alter 45 bis 50 Jahre, Größe 5' 8" rhein-, Statur schlank, breitschulterig, Gesichtsfarbe blaß, Gesichtöform länglich, mit eingefallenen Backen, Haare dunkelblond, Augen graublau, Augenbraunen, Bart und Backenbart dunkelblond, Mund und Lippen gewöhnlich, Stirn hoch, faltenreich, Nase dick und an der Spitze etwas gebogen, Kinn spitz, länglich zulaufend, Zahne gut.
Besondere Merkmale und äußeres Benehmen des Beschriebenen: 1) der Daumen seiner rechten Hand ist vom ersten Glied an ungewöhnlich dick und der Nagel an diesem Daumen stark einwärts gebogen; 2) das rechte Bein ist etwas steif; 3) sein Benehmen verräth Befangenheit.
Die Veröffentlichung wird verfügt-
Hanau am 24. Dezember 1850.
Der Staatsprokurator.
S ch ü l e r.
5. Wachtersba ch. Der am 1. Juli d. I. gegen die 13 Jahre alte Maria Jüngling von Wolferborn erlassene Steckbrief wird hiermit erneuert.
Wächteröbach am 21. Dezember 1850.
Der unterg. Ankläger. Cordus.
6. Marburg. Alle StaatS - und Polizeibehörden werden ersucht, nachbenannte Personen:
1) Konrad Groll, 2) Johann Heinrich Kühn, 3) Konrad Reifes, 4) Karl Joseph Völker, 5) 5) Johannes Bauer, 6) Heinrich Joseph Damm, 7) Anton Diegel, 8) Philipp Victor, und 9) Wilhelm Victor, sämmtlich von Neustadt; 10) Johannes Groß, 1t) Peter Joseph Sack, 12) Hugo Sack, und 13) Paul Lecher, von Mom- berg; 14) Johann Peter Müller, und 15) Johannes Wicker, aus SinderSfeld