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ist natürlich eine der Hauptursachen des Hasses und der Erbostheit der Makler und Wirthsleure gegen dieselbe, und bedienen sie sich der gewissenlosesten Mittel, um die Einwanderer durch Lug und Trug von dem Besuche unserer Agentur ab- zuhalten und sie dagegen in ihre Hände zu bekommen.
Daß eS diesen Menschen zuweilen gelingt, durch allerlei Kunstgriffe selbst Gebildeten ein starkes Vor- urtheil gegen die Deutsche Gesellschaft einzuflößen, und solche hinter's Licht Geführte sogar zu schädlichen Werkzeugen ihrer schmutzigen Habsucht zu benutzen, beweist unter Anderm folgende Thatsache:
Im New-Iorker Demokraten vom 15. September v. I. erschien ein in höchst gehässigen Ausdrücken abgefaßter Angriff auf die Deutsche Gesellschaft und deren Agenten Seitens eines aus Deutschland gerade angekommenen jungen Mannes, welcher behauptete, der ihm in der Agentur der Deutschen Gesellschaft mit 9 Dollar 50 Cents für die Reise per Eisenbahn nach Milwaukie aufgegebene Preis sei um 1 Dollar höher, wie im Flugblatte der Commissioners of emigration aufgegebene, und um 2 Dollar höher, als der Preis, zu welchem ihm verschiedene Beförderungshäuser ihre Reisescheine angeboten hätten; und ohne sich weiter zu erkundigen, welche Bewandniß es mit solchen verschiedenen Preisen habe, erging sich derselbe mit wunderbarem Leichtsinn in einem heftigen Zeitungsartikel, in welchem er sogar den deutschen Einwanderern zu rathen sucht, den Versicherungen unserer Gesellschaft und unseres Agenten keinen Glauben zu schenken. — Der von dem Verwal
tungsrathe zur Untersuchung dieser Sache ernannte Ausschuß fand gleich, wie höchst ungegründet die vorgebrachten Beschuldigungen waren, denn, erstens war der Preis für die fragliche Reise in dem Flugblatte der Commissioners of emigration ebenfalls mit 9 Dollar 50 Cents angegeben; zweitens hat kein einziges Beförderungskomtoir zu einem niedrigern Preise Passagiere angenommen oder an- nehmen können, ohne den Unterschied aus seiner Tasche zu bezahlen, und drittens also meinte man, entweder den Preis per Kanal, den unsere Agentur um 5 Dollar billiger angegeben haben würde, oder, was auch möglich ist, ein mit den Mäklern und Wirthsleuten Verbündeter führte durch trüg- liche Angaben den jungen Mann hinter's Licht, um seinen Eifer gegen die Deutsche Gesellschaft zu entflammen, und ihn so zum Werkzeuge dieser Feinde derselben zu machen.
„ ?2p ben schon mehrfach gegebenen Rathschlägen und Warnungen für Auswanderer, ehe sie Deutsth- land verlassen finden wir eS zweckmäßig, die folgenden zu wiederholen:
1) Nicht für die Reise von hier in das Innere schon drüben eine Vereinbarung zu treffen. Wie
kann der Auswanderer nur möglicher Weise erwarten, irgend einen Vortheil dadurch zu erreichen? Selbst angenommen, daß die Agenten in Europa ganz unentgeltlich, also nur deö Vergnügens halber, sich dieser Besorgung unterziehen (was nicht gut begreiflich ist), so müßten sie doch, um sicher zu gehen, zu den gewöhnlichen Durchschnittspreisen die Reisescheine verkaufen. Nun bringt aber die hiesige große Konkurrenz solche Preise häufig sehr herunter; im vorigen Sommer fiel z. B. der Preis für die Fahrt per Dampfboot nach Philadelphia von 1 Dollar 50 Cents auf 50 Cents per Kopf. Solche Vortheile würden also unbedingt beim Akkordiren der Reise in Europa verloren gehen. Daß aber solche Agenten sich für ihre Mühwaltung ganz gut bezahlt machen, beweisen mehrere uns vorgekommene Fälle. In Rotterdam berechnete ein Agent 10 Dollar für die Fahrt von hier nach Milwaukie per Kanal, wofür der Preis, hier 4 Dollar 50 Centö ist, und in Leipzig ein anderer 25 Dollar von hier nach Wartburg in Tennesee, wohin man für ungefähr 18 Dollar reisen kann. Einige solcher Agenten lassen sich beim Akkordiren der Reisen, nach Festsetzung des Fahrpreises, nur ein sogenanntes Auf- oder Angeld von 1 bis 2 Dollar bezahlen, das hier der Einwanderer, wenn er findet, wie weit billiger er befördert werden kann, für verloren aufgibt.
2) Sich beim Umwechseln des Geldes in amerikanische Münzen vorzusehen, daß man nicht englische Souvereigns, die nur 4 Dollar 80 Cents bis 4 Dollar 85 Cents gelten, für amerikanische Fünfdollarsstücke erhalte, oder nicht amerikanische Doublonen, die hier nur zu 15 bis 15 Dollar 60 Cents zu verwechseln sind, für 16 Dollar an- nehme, über welche Sachen wir manchmal klagen hörten.
3) Beim Mitbringen amerikanischer Staatspapiere, die nicht auf den Inhaber lauten, dafür zu sorgen, daß die Uebertragung (Endorso) von einem amerikanischen Konsul beglaubigt werde, indem ohne eine solche Beglaubigung solche Stocks nicht verkäuflich sind, was manchem Einwanderer Ungelegenheit verursacht.
New-Iork am 22. Februar 1850.
Im Namen des VerwalcungsrathS: Adolf Rodewald. Fred'. H o o s e.
G. L. Heuser.
2. Nachdem durch einen Beschluß Kurfürstlichen Ministeriums des Innern vom 3. d. M. entschieden worden ist, daß die Ertheilung von Erwerb- fahigkeitsbescheinigungen Behufs der Lerheirathung solcher Handwerksgesellen, denen das Heirathen während des Gesellenstandes nicht gestattet ist, welche aber fernerhin als Gesellen nicht arbeiten, vielmehr auf andere Weise, z. B. durch Taglohn