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Ausweg ein, und suchen durch Vermittlung un­serer Agentur Stellen als Arbeiter bei amerikani­schen Landwirthen oder bei Eisenbahn - und Ka­nalbauren zu ei halten. Manche aber erliegen dieser so ungewohnten harten Arbeit, kommen mit zerrütteter Gesundheit unO gebrochenem Muthe in die Stadt zurück, suchen sich durch Sammlungen bei Landsleuten die Kosten einer Zwlschendeckö- passage zu verschaffen und schätzen sich glücklich, mit irgend einem nach Europa segelnden Schiffe das Land ihrer getauschten Hoffnungen verlassen zu können. Irgend wohin, nach England, Frank­reich oder Deutschland, nur nicht in Amerika

bleiben, ist dann ihr Losungswort. Dieses sind auö dem Leben gegriffene Schilderungen von Ver­hältnissen, die dem Verwaliungsraihe nur zu oft vor Augen kommen. Mochten doch Alle, die auf ähnliche unbedachte Weise, ohne Mittel und ohne Anhaltepunkte Deutschland zu verlassen gedenken, sich die wahrscheinlichen Folgen eines |o gewagten Schrittes recht deurNch vor Augen stellen, und dann lieber daheim Entbehrungen leiden, als hier in ein weit schrecklicheres Elend zu versinken! Als lichte Seite dieses Schattenbildes können wir aber anführen, daß einige solcher, der Handarbeit ganz Ungewohnte, die sich muthig in die Nothwendig« feit fugten, und den Spaten zur Hand nahmen, durch größere Tüchtigkeit nach einiger Zeit im Stande waren, sich auö ihrer gedruckten Lage empor zu arbeiten. Anerkennungswerrh ist auch die freundliche Behandlung, die solche Arbeiter bei amerikanischen Landwirthen fanden. Die Agen­tur empfing mehrere Briefe, in welchen sich beide Theile, der Arbeitgebende und der Arbeiter, mit gegenseitiger Zufriedenheit auSsprechen.

Gegen mehrere der von Antwerpen gekommenen Schiffe wurden von den Einwanderern wegen schlech­ter Behandlung und Vorenthaltung der von ihnen selbst gekauften Lebensmittel (wogegen man sie zwang, von den Schiffskapitänen zu kaufen) Kla­gen geführt. Hinsichtlich der von Havre, Bremen und Hamburg gekommenen Schiffe wurden nur wenige Beschwerden laut.

Lobende Erwähnung verdient das Verfahren der Gemeinde von Rottweil in Württemberg und von Rineck in Baden, welche ihre Armen auf Ge­meindekosten hierher schickten, aber für deren zweck- mäßige Einschiffung Sorge trugen, und jeder Fa­milie bei Ankunft hier eine kleine Summe aus- zahlen ließen, welche hinreichte, die Leute in'S Innere, wo sie Beschäftigung finden konnten, zu befördern. Zu bedauern ist eS indessen, daß er­stere Gemeinde unterließ, die Passagiere an das betreffendeConsulat oder an die Deutsche Ge­sellschaft zu verweisen, indem ihnen durch unsere Agentur die Beförderung von hier zu billigern Fahrpreisen vermittelt worden wäre.

Die von dem Staate Dteh^orf vor zwei Jah­

ren eingesetzte Kommission zum Schutzeder Ein­wanderer (Commissioners of emigration), zu wel­cher , kraft ihres Amreö, der Major der Stadt New-Uork, der Major von Broorlyn, der Präsi. dent der deutschen Gesellschaft und der Präsident der irländischen Gesellschaft gehören, geht mit unserer Gesellschaft Hand in Hand, und arbeitet kräftig für die Unterdrückung aller gegen die Einwanderer früher so schamlos getriebenen Miß­brauche und Betrügereien, die aber leider auf mehr verdeckte Weise noch immer Statt finden, und bei der Leichtgläubigkeit und Unwissenheit so vieler Einwanderer wohl nie ganz zu vertilgen sind. Der Einfluß der erwähnten Behörde ist indessen sehr umgreifend und erfolgreich gewesen. Die ganze hiesige Einwanderung steht unter ihrer Obhut; sie empfängt die Abgabe von l Dollar 50 CenlS ') per Kopf für jeden hier Landenden und sorgt für den Unterhalt und die Verpflegung der durch Un» glück oder Krankheit heruntergekommenen Einwan­derer in Armenanstalten und Hospitälern. In jedem dieser Letzter» ist jetzt ein deutscher Arzt zu finden, und sind dieselben überhaupt so musterhaft geführt, daß die kranken Deutschen sich der ge­wöhnlichen Vorurtheile gegen solche öffentliche Anstalten entschlafen sollten, indem sie einer guten Behandlung gewiß sein können.

Zum besseren Schutze der Einwanderer hat diese Kommission, deren Geschästölokal im Park, nahe bei Chambersstreet, ist, Beamte angestellt, die gleich bei Ankunft deö Schiffes bei der Quaran- taine, in Begleitung des Gesundheitsbeamten (health oflieer)an Bord kommen, um die Pas­sagiere vor dem Unwesen der Makler und Wirthö­leute zu warnen, sie an die betreffenden Wohl- thäligkeitsgesellschaften zu verweisen und ihnen zur bessern Einsicht aller dieser Sachen ein Flugblatt in die Hand zu geben, betitelt:Die vorn Staate New-York zum Schutze aller Einwanderer beson- ders eingesetzte Kommission an die deutschen Ein- wanderer, welche in New-York landen", in wel­chem Blatte viele nützliche Anweisungen und am Fuße die zur Zeit bestehenden billigsten Fahrpreise in's Innere angegeben sind. Diesem Flugblatte sollten die Einwanderer allen Glauben schenken und den darin enthaltenen Weisungen unbedingt folgen. Der Agent unserer Gefelllchast kommt, seitdem diese Einrichtung getroffen ist, nicht mehr an Bord der Schiffe. 'Er ist an seinem Posten, Nr. 95 Greenwichstraße. Die Einwanderer sollten sich nur an dieseAgentur der Deutschen Gesell- schaft" wenden, und sich nicht durch andere ähnliche klingende Titel,Deutsche Wohlthätigkeitögesell- schaft", oderDeutsche Agentur", oder dergleichen täuschen lassen. Während deö Sommers war in

*) Ein Dollar ist beinahe 1 Thlr. 13 Sgr. und 100 Cents machen einen Dollar.