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Nr. 46.

Hanau am 14. November

18SO.

Vergehen und Verbrechen.

475. Hanau. Entwendet wurden:

1) dem Wolf Weinberg zu Lichenroth in der Nacht vom 26. zum 27- v. M. aus einer unver­schlossenen Stube: a) 4 Mannöhemden; b)2 Tisch­tücher von Bildzeug; c) 2 flächsene Betttücher; d) 8 leinene Sacke; e) 1 kattunenes Frauenkleid, und f) 2 Kinderhemden.

2) dem Lehrer Brüning zu BerkerSheim in der Nacht vom 2. zum 3. b. M. von dem Bo­den des SchulgebauteS: a) 4 Mannöhemden; b) 4 Frauenhemden; c) 2 Tischtücher; d) 6 Hand­tücher, und c) 3 bis 4 Paar Stiefeln.

Hanau am 12. November 1850.

Der StaaMrokurator- Schüler.

476. Han au. In der Nacht vom 11. auf den 12. v. M. wurde auf der Rhein'schen Bleiche vor dem Frankfurter Thore dahier ein Frauenhemd von HauSmacherleinen, L. C. 6 gez., entwendet.

Hanau am 4. November 1850.

Die Staatsbehörde bei Kurfürst!. Justizamt 1. Hengöberger, k. A.

477. Hana u. Bor etwa 3 Monaten sind von dem Treppengeländer einer hiesigen Privatwohnung:

1) ein blau- und weißgedruckter leinener Frau- enüberrock, noch fast neu, 2) ein blaugedrucktes Kinderkleid mit hellblauen Karos, gestickt, entwendet worden.

Hanau am 4. November 1850.

Die Staatsbehörde bei Kurf. Justizamt I.

Hengsberger, k. A.

478. Marburg. In der Nacht vom 5- auf den 6. d. M. ist dem Ackermann Adam Prinz el zu Ropperhausen, AmtS Ziegenhain, auS einem nur verriegelten Stalle ein tragbares Pferd (sog. Stechsuchs) , im Werthe von 56 Thlr., an drei weißen Füßen, weißgelber Mähne und Schwanz und einem an der linken Hust befindlichen schwar­zen Fleck, von der Größe eines Thalerstückö, be­sonders kenntlich, entwendet worden.

Alle zur Entdeckung des Thäters oder Wieder­erlangung des gestohlenen Pferdes, vor dessen Ankauf gewarnt wird, führende Spuren sind alsbald dahier oder bei der nächsten Staats - oder Polizeibehörde anzuzeigen.

Marburg am 7. November 1850.

Der Staatöprckuratcr. Scheffer.

47g. Frankfurt. Nachverzeichnete Gegenstände sind dahier entwendet worden:

1. dem Herrn Heinrich Buzzi am 29. v. M., Nachmittags gegen 4 Uhr: eine altmodische, goldne Taschenuhr mit weißem Zifferblatt, gelben Stun­den- und Minutenzeigern und schwarzem Datum­zeiger. Der Deckel springt durch einen Druck am Bügel auf und das Glas ist in einem sehr breiten Rand gefaßt. II. dem Handelsmann I. C. M i l a n i- M i n o p r i o am 29. v. M., Nachmit­tags zwischen 1 bis 4 Uhr: eine altmodische schwere goldne Uhr von Brequet, welcher Name im Ge- häus steht. Die Uhr repetirt die ganzen.halben und Viertelstunden, hat ein weißes Zifferblatt, goldne Zeiger, arabische Zahlen; die Rückseite ist muschelförmig gravirt. 111. dem Schwimmlehrer Wilhelm Gerlach in den letzten 8 Tagen: eine 40 bis 45' lange englische Kette mit kleinen run­den Gleichen, im Werth von circa 25 st. IV. dem Kupferschmiedmeister Karl Startz in den letzten 8 Tagen: kupferne Rohre, 34" im Durch­messer, circa 24' lang, 15 fl. werth. V. dem Schauspieler Steuer gestern Nachmittag: 1) eine goldne Cylinderuhr, mit 8 Steinen, Nr. 3626, emaillirtem Zifferblatt, römischen Zahlen, gelben Zeigern, cißetirt und gravirt, 17'" groß, der Deckel zum Aufspringen eingerichtet; 2) eine goldne Cylinderuhr mit 4 Steinen, emaillirtem Zifferblatt, mit Sekundenzeiger an der Ziffer 6; 17'" groß, ganz guillochirt; 3) eine silberne Cy­linderuhr, 18'" groß, mit rothem Gold gallonirt, emaillirtem Zifferblatt, gravirt; 4) eine silberne Cylinderuhr, mit rothem Gold gallonirt, gravirt, mit messingenem Staubdeckel, gelben Zeigern, emaillirtem Zisterblatt. VI. dem Tuchbereiter Doch am 31- v. M- oder l. d. M. mittelst Ein­bruchs : 1) ein länglichrunder eingemauerter Wasch- keffel, 3P lang, 24' breit, 2' tief, circa 25 fl. werth; 2) ein kleiner Kaffeebrenner nebst einem alten kleinen Kroppen. VII. der Wittwe Höf- ler heute Nachmittag von 12 bis 124 Uhr: 1) eine feine schwarze wollene Shawl mit gewirkten Palmen; 2) ein neuer schwarzer seidener Regen­schirm mit elfenbeinernem Griff; 3) ein neuer schwarzer seidener Regenschirm mit braunem Stock und eingelegtem Griff.

Man ersucht, gefällige Nachforschungen nach diesen Gegenständen und den Thätern eintreten zu lassen. Frankfurt a. M. am 2- Nov. 1850.

Polizeiaint-

Die Veröffentlichung wird verfügt.

Hanau am 5. November 1850^

Der Staatsprokurator. S ch ü l e r.